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Bundesliga | 25. Spieltag | 05.09.26 | Kottingbrunn - SK Sturm 1:1 Die Antwort der Grazer lautete: erstaunlich lange. Allerdings nicht lange genug, um den Sieg aus Kottingbrunn mitzunehmen. Sturm begann unter Trainer Nermin Muratovic offensiv, mit aktivem Pressing und hohem Einsatz. Bereits in der zweiten Minute prüfte Juanito Perales Kottingbrunns Torhüter Franck Nolte. Die Gastgeber, von Michael Goldfinger betreut, antworteten über die Außen. Gabri Moutinho gab in der vierten Minute den ersten Warnschuss für Kottingbrunn ab. Es war früh zu erkennen: Niemand war gekommen, um den Rasen lediglich von der Seitenlinie aus zu bewundern. Christian Beaupre entwickelte sich anschließend zum auffälligsten Grazer Angreifer. Der Mittelstürmer scheiterte zunächst mehrfach, blieb aber hartnäckig - eine Eigenschaft, die im Fußball oft als Charakter gelobt wird und beim Gegner vor allem als lästig gilt. In der 30. Minute belohnte er sich schließlich. Roberto Meira fand Beaupre, der zum 1:0 für Sturm traf. Die Gäste jubelten, Kottingbrunn schaute kurz so, als müsse man den Spielstand erst mit der Stadionregie besprechen. Doch die Antwort kam prompt. Nur fünf Minuten später schlug Kottingbrunn zurück. Jose Velazquez bediente Jonas Hennig, der zum 1:1 vollendete. Hennig hatte bereits zuvor auf sich aufmerksam gemacht und sollte auch später noch einige Male in der Grazer Defensive für Gesprächsstoff sorgen. "Wir wollten nach dem Rückstand ruhig bleiben", sagte Trainer Goldfinger sinngemäß nach dem Spiel. "Das hat ungefähr fünf Minuten gedauert. Dann haben wir ausgeglichen." Kurz vor dem Seitenwechsel wurde es für Sturm zusätzlich ungemütlich. Marcus Seifert, der bereits in der 18. Minute Gelb gesehen hatte, erhielt in der 47. Minute die Gelb-Rote Karte. Die Grazer mussten die zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten. Dazu kam eine Verletzung von Iker Quixano, die in der 33. Minute eine defensive Veränderung notwendig gemacht hatte. Fußball ist bekanntlich ein Mannschaftssport, aber manchmal wirkt er wie ein besonders hektisches Personalbüro. Kottingbrunn hatte nun mehr vom Ball: 55,5 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, Sturm kam auf 44,5 Prozent. Auch bei den Torschüssen lagen die Gastgeber vorne - 11:8. Die Überzahl führte jedoch nicht automatisch zu einem zweiten Treffer. Kottingbrunn versuchte es weiter über die Flügel und mit direkten Abschlüssen. Hennig prüfte Sturm später noch in der 73. und 92. Minute, Joao Bermudo schoss in der 78. Minute, Chaim Tzwi in der 84. - doch der entscheidende Moment blieb aus. Sturm verteidigte in der Schlussphase kompakter, schaltete bei Gelegenheit auf Konter und warf in der Nachspielzeit noch einmal alles nach vorn. Fernando de Freitas kam in der 90. Minute zum Abschluss, während Kottingbrunn ebenfalls mit starkem Einsatz auf den Sieg drängte. Ein Treffer fiel nicht mehr. Dafür blieb es spannend bis zum Abpfiff, was bei einem 1:1 nicht selbstverständlich ist - manchmal ist es auch einfach nur die höfliche Umschreibung dafür, dass beide Teams ihre besten Chancen liegen ließen. "Mit zehn Mann einen Punkt mitzunehmen, zeigt unsere Moral", lautete Muratovics sinngemäße Einschätzung. Goldfinger dürfte es ähnlich gesehen haben, allerdings mit dem Zusatz, dass seine Mannschaft gegen zehn Grazer gern etwas großzügiger mit ihren Möglichkeiten hätte umgehen dürfen. So blieb es beim 1:1 (1:1). Kottingbrunn hatte mehr Ball und mehr Abschlüsse, Sturm die bessere Anfangsphase und am Ende den größeren Überlebenswillen. Der Punkt war für beide verdient - und für die Zuschauer immerhin unterhaltsamer als ein torloses Unentschieden. Die 32910 Besucher durften also zufrieden nach Hause gehen. Nur die drei Punkte mussten im Stadion bleiben. 05.09.2026 23:33 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler