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Kottingbrunn tanzt Rankweil schwindelig - 3:1 und ein Abend voller Emotionen

Wenn 30.500 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion von Kottingbrunn pilgern, erwartet man Leidenschaft, Drama und vielleicht ein bisschen Chaos. Und tatsächlich: Das 3:1 (3:1) am 11. Spieltag der 1. Liga Österreich gegen den FC Rankweil hatte all das - und noch einen angeschlagenen Helden, einen jungen Torschützen und einen Trainer, der nach Schlusspfiff lieber über den Rasen philosophierte als über Taktik zu reden.

Trainer Michael Goldfinger, sonst nicht unbedingt als Freund großer Emotionen bekannt, grinste wie ein Lotto-Gewinner, als er nach dem Spiel in die Mikrofone sprach: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon Counter-Fußball spielt, dann bitte mit Stil." Sein Team hielt sich daran.

Schon in der 12. Minute zündete Georgi Berbatow den Turbo. Nach feiner Vorarbeit von Walther Schneider - der 19-Jährige flitzte über rechts wie ein junger Dachs - schob der Bulgare eiskalt ein. "Ich hab nur kurz hochgeschaut und gesehen, dass der Torwart in der falschen Ecke Urlaub macht", grinste Berbatow später.

Doch Rankweil, unter der Leitung des charmant gestikulierenden Freddie Fridolin, ließ sich nicht lange bitten. In der 19. Minute sorgte der 19-jährige Otto Müller für den Ausgleich. Nach einem Zuckerpass des 17-jährigen Werner Horst, der offenbar keine Angst vor großen Bühnen kennt, drosch Müller den Ball in die Maschen. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte der Teenager, "und gehofft, dass er reingeht - tat er!"

Das Publikum jubelte - allerdings nur kurz. Kottingbrunn schüttelte sich, spielte weiter schnörkellos und belohnte sich. Wieder Berbatow, diesmal in der 33. Minute, nutzte eine Unachtsamkeit in Rankweils Defensive. 2:1. Und als Jonas Hennig in der 38. Minute nach Vorlage von Florian Schmitt zum 3:1 traf, kippte die Stimmung endgültig.

"Das war wie ein schlechter Traum", meinte Rankweil-Kapitän Nevio Reuter, der sich später noch die Gelbe Karte für ein taktisches Foul abholte. "Wir standen zu hoch, zu offen, zu naiv - eigentlich zu allem."

In der zweiten Halbzeit verwaltete Kottingbrunn das Ergebnis - und das erstaunlich souverän. 54,7 Prozent Ballbesitz, neun Torschüsse auf beiden Seiten - die Statistik spricht von Ausgeglichenheit, aber das Spielgefühl sagte etwas anderes: Kottingbrunn hatte die Kontrolle, Rankweil nur die Hoffnung.

Dann der Schreckmoment in der 77. Minute: Doppeltorschütze Berbatow blieb nach einem Zweikampf liegen, hielt sich das Knie. Das Stadion hielt den Atem an. Nach kurzer Behandlung schüttelte er den Kopf, humpelte vom Feld - und wurde von Humberto Antonio ersetzt. "Er wollte weitermachen, aber ich bin kein Sadist", erklärte Trainer Goldfinger trocken. "Wir brauchen ihn auch nächste Woche."

Freddie Fridolin indes sah das Ganze mit Galgenhumor. "Unsere Defensive war heute wie eine offene Tür im Winter - jeder durfte mal rein", grinste der Rankweil-Coach später und ergänzte: "Aber wenigstens haben die Jungs bis zum Schluss versucht, dagegenzuhalten. Und manchmal ist das schon die halbe Miete."

Auch wenn Rankweil in der Schlussphase noch ein paar Nadelstiche setzte - etwa durch Otto Müller, der bis zur 76. Minute an jeder gefährlichen Aktion beteiligt war -, fehlte die letzte Präzision. Drei Gelbe Karten (Reuter, Feldmann, Koller) rundeten einen gebrauchten Abend für die Gäste ab.

Auf der Tribüne tuschelten die Fans, einer rief: "Gebt Berbatow ein Denkmal!" - ein anderer konterte trocken: "Er soll lieber nächste Woche wieder laufen können."

Am Ende blieb ein verdienter Sieg für Kottingbrunn, der sie in der Tabelle weiter nach oben schiebt. "Wir haben unseren Plan diesmal durchgezogen", bilanzierte Goldfinger nüchtern, "und wenn der Gegner offensiv kommt, ist das unser Einladungsschreiben."

Berbatow indes winkte beim Abgang ins Publikum, bandagiertes Knie, aber ein Lächeln im Gesicht. "Solange ich treffen kann, ist alles gut", sagte er - und das klang fast wie eine Drohung für die nächsten Gegner.

Ein Abend, der zeigte: Fußball ist manchmal simpel. Wer mehr Tore schießt, gewinnt - und wer Georgi Berbatow in der Mannschaft hat, hat ohnehin einen kleinen Vorteil.

Und während die Scheinwerfer erloschen, blieb ein Gedanke hängen: Vielleicht war das kein perfektes Spiel. Aber es war eines, das man nicht so schnell vergisst - mit Herz, Humor und einem Hauch Kottingbrunner Wahnsinn.

24.05.643987 14:10
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