// Startseite
| Sportwoche |
| +++ Sportzeitung für Österreich +++ |
|
|
|
Bundesliga | 33. Spieltag | 13.09.26 | Austria Wels - Kottingbrunn 0:2 Dabei begann Austria Wels durchaus offensiv. Dragon schickte sein Team mit einer offensiven Ausrichtung auf den Platz, ließ ausgewogen nach vorne spielen und setzte auf ausgesuchte Abschlusschancen. Das Problem: Der Ball wollte offenbar lieber bei Kottingbrunn bleiben. 69,1 Prozent Ballbesitz verbuchte der Gast, Wels kam gerade einmal auf 30,9 Prozent. Ein Verhältnis, bei dem selbst der Mittelkreis irgendwann nach einem Mietvertrag fragen könnte. Kottingbrunn trat taktisch etwas zurückhaltender auf, blieb aber jederzeit gefährlich. Michael Goldfinger hatte seine Elf auf Konter eingestellt, gleichzeitig erlaubte er seinen Spielern, aus praktisch jeder Lage abzuschließen. Das Ergebnis war eine beeindruckende Schussbilanz: 14 Torschüsse für Kottingbrunn, nur drei für Austria Wels. Die Gäste gewannen zudem 56,3 Prozent der Zweikämpfe. Fußball kann manchmal kompliziert sein, an diesem Abend war die Rechnung jedoch erstaunlich übersichtlich. Schon in der neunten Minute prüfte Maximilian Merkel die Defensive der Gastgeber. Guillermo Caneira und Heinz Klaus legten wenig später nach, Dagfinn Westergaard meldete sich ebenfalls mit einem Abschluss. Austria Wels brauchte bis zur 24. Minute, ehe Claude Beauvilliers ein erstes offensives Lebenszeichen setzte. Björn Wimmer versuchte es in der 36. Minute, doch Kottingbrunn blieb am Drücker. Eine Minute später fiel das 0:1. Florian Schmitt traf für die Gäste, vorbereitet von Manfred Sonntag. Schmitt, der bereits zuvor einen Torschuss abgegeben hatte, blieb im entscheidenden Moment kühl. "Wir wollten nicht warten, bis Austria Wels irgendwann Gefallen am Spiel findet", sagte Schmitt später. "Also haben wir selbst für Unterhaltung gesorgt." Wels antwortete noch vor der Pause durch Marwin Kirsch, doch der Abschluss in der 38. Minute brachte keinen Ausgleich. Kottingbrunn blieb die aktivere Mannschaft und hatte bis zum Halbzeitpfiff weitere Möglichkeiten. Auf der Tribüne soll ein Zuschauer seinem Nebenmann zugeraunt haben: "Wenn das Ballbesitz ist, was wir hier sehen, dann ist Wels heute wohl nur zu Besuch." Eine besonders freundliche Umschreibung für 30 Prozent. Trainer Dragon reagierte zur zweiten Halbzeit und brachte Hans Zimmermann für Guy Bettencourt. Kurz darauf kamen Olav Schröder für Yannick Martens und Eri Baur für Hanns Böhme. Mehr Energie war nun tatsächlich zu erkennen, mehr Kontrolle allerdings nicht. Kottingbrunn blieb bei seinem Plan: kompakt stehen, den Ball erobern und mit Tempo nach vorne. In der 57. Minute tauchte Caneira gefährlich auf, später versuchten es Curt Schwarz und Manfred Sonntag. Wels verteidigte engagiert, aber nicht immer glücklich. Phillipp Beyer sah in der 78. Minute die Gelbe Karte - ausgerechnet in jener Phase, in der seine Mannschaft dringend Ruhe gebraucht hätte. Dann schlug Kottingbrunn erneut zu. In der 77. Minute erhöhte Curt Schwarz auf 0:2, Tristan Serfontein lieferte die Vorarbeit. Schwarz hatte zuvor bereits einen Abschluss verbucht und blieb auch diesmal erfolgreich. "Wir haben heute nicht spektakulär, aber sehr erwachsen gespielt", erklärte Trainer Goldfinger. "Das ist vielleicht nicht immer schön für den Gegner. Für uns war es dafür ziemlich schön." Austria Wels versuchte noch einmal, den Anschluss zu erzwingen. Doch Kottingbrunn ließ kaum etwas zu und kam in der Schlussphase sogar durch Sonntag, Caneira und Chaim Tzwi zu weiteren Abschlüssen. Der Schlusspfiff um kurz nach 22 Uhr beendete schließlich einen Abend, an dem Wels zwar offensiv antreten wollte, aber vor allem hinterherlief. Goldfinger durfte sich über einen verdienten Auswärtssieg freuen. Dragon blieb nur Galgenhumor: "Wir hatten einen Plan", sagte der Wels-Trainer. "Leider hatte Kottingbrunn offenbar ebenfalls einen - und unserer war heute schneller müde." 13.09.2026 21:55 |
Sprücheklopfer
Die Anspannung wächst, aber das ist gut so. Denn wenn man mit über 50 Jahren morgens aufwacht und nichts tut weh, dann ist man tot.
Erich Ribbeck