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Bundesliga | 26. Spieltag | 06.09.26 | Veilchen Wien - Kottingbrunn 2:3 Dabei begann der Abend mit einem Paukenschlag. Nach gerade einmal sieben Minuten traf Kottingbrunns rechter Verteidiger Jannick Bock zur Führung. Manfred Sonntag hatte den Angriff vorbereitet, Bock vollendete - und die Gäste zeigten früh, dass ihr Plan nicht sonderlich kompliziert, dafür aber unangenehm wirksam war: kompakt stehen, auf Konter lauern und bei jeder Gelegenheit schießen. Fußball kann manchmal erstaunlich wenig philosophisch sein. Veilchen Wien blieb seiner offensiven Ausrichtung treu, suchte den kontrollierten Spielaufbau und wollte vor allem über sichere Chancen zum Erfolg kommen. In der 21. Minute wurde dieser Ansatz belohnt. Carl Pfeiffer legte für Jannik Hildebrandt auf, der zum 1:1 traf. "Wir wollten ruhig bleiben, obwohl Kottingbrunn sofort sehr laut angeklopft hat", sagte Veilchen-Trainer Mario Kasztner später. "Leider haben wir ihnen danach noch ein paar zu viele Einladungen geschickt." Die erste Hälfte blieb ausgeglichen, auch wenn Kottingbrunn etwas mehr vom Ball hatte. 53,6 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Gäste zu Buche, Veilchen Wien kam auf 46,4 Prozent. Die Zweikampfwerte waren beinahe mathematisch langweilig: 50,2 Prozent für Kottingbrunn, 49,8 für die Hausherren. Auf dem Platz selbst war von Langeweile allerdings wenig zu spüren. Carl Pfeiffer sah in der 27. Minute die Gelbe Karte, vermutlich als Erinnerung daran, dass auch ein offensiver Matchplan gelegentlich mit einem Rückwärtsgang ausgestattet sein sollte. Nach der Pause erhöhte Kottingbrunn den Druck - ohne klassisches Pressing, dafür mit Geduld und schnellen Gegenstößen. In der 60. Minute schlug Christiano Conceicao zu. Guillermo Caneira lieferte die Vorlage, Conceicao schob zum 2:1 ein. "Wir haben nicht hektisch werden müssen", erklärte Kottingbrunns Trainer Michael Goldfinger. "Der Ball wusste meistens, wohin er sollte. Und wenn nicht, haben wir einfach trotzdem geschossen." Das war keine schlechte Zusammenfassung des Spiels. Kottingbrunn gab zehn Torschüsse ab, Veilchen Wien acht. Besonders Jonas Hennig beschäftigte die Heimabwehr immer wieder und belohnte sich in der 70. Minute mit dem 3:1. Conceicao bereitete vor, Hennig vollendete. Die Gäste hatten damit aus einer ausgeglichenen Partie eine ziemlich komfortable Rechnung gemacht. Veilchen Wien aber weigerte sich, den Abend vorzeitig abzuhaken. In der 78. Minute erzielte Innenverteidiger Ricardo Ibanez nach Vorlage von Lajos Kocsis den Anschlusstreffer. Plötzlich war das Stadion wieder wach, die Heimfans wurden zu einer akustischen Pressingmaschine, und Kottingbrunns Torwart Antonio Coluna bekam vermutlich mehr gute Ratschläge von den Rängen als vom eigenen Trainer. Für den Ausgleich reichte es dennoch nicht mehr. Veilchen Wien hatte die offensivere Haltung, Kottingbrunn aber den besseren Konterfußball und die größere Effizienz. "Beim 3:2 haben wir gezeigt, dass wir Charakter haben", sagte Ibanez. "Aber Charakter allein schießt leider kein viertes Tor." So blieb es beim 2:3. Kottingbrunn gewinnt verdient, Veilchen Wien verliert knapp - und beide Mannschaften dürfen festhalten, dass acht beziehungsweise zehn Torschüsse deutlich unterhaltsamer sein können als neunzig Minuten Ballgeschiebe. 06.09.2026 23:01 |
Sprücheklopfer
Bedanken möchten wir uns auch bei den Fans, auf denen wir uns immer verlassen konnten.
Andreas Brehme