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Bundesliga | 28. Spieltag | 08.09.26 | Kottingbrunn - Rot-Weiß Graz 2:1 Vor 32.285 Zuschauern im Stadion begann die Partie des 28. Bundesliga-Spieltags um 20.30 Uhr mit einem kleinen Warnschuss von Guy Franz. Der Grazer Rechtsverteidiger prüfte in der dritten Minute die Aufmerksamkeit der Kottingbrunner Hintermannschaft. Sie war vorhanden, wenn auch offenbar noch nicht vollständig wach. Danach übernahm die Mannschaft von Trainer Michael Goldfinger zunehmend das Kommando. Gabri Moutinho, Chaim Tzwi und Florian Schmitt näherten sich dem Grazer Tor, als hätten sie dort etwas verloren. Besonders Tzwi wirkte auffällig suchend: In der 20., 28., 54. und 89. Minute gab der linke Angreifer Schüsse ab. Der zweite Versuch brachte schließlich den Erfolg. In der 28. Minute legte Carsten Kolb auf, Tzwi traf - 1:0. Ein Tor mit Ansage und offenbar mit Terminplan. "Ich habe gedacht: Irgendwann muss der Ball ja einsehen, dass er hier richtig ist", sagte Tzwi sinngemäß und mit dem Grinsen eines Mannes, der gerade zum vierten Mal auf das Tor geschossen hatte. Das Zitat ist zugespitzt, die Hartnäckigkeit hingegen war echt: Kottingbrunn kam insgesamt auf 15 Torschüsse, Graz auf zehn. Rot-Weiß Graz blieb trotz des Rückstands unangenehm. Trainer Carsten Krause hatte sein Team ausgewogen ausgerichtet, setzte auf ausgewählte Chancen und eine robuste Gangart. Das führte zunächst zu Druck, später zu Karten. Guy Franz sah in der 61. Minute Gelb, Sascha Binder vier Minuten nach seiner Einwechslung ebenfalls. Die Partie wurde ruppiger, ohne völlig aus dem Ruder zu laufen - zumindest bis Franz in der 82. Minute nach einer weiteren Verwarnung vorzeitig duschen durfte. Zuvor hatte Graz allerdings den Ausgleich geschafft. In der 67. Minute traf Jonas Held nach Vorarbeit von Linus Kaufmann zum 1:1. Held hatte schon zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und bekam schließlich seine Belohnung. Kurz darauf wechselte Krause gleich dreifach: Binder, Walther Marx und Ingvar Bloch kamen, während Phillipp Berg, Held und Jürgen Petersen Platz machten. Ein mutiger Versuch, das Spiel zu drehen. Oder, weniger höflich formuliert: Graz stellte um, bevor Kottingbrunn die nächste Rechnung präsentierte. Diese Rechnung kam in der 75. Minute. Joao Bermudo bereitete vor, Carsten Kolb vollendete zum 2:1. Der Mittelfeldspieler war damit an beiden Kottingbrunner Toren beteiligt - erst als Vorlagengeber, dann als Torschütze. "Beim ersten Tor war ich der Lieferdienst, beim zweiten habe ich selbst unterschrieben", lautete Kolbs sinngemäße Bilanz nach dem Spiel. In der Schlussphase warf Graz trotz Unterzahl noch einiges nach vorn. Louis Finnan, Linus Kaufmann und Ingvar Bloch suchten den Abschluss, doch Kottingbrunn verteidigte den Vorsprung mit wachsender Entschlossenheit. Die Statistik bestätigte den Eindruck: 60,7 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, 39,3 für Graz. Auch bei den Zweikämpfen lag Kottingbrunn mit einer Quote von 52,1 Prozent knapp vorn. Goldfinger dürfte mit dem Auftritt zufrieden gewesen sein. Seine Mannschaft spielte zunächst im Kontermodus, schaltete in der Schlussphase aber sichtbar auf Pressing und vollen Einsatz. "Am Ende war jeder Zweikampf ein Bewerbungsgespräch für die nächste Minute", hätte der Trainer sinngemäß sagen können. Graz hatte die Chancen, Kottingbrunn hatte die entscheidenden Antworten. Im Fußball ist das meistens die höfliche Umschreibung für: drei Punkte, bitte. 09.09.2026 00:12 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler