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Kölner Offensiv-Gala: Alemannia erlebt stürmischen Abend im eigenen Stadion

Es war ein Abend, an dem selbst der Himmel über Aachen wohl Mitleid hatte - grau, nass und voller Vorzeichen für das, was die 2531 Zuschauer im Tivoli erwartete. Alemannia Aachen gegen SC Köln, ein Duell, das in der Oberliga E zumindest auf dem Papier Spannung versprach. Auf dem Rasen allerdings entschieden die Gäste früh, wer Herr im Haus ist: Köln siegte mit 5:2 und hätte, gemessen an Chancen und Ballbesitz, locker zweistellig treffen können.

Schon nach elf Minuten begann der Kölner Regen - kein Wasser, sondern Tore. Arne Fricke, 21 Jahre jung und mindestens ebenso unbekümmert, wie sein Name kurz klingt, traf nach Vorlage von Routinier Samuel Macleod. Und weil Fricke offenbar Gefallen an seinem neuen Lieblingsspiel gefunden hatte, legte er bald wieder los: In der 22. Minute servierte er elegant für Luke MacEwen, der sich nicht zweimal bitten ließ. "Wir wollten gleich zeigen, dass wir Fußball spielen können", grinste MacEwen später, während er sich mit Eisbeutel am Knöchel auf die Bank fallen ließ - eine Verletzung zwang ihn zur Pause runter.

Doch damit nicht genug: In der 40. Minute schnürte Fricke seinen Doppelpack. "Ich dachte zuerst, der Ball sei zu weit", sagte er lachend nach dem Spiel, "aber dann sah ich, dass der Aachener Torwart genauso überrascht war wie ich." Der Schuss zappelte im Netz, und die Alemannia wirkte zu diesem Zeitpunkt mehr wie eine Jugendmannschaft auf Klassenfahrt denn wie ein Oberligist.

Kurz vor der Pause gab es allerdings ein Lebenszeichen: Olav Hennig flankte präzise auf Benjamin Hübner, der mit seiner ganzen Routine zum 1:3 einköpfte. Trainer Kölsche Alemanne (ja, der Name ist echt) jubelte an der Seitenlinie, als hätte sein Team gerade das Champions-League-Finale erreicht. "Ein Tor vor der Pause ist immer gut für die Moral", erklärte er später mit leicht ironischem Unterton - vielleicht wusste er da schon, dass Moral allein keine Punkte bringt.

Nach der Pause versuchte Aachen offensiver zu agieren, die Taktik blieb laut Statistik auch tatsächlich auf "OFFENSIVE" stehen. Das Problem: Köln blieb einfach besser. In der 54. Minute war es wieder Fricke, diesmal erneut nach Vorlage von Macleod. "Ich musste gar nicht mehr viel machen", meinte der 34-jährige Flügelspieler trocken. "Ich such’ einfach Arne - der macht den Rest."

Als dann in der 69. Minute Alain Fairchild mit einem satten Linksschuss auf 5:1 stellte, war die Messe gelesen. Der junge Maik Runge hatte ihm den Ball perfekt serviert, und Fairchild durfte sich anschließend sogar noch eine Gelbe Karte abholen - offenbar aus purer Langeweile.

Aachen kam am Ende noch zu Ergebniskosmetik: In der 93. Minute traf erneut Hübner, diesmal ohne Vorlage, einfach aus Trotz. Der Jubel fiel entsprechend leise aus, eher ein höfliches "Na immerhin".

Die Statistik des Abends spricht Bände: Köln mit 21 Schüssen aufs Tor, Aachen mit mageren drei. Ballbesitz? 58 zu 42 Prozent zugunsten der Gäste. Tacklingquote? Auch da war Köln vorn - 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Nur bei den Gelben Karten herrschte Gleichstand: Jannis Haag auf Aachener Seite sah Gelb in der 78. Minute, Fairchild bei Köln in der 92. - ein fairer Austausch zum Schluss.

Taktisch blieb Köln über 90 Minuten "balanced", also ausgeglichen - was in diesem Fall bedeutete, dass sie einfach in jeder Phase überlegen waren. Aachen dagegen spielte laut Daten zwar offensiv, aber mit "WEAK" eingestuftem Einsatz. "Das hab ich denen nicht befohlen", grummelte Trainer Alemanne nach dem Spiel. "Ich hab gesagt, sie sollen laufen - nicht schlendern."

Kölns Trainer, der sich nach dem Abpfiff lieber im Hintergrund hielt, lobte vor allem Fricke: "Wenn der so weitermacht, muss ich ihm irgendwann das Schießen verbieten - sonst fliegen uns die Netze weg."

Und so verließen die Zuschauer das Stadion zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor. Ein älterer Fan brachte es auf den Punkt: "Früher haben wir hier mal Bayern geschlagen - heute reicht’s nicht mal gegen Köln."

Ein Abend also, an dem die Alemannia mehr Fragen als Antworten fand und der SC Köln zeigte, dass Oberliga-Fußball auch schön aussehen kann. Wer Fricke und Co. in dieser Form sieht, fragt sich unweigerlich, was sie in dieser Liga eigentlich verloren haben. Vielleicht nur eines: den Spaß am Toreschießen.

Und Aachen? Die werden weiterkämpfen müssen - vielleicht mit etwas weniger Offensivgeist und etwas mehr Einsatz. Oder, wie Hübner es am Ende mit einem müden Lächeln sagte: "Wir haben immerhin zweimal getroffen. Das ist ja schon fast ein Anfang."

27.11.643987 14:51
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