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Kleve stürmt, Speldorf hält - 1:1 im Flutlichtduell der Regionalliga C

Ein Montagabend unter Flutlicht in Kleve, 5.920 Zuschauer eingepackt in dicke Schals und noch dickere Erwartungen. Am 19. Spieltag der Regionalliga C empfing der 1. FC Kleve den VfB Speldorf - ein Duell, das am Ende mit 1:1 endete, aber unterwegs mehr Wendungen bot als so mancher Krimi im Abendprogramm.

Von Beginn an war klar: Trainer Wilfried Kuhse hatte seine Klever auf Angriff gepolt. "Wir wollten zeigen, dass wir das Spiel in die Hand nehmen - wenigstens bis zur 89. Minute", grinste Kuhse später, halb zufrieden, halb sarkastisch. Seine Jungs legten los, als ginge es um den letzten Platz im Sommertrainingslager. Bereits in der zweiten Minute prüfte der 18-jährige Mike Körner mit einem beherzten Schuss die Reflexe von Speldorfs Keeper Stephan Karl. Und das war nur der Anfang einer Klever Chancenflut. Insgesamt 18 Torschüsse verzeichneten die Gastgeber - doppelt so viele wie die Gäste.

Doch das Runde wollte lange nicht ins Eckige. Hanns Frei, stets irgendwo zwischen Strafraumkante und Verzweiflung, köpfte, schoss, stolperte - aber traf nicht. "Ich hab den Ball richtig gut erwischt", sagte Frei über einen Versuch in der 43. Minute, "nur leider war der Torwart im Weg."

Speldorf, von Trainer Jakob Meier eher auf Balance als auf Spektakel eingestellt, hielt dagegen. Ballbesitz leicht zu ihren Gunsten (51,5 Prozent), aber ohne echte Durchschlagskraft. Bis zur Pause blieb es beim 0:0 - ein Zwischenstand, der eher nach Schach als nach Fußball roch.

Nach dem Seitenwechsel allerdings platzte der Knoten. In der 50. Minute schnappte sich Niko Menzel im Mittelfeld den Ball, schickte Frei mit einem perfekten Pass in die Gasse - und diesmal zappelte das Netz. 1:0 für Kleve, das Stadion tobte. Frei lief zur Eckfahne, breit grinsend, und soll dabei laut Augenzeugen "Endlich!" gebrüllt haben.

Doch Fußball wäre kein Fußball, wenn das Schicksal nicht ein Faible für Ironie hätte. Speldorf, bis dahin harmlos wie ein Sonntagsspaziergang, nutzte in der 69. Minute die erste echte Chance eiskalt. Javier Gonzalez steckte den Ball durch auf Namensvetter Javier Manu, der sich nicht zweimal bitten ließ. Ausgleich, 1:1. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Manu später - und grinste, als wüsste er, dass er damit die halbe Klever Defensive in die Verzweiflung stürzte.

Damit nicht genug: Nur fünf Minuten später sah Speldorfs Rechtsverteidiger Nick Fink Rot, nachdem er David Meissner mit einem rustikalen Einsteigen in die Werbebande befördert hatte. "Er hat den Ball gespielt - irgendwann mal, vielleicht im Training", ätzte ein Zuschauer hinter der Pressetribüne. Speldorf musste fortan mit zehn Mann auskommen, verteidigte aber mit allem, was die Regionalligaordnung hergibt: Leidenschaft, Glück und einem Torwart im Superman-Modus.

Kleve drückte, kombinierte, verzweifelte. In der 92. und 93. Minute versuchte es Meissner gleich zweimal, beide Male klatschte der Ball an Karls Handschuhen ab. In der 94. scheiterte der eingewechselte Ralf Müller knapp - und Trainer Kuhse trat wütend in eine Trinkflasche, die prompt den vierten Offiziellen traf. "Die war leer!", rechtfertigte er sich später mit einem Lächeln.

Statistisch war Kleve klar überlegen: mehr Torschüsse, mehr gewonnene Zweikämpfe (52,5 Prozent), mehr Offensivdrang. Doch Speldorf nahm den Punkt mit, dank einer kämpferischen zweiten Hälfte und einem disziplinierten Restteam nach der Roten Karte. Trainer Meier fasste es trocken zusammen: "Ein Punkt ist ein Punkt - und wenn man ihn in Unterzahl holt, fühlt er sich fast wie ein Sieg an."

Die Zuschauer sahen’s ähnlich. Beim Abpfiff gab’s Applaus für beide Seiten - für Kleves Mut und Speldorfs Widerstandskraft. Und irgendwo in der Kabine soll Hanns Frei leise vor sich hin gemurmelt haben: "Wenn wir nächste Woche wieder so spielen, dann fällt der Ball vielleicht auch mal zweimal rein."

Ein gerechtes Unentschieden also, das keiner Mannschaft so richtig hilft, aber beiden das Gefühl gibt, etwas erlebt zu haben. Und wer weiß - vielleicht war es genau diese Art von Spiel, die man später "typisch Regionalliga" nennt: viel Einsatz, viel Herz, und am Ende ein Ergebnis, das weder weh tut noch glücklich macht.

Schlusswort? Nun ja - manchmal ist ein 1:1 eben der ehrlichste aller Spielstände.

27.08.643987 04:42
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