Haaretz Sports
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Kiryat Shmona stolpert - Nazareth Illit siegt clever mit 2:1

Ein lauer Abend im Norden Israels, 44.156 Zuschauer auf den Rängen, und doch war die Stimmung im Kiryat-Shmona-Stadion alles andere als lau. Denn was die Heimmannschaft da in der ersten Halbzeit ablieferte, ließ viele Fans zwischen Sonnenblumenkerne und Stirnrunzeln pendeln. Nazareth Illit, der Gast, nutzte eiskalt zwei Gelegenheiten und entführte am Ende mit einem 2:1 (2:0) drei Punkte, die man in Kiryat Shmona wohl noch eine Weile verdauen wird.

Trainer Ivan Murganovic stand nach dem Schlusspfiff mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und murmelte etwas von "verpassten Chancen" und "fehlender Cleverness". Und ja, das trifft es ganz gut, wenn man sich die Statistik anschaut: 16 Torschüsse für Kiryat Shmona, 10 für Nazareth Illit - aber eben nur ein Treffer für die Gastgeber.

Dabei begann alles recht verheißungsvoll. Schon in der dritten Minute prüfte der junge Stanko Krupnikovic den gegnerischen Keeper Daniel Hunt mit einem satten Linksschuss. "Ich dachte, der fliegt rein", rief ein Zuschauer von der Haupttribüne, nur um Sekunden später hinzuzufügen: "Aber denken ist halt nicht treffen!"

Nazareth Illit brauchte ein bisschen, um ins Spiel zu finden - und dann kam die 23. Minute. Rechtsverteidiger Uwe Ledig setzte sich mit einem beherzten Sprint durch, flankte butterweich (ja, so was gibt’s auch in der Wüste) in den Strafraum, wo Ryan Kerr lauerte. Der Brite stoppte den Ball elegant mit der Brust und drosch ihn halbvolley ins rechte Eck. 1:0 - und das Stadion wurde merklich leiser. "Uwe hat mir den Ball serviert wie ein Kellner mit Stil", grinste Kerr später.

Kiryat Shmona versuchte zu antworten, rannte an, kombinierte hübsch, verzweifelte aber an eigenen Nerven. Und als die Fans gerade auf den Halbzeitpfiff hofften, kam der nächste Dämpfer: In der 43. Minute spielte Nazareths Alejandro Manuel einen klugen Pass in die Schnittstelle, Raul Gonzalo nahm Maß und schlenzte den Ball mit der Innenseite ins lange Eck - 2:0, und die Heimmannschaft wirkte plötzlich so harmlos wie ein Kaktus ohne Stacheln.

"Ich hab ihnen in der Pause gesagt: Wenn ihr weiter so spielt, müsst ihr wenigstens Eintritt zahlen", knurrte Murganovic später halb im Spaß, halb im Ernst.

Und tatsächlich: Nach der Pause zeigte seine Elf ein anderes Gesicht. Aggressiver, mutiger, mit mehr Herz. In der 53. Minute war es dann soweit: Krupnikovic, der auffälligste Mann des Abends, setzte sich auf rechts durch, legte quer, und Inigo Quixano vollendete trocken zum 1:2. Das Stadion erwachte wieder zum Leben, und plötzlich roch es nach Aufholjagd.

Doch Nazareth Illit wäre nicht Nazareth Illit, wenn sie nicht ein bisschen Drama eingebaut hätten. In der 58. Minute sah Innenverteidiger Michael Prinsloo Gelb-Rot, nachdem er zuvor schon verwarnt worden war. Trainer Jörg Hammer verzog keine Miene. "Er meinte, er hätte den Ball gespielt", seufzte der Coach später. "Ich hab nur gefragt: Welchen Ball?"

Mit einem Mann weniger verteidigten die Gäste leidenschaftlich, manchmal rustikal, aber effektiv. Keeper Hunt mutierte im letzten Drittel der Partie zum Helden: In der 81. Minute fischte er einen Schlenzer von Alejandro Cascon aus dem Winkel, und in der Nachspielzeit klärte er einen Kopfball von Vilner spektakulär.

Kiryat Shmona warf alles nach vorn - Murganovic schickte sogar den 18-jährigen Innenverteidiger Inigo Ze Castro für den rechten Verteidiger Ferro aufs Feld. Ein Zeichen: Angriff total. Doch es half nichts. Nazareth Illit rettete das 2:1 über die Zeit, mit langen Bällen, viel Zeitspiel und einem Trainer, der jede Einwurfentscheidung feierte, als wäre sie ein Tor.

"Wir haben clever gespielt, nicht schön", gab Hammer zu. "Aber Schönheit bringt keine Punkte." Und angesichts der Tabelle hat er recht behalten: Drei Zähler mehr im Gepäck, während Kiryat Shmona die verpassten Chancen zählen darf.

Am Ende blieb vor allem die Erkenntnis, dass Ballbesitz (50,8 Prozent für die Gastgeber) zwar hübsch aussieht, Tore aber eben das Spiel entscheiden. Oder, wie es Quixano trocken kommentierte: "Wir hatten den Ball, sie hatten das Ergebnis - und das ist leider das Wichtigere."

Ein bitterer Abend für Kiryat Shmona, ein cleverer für Nazareth Illit. Und irgendwo in der Kabine summte vielleicht jemand leise: "So spielt das Leben."

(Etwa 605 Wörter)

30.06.643987 04:32
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