Außenseiter
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Kickers siegen knapp - Pfullingen stolpert über die eigene Effizienz

Ein kalter Februarabend, Flutlicht über Degerloch, 3.632 Zuschauer mit kalten Füßen, aber warmen Herzen: Die Stuttgarter Kickers haben am 18. Spieltag der Oberliga F den VfL Pfullingen mit 2:1 niedergerungen. Es war ein Spiel, das mehr Wackler als Walzer war - aber immerhin eines mit Charakter.

Bereits nach zwei Minuten prüfte Pfullingens Juanito Esteve mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe die Reflexe von Kickers-Keeper Walther Heinze, der wach war wie ein Student kurz vor der Abgabe. Die Gäste legten furios los - Antonio Miro und Stephan Bach ließen weitere Chancen folgen. Doch das Netz blieb unberührt - Fußball kennt eben keine Gerechtigkeit, nur Effizienz.

Und die bewiesen die Kickers in Minute 19. Nach einem schnellen Umschalten über rechts bediente Gabri Arias seinen Sturmpartner Marcel Bender, der eiskalt blieb und zum 1:0 einschob. "Ich wollte eigentlich flanken, ehrlich!", grinste Arias nach dem Spiel. Trainer der Kickers - der, wie so oft, lieber im Hintergrund blieb - soll daraufhin nur gemurmelt haben: "Dann flank weiter so."

Der Treffer gab den Hausherren Auftrieb. Volker Krug zog die Fäden im Mittelfeld, und Luka Brenner - der in dieser Partie so aktiv war wie ein Espresso nach Mitternacht - erhöhte in der 28. Minute. Nach feinem Zuspiel von Krug schob der 30-Jährige überlegt ins lange Eck ein. 2:0, und die Kickers-Anhänger wärmten sich mit Beifall.

Doch wer Pfullingen kennt, weiß: Die geben nicht klein bei. Nur zwei Minuten später tauchte der flinke Danil Berjosin nach Pass von Esteve vor Heinze auf und verwandelte eiskalt zum 2:1-Anschluss. "Der Junge ist so schnell, dem muss man das Nummernschild ablesen", stöhnte ein Kickers-Verteidiger in Richtung Ersatzbank.

Danach entwickelte sich ein offenes Spiel. Beide Teams hatten je zwölf Torschüsse - statistische Gleichheit, die sich aber auf dem Platz anders anfühlte. Die Kickers wirkten abgeklärter, während Pfullingen gefühlt immer noch auf der Suche nach dem finalen Pass war.

Kurz vor der Pause wurde es ruppiger: Erst sah Pfullingens Rechtsverteidiger Marcel Caron Gelb, dann holte sich Arias die gleiche Farbe ab - möglicherweise, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. "Er hat gesagt, ich soll mitziehen", witzelte Arias später.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schockmoment: Kickers-Linksverteidiger Loic Assouline verletzte sich ohne Gegnereinwirkung und musste in der 54. Minute raus. Yanik Meiser kam und machte seine Sache solide - wenn auch sichtbar vorsichtig. "Ich wollte nicht gleich der Nächste sein, der im Lazarett landet", kommentierte er trocken.

Pfullingen drängte, vor allem über den linken Flügel, wo Alfie Argyll immer wieder gefährlich wurde. Zwischen Minute 49 und 73 hatte der Engländer gleich drei gute Gelegenheiten, doch Heinze im Kickers-Tor hielt, was zu halten war.

In der Schlussphase wurde es hektisch. Stephan Bach von Pfullingen verletzte sich bei einem Zweikampf, musste raus, und Günter Thiede, der erfahrene Gästecoach, haderte: "Wenn du schon Pech hast, dann verteilt’s der Fußballgott gleich im Dutzend."

Die Kickers hingegen verwalteten den Vorsprung clever, auch wenn Luka Brenner in der 81. Minute noch einmal mit einem satten Schuss ans Außennetz für kollektives Raunen sorgte. Danach war Abpfiff - und Erleichterung.

"Wir haben heute nicht geglänzt, aber gewonnen", sagte Torschütze Bender nach dem Spiel, während er sich die Schuhe zuband. "Und manchmal ist das schöner als ein 5:0 - da muss man wenigstens noch schwitzen."

Pfullingens Trainer Thiede sah das naturgemäß anders: "Wir hatten genug Chancen für zwei Spiele. Aber wenn du vorne die Dinger nicht machst, hilft dir auch kein Ballbesitz von 49 Prozent."

Unterm Strich war es ein intensives Duell zweier ebenbürtiger Mannschaften - 12:12 Torschüsse, ein fast ausgeglichener Ballbesitz (51:49), aber eben das eine Tor mehr für die Kickers.

Und so gingen die Flutlichter über Degerloch aus, während die Fans zufrieden nach Hause stapften. Ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird - nicht wegen spielerischer Brillanz, sondern weil es genau das war, was Fußball manchmal sein muss: ehrlich, kämpferisch, ein bisschen chaotisch - und mit einem glücklichen Ende für die Blauen.

Oder, wie es ein Fan beim Hinausgehen auf den Punkt brachte: "Schön war’s nicht. Aber schön, dass es vorbei ist - und wir gewonnen haben."

03.01.643991 17:13
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Klaus Toppmöller
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