Außenseiter
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Kickers ohne Biss - Pirmasens tanzt in Würzburg zum 2:0

Wenn 3286 Zuschauer an einem kühlen Samstagabend ins Stadion pilgern, erwarten sie wenigstens ein bisschen Drama. Die Kickers Würzburg lieferten es - allerdings in der falschen Richtung. Mit 0:2 (0:0) mussten sich die Unterfranken dem FK Pirmasens geschlagen geben. Die Gäste spielten wie eine gut geölte Maschine, die Würzburger dagegen wie ein Traktor im Matsch: viel Lärm, wenig Vortrieb.

Dabei fing alles gar nicht so schlecht an. In der dritten Minute hatte Timm Fiedler die Führung auf dem Fuß. Ein satter Schuss, ein Raunen durchs Stadion - und dann nur das vertraute Geräusch eines Balls, der ins Fangnetz segelt, aber leider auf der falschen Seite. Danach sahen die Zuschauer 40 Minuten lang, was man wohl als "kontrollierte Ideenlosigkeit" bezeichnen könnte. Würzburg stand kompakt, Pirmasens kombinierte gefällig - aber beide schafften es, das Tor erfolgreich zu vermeiden.

"Wir wollten erstmal sicher stehen", erklärte Würzburgs Trainer im Kabinengang, während er sich den Mantel enger zog. "Hat ja auch bis zur 50. Minute geklappt." Leider nur bis dahin. Denn dann schlug Hugo Alves zu. Nach feinem Zuspiel von Nikolai Dotschew zirkelte der Portugiese den Ball aus 16 Metern präzise ins rechte Eck. Würzburgs Keeper Friedrich Engelhardt flog zwar heldenhaft, aber mehr für die Galerie. 0:1 - und plötzlich war das Spiel entschieden, auch wenn noch 40 Minuten auf der Uhr standen.

Denn während Pirmasens jetzt immer druckvoller auftrat, schien Würzburg kollektiv in eine Schockstarre zu verfallen. Die Gäste feuerten Torschüsse ab, als gäbe es Punkte fürs Zielen: 18 Mal in Richtung Würzburger Kasten, während die Kickers in 90 Minuten ganze einmal das Tor trafen - und das war der Versuch aus der dritten Minute. Ballbesitz? 58 zu 42 Prozent für Pirmasens. Tacklingquote? Ebenfalls für die Gäste. Und die Körpersprache sprach Bände: Während die einen liefen, redeten und antrieben, wirkten die anderen, als hätten sie noch eine Wette laufen, wer am längsten unauffällig bleibt.

In der 63. Minute machte dann Alex Coviello endgültig den Deckel drauf. Nach einem butterweichen Pass von Kornej Babinow schlenzte der Mittelstürmer den Ball aus halblinker Position in die Maschen - technisch sauber, lässig, beinahe arrogant. "Ich hab gesehen, dass der Torwart leicht nach rechts rutscht", grinste Coviello später. "Da dachte ich mir: Links ist auch schön."

Würzburg versuchte danach, wenigstens den Anschluss zu erzwingen, doch es blieb beim Versuch. Marvin Schöne versuchte das Spiel zu lenken, sah dafür aber in der 70. Minute Gelb und in der 95. Gelb-Rot. "Ich wollte einfach Zeichen setzen", erklärte er nach Abpfiff. "War vielleicht das falsche Zeichen." Trainer Schweitzer von Pirmasens nahm’s mit Humor: "Ich hab mich schon gefragt, ob sie am Ende mit acht Mann weitermachen wollen."

Pirmasens musste derweil kurz zittern, als Mittelfeldmotor Archie MacAlister nach 70 Minuten verletzt raus musste. Doch Ersatzmann David Bernier fügte sich nahtlos ein, während vorne der junge Noah Specht die Würzburger Abwehr schwindlig spielte. Sechs Torschüsse in 25 Minuten - das nenne man Einsatzfreude. Nur das Tor blieb ihm verwehrt. "Ich dachte, irgendwann muss einer reingehen", lachte Specht. "Aber vielleicht hebe ich mir das fürs nächste Mal auf."

Die Schlussphase? Ein Musterbeispiel für Würzburger Verzweiflung. Lange Bälle, die keinen Abnehmer fanden, hektische Zweikämpfe, ein paar wütende Gesten in Richtung Schiedsrichter - alles, was zu einem unglücklichen Fußballabend gehört. Als Schiedsrichterin Kluge nach 96 Minuten endlich abpfiff, war das Publikum erleichtert. Nicht über das Ergebnis, sondern dass es vorbei war.

"Wir haben heute gesehen, wo wir stehen", murmelte Kickers-Kapitän Helmut Bode in die Mikrofone. "Und das ist leider irgendwo zwischen Mittelfeld und Ideenlosigkeit." Pirmasens dagegen feierte ausgelassen, Trainerin Gudrun Schweitzer strahlte: "Wir haben mutig gespielt, clever abgeschlossen und die Kontrolle behalten. So darf’s weitergehen."

So endete ein Abend, der für Würzburg keiner zum Erinnern war - außer vielleicht als Lehrstunde in Sachen Effizienz. Zwei Tore, 18 Torschüsse, klare Verhältnisse: FK Pirmasens nahm drei Punkte mit und hinterließ ein Stadion, in dem man vor allem eines hörte - das Knirschen der Würzburger Zähne.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen seufzte: "Na ja, wenigstens war das Bier kalt."

30.07.643993 09:11
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Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel.
Günter Netzer
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