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Kein Tor, kein Glück: Catania verzweifelt an Udinese-Mauer

Es war einer dieser sizilianischen Abende, an denen das Meer rauscht, die Luft nach Salz schmeckt - und das Publikum nach Toren lechzt. 43.500 Zuschauer im Stadio Angelo Massimino hatten sich am Dienstagabend eingefunden, um den AS Catania am 9. Spieltag der 1. Liga Italien gegen den FC Udinese jubeln zu sehen. Sie bekamen alles: Leidenschaft, Chancen, Gelbe Karten - nur keinen Treffer. Das 0:0 fühlte sich am Ende an wie ein Witz mit zu langem Aufbau und ohne Pointe.

Dabei hatte Catania-Trainer Albern Albert alles auf Offensive gesetzt. Schon die taktische Ausrichtung verriet es: OFFENSIVE, so stand es in der Statistik, und das war auf dem Rasen nicht zu übersehen. Von der ersten Minute an preschten Rui Aznar, Alexander MacDuff und Sergi Capucho nach vorn, als gäbe es kein Morgen. Nach zehn Minuten prüfte Peter Behrendt erstmals den Udinese-Keeper Luca Lange, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, ein unüberwindbarer Fels in der Brandung zu sein.

"Ich dachte irgendwann, der Ball will einfach nicht rein", stöhnte MacDuff nach dem Spiel, noch mit Grasflecken auf den Knien. Der Schotte hatte allein sechs der 16 Catania-Abschlüsse zu verantworten, jeder einzelne energisch, keiner erfolgreich. In der 31. Minute zirkelte er den Ball knapp am langen Pfosten vorbei, in der 89. scheiterte er mit einem wuchtigen Kopfball - Symbolbild des Abends.

Udinese dagegen wirkte wie ein Team, das mit der Ballbesitzanzeige (49,2 Prozent) zufrieden war, solange das Ergebnis stimmte. "Wir wollten kontrollieren, nicht glänzen", sagte Coach Emiliano Dicetutto trocken. Und kontrollieren konnten sie: Mit nur drei Torschüssen in 90 Minuten und einer Abwehr, die sich an diesem Abend anfühlte wie eine Betonwand mit Stacheldraht. Bailey Munro, der 33-jährige Innenverteidiger, brachte in der Schlussminute sogar selbst noch einen Schuss zustande - vermutlich, um zu zeigen, dass auch Verteidiger Träume haben.

Catanias Einsatz war unbestritten. In der 8. Minute kassierte Linksverteidiger Luca Salvatore früh Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass Grätschen nicht zwingend eine Liebeserklärung ist. "Ich wollte ihm nur den Ball zeigen", erklärte er nach dem Spiel mit einem Grinsen, "er wollte ihn aber nicht sehen." In der 83. Minute folgte Michele Panettieri mit der zweiten Gelben Karte für Catania - ein Zeichen dafür, dass man bis zuletzt an die Mission geglaubt hatte, wenn schon nicht ans Glück.

Für den tragischen Moment des Abends sorgte der junge Miguel Gutierrez, der in der 56. Minute verletzt raus musste. Unter Applaus wurde er vom Platz getragen, während Ersatzmann Carl Goncalves eilig das Trikot überstreifte. "Miguel ist jung, der steht wieder auf", beruhigte Trainer Albert nach dem Spiel und fügte mit einem Seufzer hinzu: "Hoffentlich auch unsere Offensive."

Die Udineser Taktik war so durchschaubar wie effektiv: BALANCED im Alignment, COUNTER im Angriff, NO beim Pressing - also: abwarten, kontern, Kaffee trinken. Und tatsächlich: Catania rannte, Udinese stand. Wenn es ein Bild für das Spiel gäbe, dann wäre es wohl das von MacDuff, der in der 71. Minute mit hängenden Schultern zum Mittelkreis trottete, nachdem Rui Aznar erneut an Lange gescheitert war.

Als in der Nachspielzeit Niccolò Marittimo noch für Capucho kam, wirkte das mehr wie ein symbolischer Wechsel: Jugend für Erfahrung, Hoffnung für Realität. Doch der Schlusspfiff kam schneller als jede Erlösung. 0:0. Kein Jubel, kein Drama - nur dieser bittere Nachgeschmack von verpasster Gelegenheit.

"Wenn wir so spielen, gewinnen wir irgendwann 3:0", meinte Trainer Albert trotzig auf der Pressekonferenz. "Ich hoffe nur, dass es nicht erst nach Weihnachten passiert." Sein Gegenüber Dicetutto hob eine Augenbraue und konterte: "Manchmal ist ein 0:0 der schönste Sieg - vor allem auswärts in Catania."

So gingen beide Teams auseinander: Catania mit Frust, Udinese mit Erleichterung, und die Zuschauer mit dem Gefühl, ein Spiel gesehen zu haben, das eigentlich alles hatte - außer den entscheidenden Moment.

Und während der Wind vom Ätna durchs Stadion zog, murmelte ein älterer Fan beim Hinausgehen zu seinem Enkel: "Früher haben sie wenigstens ins Tor getroffen." Der Junge nickte ernst, als hätte er gerade eine große Wahrheit verstanden - oder einfach nur gehofft, dass es beim nächsten Mal endlich wieder knallt.

12.02.643994 02:40
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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