Anpfiff
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Kein Sieger im Dauerregen - Weiler verzweifelt an Magdeburgs Mauer

Es gibt Spiele, die vergisst man nie - und dann gibt es Spiele wie dieses: Zukunft Magdeburg gegen Weiler im Allgäu, ein 0:0 der besonders hartnäckigen Sorte. 12.724 Zuschauer im Magdeburger Stadion sahen am 31. Spieltag der 3. Liga ein Match, das irgendwie alles hatte: Karten, Chancen, eine Verletzung, einen Platzverweis - nur eben keine Tore.

Dabei fing alles gar nicht so schlecht an. Schon in der 19. Minute prüfte Robin Born aus der Distanz den jungen Keeper Helmut Hinz, der den Ball mit einer Mischung aus Panik und Bravour über die Latte lenkte. "Ich hab einfach gehofft, dass der Ball mich trifft", grinste Hinz später. Eine Minute später durfte Magdeburgs Joshua Hahn auf der Gegenseite zeigen, dass auch er schießen kann - leider direkt in die Arme von Weilers Torwart Robert Schöne, der den Ball so sicher fing, als hätte er ihn vor dem Spiel selbst aufgepumpt.

Das war’s dann aber auch vorerst mit der Magdeburger Offensive. Die Gäste aus dem Allgäu übernahmen das Kommando, schossen aus allen Lagen und ließen die Gastgeber kaum aus der eigenen Hälfte. 15 Torschüsse standen am Ende für Weiler zu Buche - gegen vier der Magdeburger. Linus Berger (32., 40., 72.) und der unermüdliche Jannick Fritsch (45., 51., 53., 66., 83.) ballerten, was das Leder hergab, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

Trainer Mino Raiola, sonst für seine ruhige Art bekannt, konnte sich auf der Bank kaum halten. "Wenn wir noch zehn Minuten länger spielen, trifft einer meiner Jungs den Pfosten - aus Versehen!", polterte er mit einem Grinsen nach Abpfiff.

Zukunft Magdeburg hingegen verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit etwas zu viel davon. Schon in der 7. Minute sah Joshua Hahn Gelb nach einem rustikalen Einsteigen, das man wohlwollend als "motiviert" bezeichnen konnte. In der 47. Minute folgte Georg Born, der dann elf Minuten später mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt wurde. "Ich hab den Ball gespielt - irgendwann mal, glaub ich", murmelte Born in der Kabine.

Weiler nutzte die Überzahl mit noch mehr Druck, doch Magdeburgs Abwehrchef Harald Konrad hielt den Laden zusammen. Als in der 62. Minute Innenverteidiger Niels Bauer verletzt raus musste, übernahm Konrad auch noch dessen Aufgaben. "Ich wusste nicht, dass ich so viel rennen kann", keuchte er nach dem Spiel - und wurde prompt zum inoffiziellen "Mann aus Titan" gekürt.

Die Schlussphase hatte dann etwas von einem Belagerungsfilm. Weiler spielte offensiv (und laut Statistik auch tatsächlich so eingestellt), Magdeburg verteidigte heroisch - oder verzweifelt, je nach Perspektive. Selbst der 17-jährige Juanito Marco durfte zweimal nach vorne sprinten (33., 64.), wurde aber von seinen Mitspielern schnell wieder zurückgewunken: "Komm lieber wieder, Junge, einer muss hier noch verteidigen!"

Als der Schiedsrichter nach 92 Minuten abpfiff, klang der Jubel der Magdeburger wie der eines Siegers. Trainer FC Zukunft fasste es trocken zusammen: "Ein Punkt ist auch ein Ergebnis. Und kein Gegentor ist fast wie ein Tor."

Statistisch betrachtet war das Spiel eine Lehrstunde in Geduld: Ballbesitz 48,6 zu 51,3 Prozent, Zweikampfquote 44,5 zu 55,4 - alles spricht für Weiler. Nur das Wesentliche fehlte: der Treffer. Vielleicht lag’s am Flutlicht, vielleicht am Rasen, vielleicht einfach am Schicksal.

Im Pressekonferenzraum sagte Weilers junger Stürmer Fritsch mit einem bitteren Lächeln: "Ich hab heute öfter aufs Tor geschossen als auf meiner Playstation - und trotzdem kein Treffer." Selbst sein Trainer musste lachen: "Dann solltest du vielleicht öfter spielen als zocken."

Während die Zuschauer in den nasskalten Abend hinausschlichen, tröstete sich das Magdeburger Publikum mit der Erkenntnis, dass man auch ohne Offensivfeuerwerk Spannung erleben kann. Und immerhin: Kein Gegentor, keine Niederlage - und jede Menge Gesprächsstoff.

Ein Spiel wie ein Roman ohne Punkt, aber mit Komma. Oder um es mit Magdeburgs Humor zu sagen: "0:0 - das neue 1:1."

21.03.643990 11:54
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