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Katowice stolpert über Pruszkows Flügelflitzer - 0:1-Heimschlappe vor 20.000 Fans

Ein kalter Märznachmittag, Flutlicht, 20.000 frierende, aber hoffnungsvolle Kehlen - und am Ende doch wieder diese eine Szene, die alles entscheidet. Der FC Katowice hat am 23. Spieltag der 1. Liga Polen eine bittere 0:1-Heimniederlage gegen den SK Pruszkow kassiert. Der entscheidende Treffer fiel kurz vor der Pause, in der 42. Minute, als der 19-jährige Stanislaw Ogaza einen präzisen Pass seines 17-jährigen Mitspielers Daniel Szczepaniak eiskalt verwertete.

Dabei hatte der Abend so verheißungsvoll begonnen - zumindest für die Statistiker. Katowice hatte mehr Ballbesitz (54 Prozent), spielte gefällig durch die Mitte, ließ den Ball rollen wie in einem Trainingsvideo. Nur: Tore gibt es dafür keine Punkte. Während die Gastgeber fünf harmlose Schüsschen auf das Tor zustande brachten, prüften die jungen Wilden aus Pruszkow den Katowicer Keeper John Davonport ganze 14 Mal.

Die Partie begann furios, allerdings nur für die Gäste. Schon nach einer Minute donnerte Domenik Szymkowiak den Ball knapp über den Querbalken - ein Weckruf, den Katowice geflissentlich verschlief. Auch in Minute 3, 11 und 19 sorgten Pruszkows Stürmer für Alarmstufe Rot im Strafraum. "Wir wollten sie kommen lassen und dann umschalten", erklärte Katowices Kapitän Ralf Fröhlich hinterher. Dann lachte er kurz bitter. "Nur haben wir vergessen, irgendwann auch umzuschalten."

Pruszkows Trainer Stefan Petruck sah das naturgemäß anders. "Unsere Jungs haben heute mit Herz gespielt", sagte er mit einem breiten Grinsen. "Wenn man mit durchschnittlich 19 Jahren so auftritt, kann man nur stolz sein." Tatsächlich wirkte der SK Pruszkow wie eine Jugendmannschaft mit Turboantrieb: Flügelspiel, Tempo, Mut - und eine erstaunliche Ruhe am Ball.

In der 42. Minute dann der Lohn: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte legte Innenverteidiger Daniel Szczepaniak, gerade einmal 17 Jahre jung, den Ball überlegt auf die linke Seite. Dort startete Stanislaw Ogaza, ließ seinen Gegenspieler Baluszynski alt aussehen und schob den Ball cool ins lange Eck. 0:1 - der Rest war Jubel, Verzweiflung und Frust in wechselnder Verteilung.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", stöhnte FC-Verteidiger Jan Janas nach dem Spiel. "Aber Ogaza hat einfach weitergemacht. Das war so ein Moment, wo du weißt: Das wird ein langer Abend."

Nach der Pause mühte sich Katowice redlich, blieb aber harmlos. Jakub Olisadebe versuchte es in der 48. Minute aus spitzem Winkel, Fröhlich prüfte kurz darauf Torhüter Humberto Miguel - ohne Erfolg. Der junge Schlussmann der Gäste fischte alles weg, was halbwegs gefährlich wurde. Einmal parierte er sogar mit dem Gesicht, was ihm den Spitznamen "Eiserne Maske" einbrachte, zumindest laut einem besonders euphorischen Fan auf der Tribüne.

Pruszkow blieb derweil bei seiner offensiven Grundordnung, spielte weiter über die Flügel und lauerte auf den entscheidenden Konter. Trainer Petruck wechselte klug: Ogaza durfte nach 53 Minuten unter Applaus vom Platz, Christopher Preston übernahm, später kamen auch Spizak und Szamotulski. Frisches Blut, frischer Wind - und Katowice weiterhin ohne Durchbruch.

"Wir haben den Ball laufen lassen, aber nicht den Gegner", fasste Katowice-Coach trocken zusammen. "Das war, als ob man versucht, eine verschlossene Tür mit einem Lächeln zu öffnen."

In den letzten Minuten warf Katowice alles nach vorn, selbst Innenverteidiger Michail Kobylanski rückte in den Sturm vor. Doch statt des Ausgleichs folgten weitere Nadelstiche der Gäste: Marcello Amendolara (87.) und der unermüdliche Szymkowiak (88.) zwangen Davonport erneut zu Glanzparaden.

Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel im Gästeblock ohrenbetäubend. Die jungen Spieler des SK Pruszkow tanzten im Kreis, während Katowices Profis enttäuscht Richtung Kabine schlichen. "Manchmal reicht ein Moment, um ein Spiel zu verlieren", murmelte Fröhlich, "und manchmal ist das dieser Moment in der 42. Minute."

Ein Satz, der die Geschichte dieses Abends perfekt zusammenfasst: Katowice hatte mehr Ball, mehr Erfahrung, mehr Routine - Pruszkow hatte einfach mehr Mut. Und Mut, das weiß man spätestens seit heute, kann in der 1. Liga Polen drei Punkte wert sein.

Vielleicht wird man in ein paar Jahren sagen: Das war das Spiel, in dem Pruszkows Talente erwachsen wurden. Für Katowice bleibt die Erkenntnis, dass Ballbesitz schön ist - Tore aber schöner wären.

02.06.643993 12:30
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