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Katanien glüht rot: AS Catania ringt Manchester Devils ein 1:1 ab

Ein lauer Abend auf Sizilien, 43.500 Zuschauer, das Stadion vibrierte wie eine Espressomaschine auf Höchsttouren - und mittendrin zwei Teams, die sich nichts schenkten: AS Catania und die Manchester Devils trennten sich zum Auftakt der Conference-League-Gruppenphase mit 1:1. Ein Ergebnis, das beiden nicht so richtig schmecken wollte - aber das Spiel selbst war ein Genuss für jeden, der Fußball mit Herz, Schweiß und gelegentlichem Chaos liebt.

Die ersten Minuten gehörten den Gastgebern. Bereits nach 60 Sekunden donnerte Alejandro Cascon den Ball auf das Tor der Engländer, als wolle er das Tornetz gleich mit ins Meer schießen. "Ich wollte gleich ein Zeichen setzen", grinste der 23-Jährige später, "aber der Keeper wollte wohl nicht mitspielen." George Boyle, der Torwart der Devils, tat es tatsächlich nicht - er fischte den Ball mit einer artistischen Flugeinlage aus dem Winkel und klatschte sich anschließend selbst auf die Handschuhe.

Catania drückte weiter, Ingo Viana prüfte Boyle in der 11., 20. und 23. Minute - der Mann war so aktiv, dass man ihn eher für einen Triathleten als für einen Stürmer hätte halten können. "Wenn ich heute kein Tor mache, fress’ ich meinen rechten Schuh", brüllte er nach dem dritten vergebenen Versuch in Richtung Ersatzbank. Zum Glück blieb es beim Spruch, denn die Schuhmarke war Leder pur.

Und dann kam Minute 28 - und die Devils. Ausgerechnet, als Catania sich gerade ein Espresso Päuschen gönnte, konterte Manchester eiskalt: Rafet Kisa, der flinke Rechtsaußen, zog nach einem langen Ball von Innenverteidiger Timofej Tertyschny ab - 0:1. Der Schuss schlug so trocken ein, dass man das Rascheln des Netzes fast als britischen Unterton hören konnte. "Wir wussten, dass Catania hoch steht", erklärte Devils-Coach Reto Klopfenstein später, "also haben wir ihnen den Gefallen getan und direkt in die Lücke gespielt."

Mit diesem Rückstand ging es in die Pause. Catania-Trainer Albern Albert wirkte in der Kabine angeblich so wütend, dass selbst die Taktiktafel Angst bekam. "Ich habe nur laut gesprochen", verteidigte er sich danach mit einem schiefen Grinsen. "Und vielleicht ein Stück Kreide geworfen. Aber gezielt."

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: Catania rannte, Manchester lauerte. Doch diesmal hatte der sizilianische Offensivdrang Methode. In der 58. Minute zirkelte Mittelfeldmotor Sebastien Jean-Pierre einen Freistoß butterweich in den Strafraum - und wer stand da? Nicht etwa ein Stürmer, sondern Innenverteidiger Janos Desire, der sich kurzzeitig als Mittelstürmer verkleidet hatte. Kopfball, Tor, 1:1! Das Stadion explodierte, und Desire lief jubelnd Richtung Eckfahne, als hätte er gerade die Lottozahlen gezogen. "Ich hab nur gesehen, dass der Ball kommt und gedacht: warum nicht?", lachte er.

Danach war Feuer drin. Die Devils versuchten, das Spiel zu beruhigen, während Catania plötzlich Flügel bekam - im wahrsten Sinne. Trainer Albert ließ über die Außenbahnen attackieren, und seine Jungs warfen alles nach vorn: lange Bälle, flache Bälle, manchmal auch einfach nur Bälle. In der 86. Minute prüfte der eingewechselte Sergi Capucho den Teufelskeeper, in der Nachspielzeit hämmerte Cascon noch einmal aus 25 Metern drauf - aber Boyle blieb der Fels in der Brandung.

"Wir hätten das zweite Tor machen müssen", seufzte Albert. "Aber wenigstens hat keiner seinen Schuh gegessen." Klopfenstein dagegen war halb zufrieden: "Ein Punkt in Italien ist nie schlecht. Und ehrlich gesagt: Ich bin froh, dass Desire anscheinend denkt, er sei Stürmer - sonst hätten wir vielleicht verloren."

Die Statistik zeigte am Ende ein ausgewogenes Bild: 16:11 Torschüsse für Catania, 47 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote knapp über 51 Prozent. Ein Spiel auf Augenhöhe - oder wie ein englischer Journalist neben mir murmelte: "A draw dressed like drama." Und tatsächlich: wer das sah, bekam alles, was europäischer Fußball in der Nebensaison verspricht - Leidenschaft, Lärm und ein bisschen Wahnsinn.

Beim Abpfiff applaudierte das Publikum minutenlang. Die Spieler klatschten sich ab, als wollten sie sich gegenseitig zu einem zweiten Durchgang überreden. Nur einer schüttelte den Kopf: Catanias Keeper Roland Vittek, der 90 Minuten lang hauptsächlich Zuschauer war. "Ich hab mir fast Sonnenbrand geholt", witzelte er. "Aber wenigstens von der richtigen Seite des Spielfelds."

So endet der sizilianische Auftaktabend mit einem gerechten 1:1 - einem Spiel, das keiner so richtig gewonnen, aber auch keiner so richtig verloren hat. Und wenn man ehrlich ist: In dieser Conference League, wo Romantik und Chaos noch Hand in Hand gehen, ist genau das manchmal das schönste Ergebnis.

07.08.643990 06:05
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Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
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