Außenseiter
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Kaiserslautern siegt jung und stürmisch - FC Hassloch verzweifelt an der Linie

Es war ein kalter Februarabend in der Oberliga E, aber auf dem Betzenberg brannte die Luft: 4043 Zuschauer sahen am 11. Spieltag, wie eine selbstbewusste, fast schon freche Kaiserslauterer Mannschaft den FC Hassloch mit 2:0 (1:0) in die Pfalz-Nacht schickte. Zwei Tore, fünfzehn Torschüsse und jede Menge jugendlicher Übermut - das Publikum bekam, was es wollte: Tempo, Dramatik und ein bisschen Chaos.

Die Partie begann, wie sie endete - mit Lautrer Druck. Trainer Kada Schmide hatte ihre Elf offensiv eingestellt, das war von der ersten Minute an spürbar. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Angst haben, auch wenn die Tabelle was anderes sagt", grinste Schmide nach dem Spiel, während sie ihre Mütze tief ins Gesicht zog.

Bereits nach elf Minuten prüfte Stephane Chamberlain den Hasslocher Keeper Georg Römer mit einem satten Distanzschuss - der erste von insgesamt 15 Abschlüssen der Roten Teufel. Römer war gleich hellwach, während seine Vorderleute offenbar noch überlegten, ob sie wirklich auch mitspielen müssen. Hassloch kam auf magere drei Schüsse aufs Tor - zwei davon so harmlos, dass sich selbst der Ball entschuldigt haben dürfte.

In der 34. Minute dann die Szene, die das Spiel kippte: Der 17-jährige Curt Mann, ein rechter Flügel mit mehr Tempo als eine Pfälzer Regionalbahn, startete nach einem feinen Pass von Diego Zabaleta und drosch das Leder trocken ins Eck. 1:0 - und das Publikum tobte. "Ich hab gar nicht nachgedacht", meinte Mann später schüchtern, "ich hab einfach draufgehalten. Ich glaub, Trainerin Schmide hat geschrien, ich soll flanken - aber das hab ich zum Glück nicht gehört."

Die Hasslocher versuchten, sich ins Spiel zurückzukämpfen, hatten sogar etwas mehr Ballbesitz (knappe 51 Prozent), aber wenig Plan, was man damit anfangen sollte. Ein Schuss von Jannick Meyer in der 35. Minute war mehr ein Symbol für den Abend: gut gemeint, aber eher eine Bewerbung für den nächsten Hochball-Wettbewerb.

Nach dem Seitenwechsel blieb Kaiserslautern tonangebend. Schmide wechselte zur Pause Benjamin Keane für Chamberlain ein - "frische Beine und neue Frisur", wie sie später scherzte. Hassloch dagegen blieb sich treu: solide, bemüht und ungefährlich.

In der 57. Minute kam Oscar Benito für Zabaleta, und der Spanier brachte gleich wieder Schwung über links. "Ich wollte einfach Spaß haben", sagte Benito nach dem Spiel. "Coach meinte, wir sollen das Spiel genießen - also hab ich das gemacht. Vielleicht ein bisschen zu sehr, meinte der Schiri."

Kaiserslautern drückte weiter, doch erst in der 88. Minute fiel die Entscheidung. Ausgerechnet Innenverteidiger Moritz Freitag, frisch eingewechselt für Dylan Donahue, stieg nach einer Ecke von Uwe Beyer am höchsten und köpfte das 2:0. Der Jubel war fast lauter als der Pfiff zur Gelben Karte, die Beyer sich nur Sekunden später abholte - offenbar dachte er, Gelb passe gut zu seinem Einsatz. "Ja, ich war ein bisschen zu motiviert", grinste der 18-Jährige. "Aber besser Gelb als gelangweilt."

Während Lautern feierte, stand FC-Hassloch-Trainer Dirk Vetter (der sich während des Spiels mehrfach die Haare gerauft haben soll) an der Seitenlinie und brummte: "Wir hatten Ballbesitz, ja. Aber das war’s dann auch. Wenn du nicht aufs Tor schießt, kannst du auch keine Tore machen - so einfach ist Fußball manchmal." Seine Spieler nickten betreten.

Statistisch gesehen war es kein Klassenunterschied, aber ein Mentalitätsunterschied. Kaiserslautern gewann 56 Prozent der Zweikämpfe, spielte mutig nach vorn und hatte trotz leicht weniger Ballbesitz die klareren Szenen. Hassloch dagegen wirkte, als hätte man vergessen, dass man Tore schießen darf.

"Das war ein Sieg des Willens - und der Jugend", fasste Schmide zusammen. "Unsere Jungs sind jung, wild und manchmal etwas zu übermütig. Aber lieber so, als wenn sie Angst haben, Fehler zu machen."

Die Fans sahen das ähnlich. Beim Abpfiff sangen sie sich die Kälte aus der Seele, während Curt Mann von den Rängen gefeiert wurde. Der 17-Jährige winkte verlegen und murmelte: "Ich glaub, ich muss morgen trotzdem zur Schule."

So endete ein Spiel, das man in Kaiserslautern noch eine Weile erzählen wird - nicht, weil es ein Spektakel war, sondern weil es zeigte, dass Mut manchmal wichtiger ist als Erfahrung. Und irgendwo in Hassloch wird man sich fragen, ob Ballbesitz eigentlich Punkte bringt.

Kurz gesagt: Lautern lacht, Hassloch hadert - und der Fußball bleibt, wie er ist - wunderbar unberechenbar.

22.09.643990 15:53
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