Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Kaiserslautern siegt jugendlich frech: 2:0 gegen Brunsbüttel

Es war ein kalter Februarabend im Fritz-Walter-Stadion, aber die knapp 1.900 Zuschauer wurden schnell warm - zumindest die im roten Block. Kaiserslautern gewann am zweiten Gruppenspieltag des Liga-Pokals (Oberliga E) verdient mit 2:0 gegen den BSC Brunsbüttel. Zwei Tore, 18 Torschüsse und ein jugendlicher Sturmwirbel ließen Trainer Kada Schmide zufrieden lächeln - und den Gegner etwas ratlos zurück.

Schon nach einer Viertelstunde durften die Lauterer jubeln. Der erst 18-jährige Jorge Varela, links vorne mit einer Mischung aus Übermut und Präzision ausgestattet, traf nach feinem Zuspiel von Oscar Benito zum 1:0. Benito grinste anschließend in die Kameras: "Ich hab ihm einfach gesagt, er soll mal machen - und er hat gemacht." Schmide, der an der Seitenlinie stoisch die Hände in den Taschen behielt, kommentierte den Treffer später trocken: "Das war kein Zufall. Wir trainieren sowas - manchmal klappt’s."

Brunsbüttel hatte in der Anfangsphase durchaus versucht, mitzuspielen. Daniel Klug prüfte in der siebten Minute Lauterns Keeper Oskar Wenzel, der allerdings mehr zu tun hatte, den Ball wieder ins Spiel zu bringen als ihn zu halten. Danach aber gehörte die Partie klar den Pfälzern. Varela, Benito und der 17-jährige Curt Mann machten mit ihren flinken Beinen und jugendlichem Leichtsinn die Gästeabwehr mürbe. "Da war uns manchmal gar nicht klar, wer jetzt eigentlich Stürmer und wer Außenverteidiger ist", gestand Brunsbüttels Trainer nach der Partie - und lächelte bitter.

Zur Pause stand es 1:0, und die Lauterer wirkten, als wollten sie gleich nachlegen. Schmide wechselte den erst 17-jährigen Markus Johansson aus, der nach Gelber Karte und einem etwas zu forschen Zweikampf einen frühen Feierabend bekam. "Ich hab ihm gesagt, er soll reingehen wie ein Erwachsener - nicht wie ein Presslufthammer", meinte der Coach augenzwinkernd. Für ihn kam Robert Lujan, der seine Seite ruhig hielt und den Brunsbütteler Flügel abmeldete.

Das 2:0 fiel in der 55. Minute - ein Spiegelbild des ersten Tores: Diesmal legte Curt Mann, 17 und offenbar ohne Nerven, quer auf Oscar Benito, der trocken vollendete. Benito, mit 23 Jahren fast schon der "Senior" des Offensivtrios, rannte jubelnd zur Eckfahne und brüllte: "Das ist unser Spiel!". Und tatsächlich: Mit 52 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüssen und einem unermüdlichen Pressing zeigten die jungen Lauterer, dass sie nicht nur Talent, sondern auch Disziplin besitzen.

Brunsbüttel kam in der zweiten Halbzeit kaum zum Zug. Drei Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikzettel - einer davon in der 88. Minute, als Routinier Jacob Hanke noch einmal verzweifelt abzog. Wenzel hielt souverän und winkte lässig zur Tribüne. "Ich wollte wenigstens einmal fliegen heute", scherzte der Torwart hinterher. Der BSC, der in allen taktischen Phasen auf "ausgewogen" gesetzt hatte, wirkte dabei eher zahm als balanciert. Kein Pressing, wenig Risiko - und so blieb man auch ohne Tor.

In der Schlussphase wechselte Schmide noch munter durch: Musso kam für Varela, Donahue ersetzte Maurer in der Innenverteidigung. Beide fügten sich nahtlos ein. Nur einmal stockte dem Publikum kurz der Atem, als Walther Pfeifer nach zu beherztem Einsatz Gelb sah. Schmide rief ihm zu: "Nicht alles, was gelb ist, ist Gold!" - und grinste in Richtung Linienrichter.

Nach Abpfiff war die Stimmung prächtig. Kapitän Benito wurde von den Fans gefeiert, während Varela und Mann sich gegenseitig mit Schneebällen bewarfen. Der Trainer fasste es am Mikrofon zusammen: "Wir sind jung, wir machen Fehler - aber wir machen sie schnell." Auf die Frage, ob der Sieg denn verdient war, antwortete er mit einem Schulterzucken: "Schauen Sie auf die Statistik - 18 zu 3 Torschüsse. Ich glaube, das beantwortet sich von selbst."

Brunsbüttels Abwehrchef Lasse Korn, 18 Jahre jung und trotz Niederlage gefasst, meinte nach dem Spiel: "Wir wussten, dass die schnell sind. Aber dass sie so viele Beine haben - das war neu." Sein Trainer nickte. "Wir haben heute viel gelernt. Vor allem, dass man auch mal foulen darf." Ein Satz, der wohl beim nächsten Training Programm werden dürfte.

So endete der Abend in Kaiserslautern mit Applaus, kalten Fingern und dem Gefühl, dass hier etwas entstehen könnte. Die Mischung aus jugendlichem Übermut und taktischer Reife ließ die Fans träumen. Und wer weiß - vielleicht wird in ein paar Jahren einer dieser Jungs, die heute den BSC Brunsbüttel schwindelig spielten, in einem größeren Stadion jubeln.

Oder, um es mit Schmides Worten zu sagen: "Heute Liga-Pokal, morgen vielleicht Champions League - aber erst mal Hausaufgaben."

18.08.643990 19:13
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist doch nicht weltbewegend, wenn ich einen Neuville auf rechts habe, und der spielt halt auf Rechtsaußen. Und der Bode spielt links, das ist eben so - und der Bierhoff in der Mitte.
Olaf Thon zur Taktik von Erich Ribbeck
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager