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Kaiserslautern ringt Frickenhausen nieder - jung, wild und ein bisschen chaotisch

Es war ein kühler Januarabend im Fritz-Walter-Stadion, 20:15 Uhr, Flutlicht, leichter Dunst über dem Rasen - und 4038 Zuschauer, die wohl nicht mit einem derart lebhaften Regionalliga-Abend gerechnet hatten. Am Ende jubelte Kaiserslautern nach einem 2:1 (2:1) gegen Frickenhausen, doch der Weg dorthin war so kurvenreich wie die Lauterer Nachwuchsabteilung selbst.

Trainerin Laura Hellström hatte ihre Elf offensiv eingestellt. "Wir wollten zeigen, dass Offensivgeist keine Altersfrage ist", sagte sie später mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag. Tatsächlich standen mit Aina Damgaard (18), Oliver Frei (19) und Agemar Henrique (19) gleich drei Teenager in der Startelf - und sie spielten, als hätten sie nie etwas anderes getan, als unter Flutlicht zu zaubern.

Schon nach einer Viertelstunde brandete der erste Jubel auf. Yannick Walther, der flinke Rechtsaußen, bekam den Ball von Oliver Frei, zog aus spitzem Winkel ab - und drin war das Ding! 1:0 für Kaiserslautern. Walther grinste später: "Eigentlich wollte ich flanken, aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen dürfte.

Doch Frickenhausen, trainiert vom uruguayischen Taktikfuchs Ezequiel Gargano, ließ sich davon nicht beirren. Mit knapp 55 Prozent Ballbesitz zogen sie ihr Passspiel auf, kurz, präzise, fast schon akademisch. Und in der 33. Minute wurde es belohnt: Der 19-jährige Manuel Dominguez traf nach feinem Zuspiel von Davib Willoughby zum Ausgleich. Gargano klatschte zufrieden in die kalten Hände, brüllte dann aber plötzlich "¡Pressing, hombres!", als wäre er zurück in Montevideo.

Doch bevor seine Worte Wirkung zeigen konnten, schlug Kaiserslautern zurück. In der 41. Minute stieg Innenverteidiger Marco Hofmann nach einer Ecke am höchsten und köpfte wuchtig zum 2:1 ein - Vorlage: der 17-jährige Andrea Mottafollone, der kurz darauf von Dennis Jones (ebenfalls 17) ersetzt wurde. "Ich wusste gar nicht, dass der Junge so gut flanken kann", meinte Hofmann später schmunzelnd. "Vielleicht sollte ich ihm mein Gehalt abgeben - na gut, ein Fünftel."

Die zweite Halbzeit begann mit einem taktischen Schachspiel. Frickenhausen kombinierte weiter gefällig, kam aber kaum zum Abschluss. Sieben Torschüsse insgesamt - nicht schlecht, aber zu harmlos. Kaiserslautern dagegen blieb gefährlich: 15 Schüsse aufs Tor, fast alle mit jugendlicher Unbekümmertheit abgefeuert. Aina Damgaard, die dänische Sturmhoffnung, hatte gleich vier Chancen, scheiterte aber immer wieder an Frickenhausens Keeper Gijs Onderdonk, der mit 18 Jahren ebenfalls zum "Jung gegen Jung"-Spektakel beitrug.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Damgaard auf mich zugerannt kam", lachte Onderdonk nach Spielende. "Aber hey, wenigstens bin ich warm geblieben."

Trainerin Hellström wechselte klug: In der 60. Minute bekam der 17-jährige Charles Grantham seine Chance in der Innenverteidigung, und in der 75. Minute kam Salvador de la Sota für den ausgepowerten Justin Steffen. Die Defensive stand, auch wenn Frickenhausen nochmal alles nach vorne warf. Pascal Schäfer mühte sich redlich, kam aber gegen den jungen Grantham kaum zum Zug. "So einen ruhigen Jungen hab ich selten gesehen", sagte Gargano später. "Ich hab ihn einmal angeschrien, und er hat nur gelächelt - das war beängstigend."

Die letzten Minuten gehörten dann allein der Spannung. Kaiserslautern konterte, Frickenhausen drückte, aber das Netz blieb unberührt. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Hellström ihrem Co-Trainer in die Arme, während Hofmann lachend rief: "Zwei Tore reichen - alles andere ist Statistik!"

Und die Statistik war tatsächlich aufschlussreich: Kaiserslautern mit 45 Prozent Ballbesitz, Frickenhausen mit 55 - aber dafür 15:7 Torschüsse für die Hausherren. Eine dieser Partien, die beweisen, dass Kontrolle nicht gleich Überlegenheit bedeutet.

"Wir haben Mut gezeigt, und manchmal ist das im Fußball wichtiger als Ballbesitz", bilanzierte Hellström zum Schluss. Gargano wiederum stapfte mit einem halb ironischen "Wir haben das Spiel, sie die Punkte" vom Platz - ein Satz, der an diesem Abend so treffend war wie ein Kopfball von Hofmann.

Ein Schlusswort? Vielleicht dies: Kaiserslautern hat gewonnen, weil sie wollten, Frickenhausen hat verloren, weil sie dachten, sie hätten Zeit. Und irgendwo in der Kabine summt wahrscheinlich noch immer jemand: "Offensiv ist manchmal einfach schöner."

16.03.643987 08:05
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