Außenseiter
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Kaiserslautern lässt Köln keine Chance - 4:0 und ein Abend zum Genießen

Ein lauer Märzabend, 3.892 Zuschauer im Stadion und ein Fußballspiel, das von Beginn an nur eine Richtung kannte: nach vorne, und zwar für Kaiserslautern. Beim 4:0-Sieg gegen den SC Köln am 22. Spieltag der Oberliga E zeigte die junge Truppe von Trainer Kada Schmide, dass jugendlicher Leichtsinn manchmal schlicht Spaß macht - besonders, wenn er mit so viel Tempo, Mut und Spielfreude gepaart ist.

Gleich nach dem Anpfiff deutete sich an, dass Kölns defensiver Plan ungefähr so stabil war wie ein Kartenhaus im Wind. Schon in der 6. Minute prüfte der 17-jährige Nael Ze Castro den gegnerischen Keeper mit einem satten Schuss - und das war nur der Auftakt zu einem Offensivfeuerwerk. Nur vier Minuten später zog Ferenc Miriuta aus der zweiten Reihe ab, der Ball zischte halbhoch ins Netz - 1:0 für Kaiserslautern. Der Pass kam von Innenverteidiger Otto Maurer, der sich nach dem Spiel mit einem Grinsen erklärte: "Ich wollte eigentlich nur klären. Aber wenn der Ball halt beim Ferenc landet, sag ich nicht nein."

Köln kam kaum hinterher. Ganze drei Torschüsse standen am Ende für die Gäste zu Buche, einer davon in der 9. Minute, als Maik Runge einmal kurz für Aufregung sorgte - danach war Funkstille. Der Rest des Spiels gehörte der Schmide-Elf, die sich in einen Rausch passte. Mit 52,7 Prozent Ballbesitz und 26 Torschüssen ließ sie die Domstädter aussehen wie eine Schulmannschaft in der Nachspielzeit.

Nach der Pause kam, was kommen musste: das 2:0. In der 54. Minute zog Uwe Beyer - ein Linksverteidiger, wohlgemerkt - aus spitzem Winkel ab. Der Ball flog an Freund und Feind vorbei ins lange Eck. "Ich hab einfach mal gemacht", lachte Beyer nach dem Spiel. "Trainer Schmide hat mir danach gesagt, ich soll das bitte öfter machen. Vielleicht meinte er’s ironisch."

Weniger ironisch war der Gesichtsausdruck von Kölns Coach, der in der 55. Minute wegen einer Verletzung seines Routiniers Christoph Block gezwungen war, umzustellen. Tom Sauer kam - und fand sich direkt im Abwehrchaos wieder. Nur 14 Minuten später erhöhte Kaiserslauterns Mittelstürmer Sergi Beto auf 3:0. Ein klassisches Tor aus dem Lehrbuch: Ballannahme, Drehung, Abschluss - und Kölns Keeper Martin Meissner sah aus, als hätte er lieber ein Buch gelesen.

In der 70. Minute wechselte Schmide dann seine Offensivkräfte durch - Keane kam für Chamberlain, Pfeifer für Beyer, McLeod für Beto. "Ich wollte, dass die Jungs Spaß haben. Und ehrlich gesagt, die wollten gar nicht runter", verriet der Trainer mit einem Augenzwinkern. Der Mut zur Rotation zahlte sich aus: In der 84. Minute setzte Curt Mann, erst 17 Jahre jung, den Schlusspunkt. Nach feiner Vorarbeit von Nael Ze Castro schob er den Ball überlegt ins rechte Eck - 4:0, der Deckel war drauf.

Köln, ohnehin mit einer ausgeglichenen, aber wenig inspirierten Taktik (Pressing? Fehlanzeige!), versuchte sich an Schadensbegrenzung. Doch Kaiserslautern blieb unaufgeregt offensiv, spielte weiter, als ginge es noch um etwas. Als in der 90. Minute Ze Castro erneut zum Schuss ansetzte, raunte ein Zuschauer auf der Tribüne: "Der Junge hat mehr Energie als mein WLAN-Router."

Nach dem Schlusspfiff herrschte beste Laune auf dem Betzenberg. Trainer Kada Schmide wurde auf dem Weg in die Kabine gefragt, ob er nach dem vierten Tor noch Anweisungen gegeben habe. "Ja", sagte er trocken. "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen bitte aufhören, Köln zu demütigen."

Der SC Köln hingegen schlich bedröppelt vom Platz. "Wir waren einfach nicht da", gab Abwehrchef Christian Schröter zu. "Manchmal hast du Tage, da triffst du keinen Ball - und dann kommt Kaiserslautern."

Statistisch gesehen war es eine deutliche Angelegenheit: 26 zu 3 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren. Der Sieg war nicht nur verdient, er war eine Lehrstunde in Sachen Spielfreude.

Zum Schluss stand Trainer Schmide noch einmal vor der Pressewand, grinste in die Mikrofone und sagte: "Ich glaube, die Jungs haben heute verstanden, dass Fußball Spaß machen darf. Und wenn man dabei vier Tore schießt - umso besser."

Ein Abend, an dem alles passte - vom ersten Schuss bis zum letzten Applaus. Und während Köln wohl noch auf der Heimfahrt überlegt, was da eigentlich passiert ist, träumen die Pfälzer schon vom nächsten Gegner. Wenn sie so weitermachen, wird’s für den Rest der Liga ein sehr langer Frühling.

21.05.643993 21:08
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