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Junger Wilder schockt Talavera - Atletic Barcelona siegt 1:0 auswärts

UD Talavera hatte sich den 30. Spieltag der 2. Liga Spanien sicher anders vorgestellt. 20.000 Zuschauer strömten am Samstagabend in das Estadio Municipal, um ihre Mannschaft zum Sieg zu treiben - und gingen mit einem kollektiven Seufzer wieder hinaus. 0:1 hieß es am Ende, und der Held des Abends war kein gestandener Profi, sondern ein 18-jähriger Nachwuchsspieler: Martin Flores von Atletic Barcelona.

Die Partie begann mit vorsichtigem Abtasten, wie es Trainer in der Fachsprache nennen, und was der neutrale Zuschauer als "viel Mittelfeldgeplänkel" bezeichnen würde. Talavera stand ordentlich, Barcelona lauerte - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Schon nach acht Minuten prüfte der junge Guillermo Minambres den Talavera-Keeper Alfonso Galan mit einem satten Schuss, der aber eher als Weckruf denn als echte Torchance diente.

In der 22. Minute dann der Moment, der das Spiel entscheiden sollte: Barcelonas erfahrener Flügelflitzer Diego Mascarenhas legte von rechts mustergültig quer, und Martin Flores, ebenfalls 18, traf mit stoischer Ruhe flach ins linke Eck. 1:0 - und während die Gäste jubelten, sah man bei Talavera-Trainer in spe die Stirnadern pochen. "Wir haben gewusst, dass die Jungs über die Flügel kommen", murmelte ein konsternierter Verteidiger später, "aber man weiß ja auch, dass der Regen von oben kommt, und trotzdem wird man nass."

Talavera versuchte, schnell zu antworten. Bereits in der 27. Minute prüfte Jose Maria Gurendez den jungen Gästetorhüter Caio Djalo, der allerdings ebenfalls erst 18 ist - und die Nerven eines alten Hasen zeigte. Mit einem Reflex, der an eine Katze auf Koffein erinnerte, lenkte er den Ball über die Latte. "Ich hab einfach den Arm rausgehalten und gehofft, dass er da landet", grinste Djalo nach dem Spiel.

Zur Pause stand es 0:1, und während Atletic-Coach Al Bundy mit verschränkten Armen und einem zufriedenen Schmunzeln in der Kabine stand ("Defensiv bleiben, Jungs. Lasst sie laufen."), flogen bei Talavera offenbar die Wasserflaschen. Der Gastgeber kam mit Wut im Bauch zurück - und fast auch mit Erfolg. Gurendez (49. und 51.) hatte gleich zwei gute Gelegenheiten, verzog aber jeweils knapp.

Statistisch war das Spiel nahezu ausgeglichen: 50 Prozent Ballbesitz für Talavera, 50 für Barcelona, 7:10 Torschüsse. Doch während die Hausherren viel Aufwand betrieben, wirkten die Gäste zielstrebiger - und abgebrühter. Besonders der 18-jährige Minambres zeigte, dass Selbstvertrauen keine Frage des Alters ist. Zwischen der 17. und 44. Minute feuerte er gleich viermal aufs Tor, wenn auch ohne Erfolg. "Guillermo wollte unbedingt treffen", lachte Trainer Bundy nach dem Spiel. "Ich hab ihm gesagt, er soll das Tornetz nicht kaputt schießen."

Hektisch wurde es kurz vor der Pause, als Barcelonas junger Rechtsverteidiger Pol del Rio und später der erfahrene Vitorino Couto Gelb sahen. Talaveras Cesc Botin ließ sich im zweiten Durchgang nicht lumpen und holte sich seine eigene Verwarnung ab - gewissermaßen aus Solidarität. "Wenn’s schon nicht für ein Tor reicht, dann wenigstens für die Statistik", witzelte er nach Abpfiff.

Die letzten Minuten gehörten wieder den Gästen, die sich in bester Abwehrformation verschanzt hatten. Innenverteidiger Jake Donovan blockte in der 84. Minute einen gefährlichen Schuss von Botin - und feierte das wie ein Tor. "Ich dachte, mein Schienbein ist durch", grinste er. "Aber wenn’s für drei Punkte ist, zählt’s doppelt."

Als Schiedsrichter Mateo Perez schließlich abpfiff, reckten die jungen Katalanen die Fäuste gen Himmel. Ein Arbeitssieg, ein Teenager-Treffer - und ein Trainer, der sich diebisch freute. "Ich sag’s immer wieder", erklärte Al Bundy in seiner typischen Mischung aus Ironie und Stolz, "die Jungs hören nicht auf mich, aber sie gewinnen trotzdem. Vielleicht ist das ja mein Erfolgsgeheimnis."

Talavera dagegen muss sich an die eigene Nase fassen. 50 Prozent Ballbesitz sind schön, aber Tore zählen eben doppelt. In der Tabelle bleibt man im Mittelfeld stecken - und die Fans gingen mit hängenden Schultern. Ein älterer Herr auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Früher hatten wir Stürmer, heute haben wir Statistiken."

Am Ende bleibt festzuhalten: Atletic Barcelona reist mit drei Punkten im Gepäck und einer Zukunft voller Talent nach Hause. Talavera bleibt die Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach ungerecht ist - und dass ein 18-Jähriger an einem kalten Januarabend Geschichte schreiben kann.

Oder, wie Coach Bundy beim Hinausgehen noch rief: "Ein Tor reicht - wenn man’s zur richtigen Zeit schießt."

01.01.643988 13:10
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