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Primera Division | 17. Spieltag | 21.07.26 | CD Liberia - CD Alajuela 0:2 Schon in den ersten Minuten wehte ein frischer Wind durch Alajuelas Angriff - und der roch verdächtig nach Jugendzimmer und Energy-Drink. Gleich drei 18-Jährige standen in der Startelf der Gäste, und zwei von ihnen trafen ins Schwarze. In der 13. Minute brachte Bruno Santos sein Team in Führung, nach feiner Vorarbeit seines älteren Bruders Julian. "Julian hat mir den Ball auf dem Silbertablett serviert", grinste Bruno nach dem Spiel, "da konnte ich gar nicht anders, als Mama stolz zu machen." Liberias Torwart Carlos Fernandes sah das etwas anders. "Ich dachte, der Junge stolpert gleich über den Ball - tja, falsch gedacht", murmelte er, während ihm noch immer der Schweiß von der Stirn lief. Doch kaum hatte Liberia den Schock halb verdaut, klingelte es erneut. In der 35. Minute war es der zweite Jungspund, Emilio Fernandes, der nach einem präzisen Pass von Sigvard Bruhn zum 0:2 einschob. Die Alajuelenos jubelten ausgelassen - Trainer Fritz Brause dagegen hob nur die Augenbrauen und notierte seelenruhig etwas in sein Heft. "Ich wollte nicht, dass sie abheben", erklärte der Coach später mit einem Augenzwinkern. "Die Jungs glauben sonst noch, sie wären schon Nationalspieler." Die Statistik sprach eine klare Sprache: 13 Torschüsse für Alajuela, nur 5 für Liberia. Ballbesitz nahezu ausgeglichen, aber daran lag’s nicht - es war die Konsequenz und der Mut, die das Spiel entschieden. Während Alajuelas Talente schnörkellos nach vorne kombinierten, verfingen sich die Gastgeber immer wieder im eigenen Netz aus Sicherheitsdenken. Liberias Mittelfeldregisseur Humberto Vidigal versuchte es in der 61. Minute mit einem beherzten Pass auf Stürmer Noe Fernandez, der tatsächlich einmal frei zum Schuss kam - doch Gästetorhüter Ernst Paulsson, ebenfalls zarte 18 Jahre jung, pflückte den Ball mit stoischer Ruhe aus der Luft. "Ich hab’ schon schwerere Bälle gehalten - beim Training gestern", kommentierte er trocken. Die Zuschauer honorierten jeden Liberianischen Angriff mit aufmunterndem Applaus, auch wenn die Versuche meist kläglich verpufften. In der 72. Minute setzte Sergi Brito noch einmal ein Lebenszeichen, aber sein Schuss rauschte am langen Pfosten vorbei. Trainer Brause drehte sich zur Bank und sagte, laut genug, dass es die halbe Haupttribüne hören konnte: "Wenn der reingeht, kaufe ich ihm ein Eis." Auf der anderen Seite zeigte sich Alajuela abgezockt - und erstaunlich diszipliniert. Nur eine Gelbe Karte (Julian Santos, 86.) trübte das Bild etwas, während Liberias Mateo Herrero bereits eine halbe Stunde zuvor für ein rustikales Einsteigen notiert wurde. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch noch da bin", rechtfertigte sich der Linksverteidiger, "leider war der Ball schon weg." In der zweiten Halbzeit schaltete Alajuela einen Gang zurück, verwaltete das Ergebnis mit professioneller Abgeklärtheit - und ließ Liberia die Illusion, es könne noch etwas passieren. Doch außer einem harmlosen Distanzversuch von Jose Carcedo in der 90. Minute kam nichts Zählbares mehr. Der Ballbesitz blieb zwar fast pari (50,7 zu 49,3 Prozent zugunsten der Gäste), doch die Effizienz war der eigentliche Unterschied. Nach Schlusspfiff fasste Trainer Brause das Geschehen mit einem Lächeln zusammen: "Ich bin zufrieden. Wenn die Jungs morgen in der Schule pünktlich sind, noch zufriedener." Auf der anderen Seite stand ein bedienter Liberias-Coach - er wollte sich gar nicht äußern, ließ aber über seinen Pressesprecher ausrichten, man habe "eine Lernkurve erkannt". So verließen die Fans das Stadion zwischen Resignation und Bewunderung. Die Jugend von Alajuela hatte gezeigt, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: laufen, spielen, treffen. Und wer mit 18 Jahren schon weiß, wie man ein Auswärtsspiel vor 20.000 Zuschauern kontrolliert, der darf ruhig ein bisschen träumen. Vielleicht sogar von der Primera-Division-Meisterschaft - vorausgesetzt, sie vergessen nicht, zwischendurch ihre Hausaufgaben zu machen. 22.07.2026 10:45 |
Sprücheklopfer
Ich weiß nicht, ob es Pech ist, wenn man dreimal auf der Linie den Spieler auf der Flucht erschießt.
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