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Jennersdorf siegt knapp - Bleiburg kämpft tapfer, verliert aber die Nerven

An einem kalten Januarabend in Bleiburg trafen zwei Mannschaften aufeinander, die unterschiedlicher kaum hätten sein können: Auf der einen Seite der FC Bleiburg, jung, wild, manchmal etwas übermotiviert. Auf der anderen Seite Jennersdorf, routiniert, abgeklärt und an diesem Abend mit einem Schuss Zynismus gesegnet. Am Ende stand ein schmales 0:1 - aber ein Spiel, das alles hatte: Chancen en masse, ein Platzverweis, eine Verletzung und jede Menge Gesprächsstoff.

Schon beim Aufwärmen deutete sich an, dass Jennersdorf an diesem 25. Spieltag der 1. Liga Österreich etwas vorhatte. Trainer Kevo Kevo - ja, der Name ist tatsächlich Programm - brüllte seine Spieler mit einem Lächeln an: "Heute keine Kunststücke, Jungs. Nur Tore!" Ganz so viele wurden es dann nicht, aber die Richtung stimmte.

Von Beginn an übernahmen die Gäste das Kommando. Schon in der 14. Minute zog Jason Löffler, der flinke Rechtsaußen, erstmals gefährlich ab - Bleiburgs junger Keeper Otto Fricke konnte gerade noch parieren. "Ich hab den Ball gesehen, aber er kam verdammt schnell", grinste Fricke später und wischte sich demonstrativ den Schweiß von der Stirn.

Bleiburg hielt zwar mit, aber Jennersdorf ließ den Ball zirkulieren, als wäre das Spielfeld ihr Wohnzimmer. Ein Torschussverhältnis von 15:4 spricht Bände, und auch beim Ballbesitz (50,04 zu 49,96 Prozent) lag der Unterschied nicht in der Statistik, sondern in der Souveränität.

Die Entscheidung fiel kurz vor der Pause. In der 43. Minute spielte Janis Fuhrmann einen herrlich getimten Pass auf den erfahrenen Marcio Penas. Der ließ sich nicht zweimal bitten: Ein kurzer Haken, ein trockener Schuss - 0:1. Bleiburgs Verteidiger schauten einander an, als hätte jemand das Drehbuch geändert. "Da war kurz Funkstille", gab Kapitän Andre Wendt später zu.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Bleiburg, das Steuer herumzureißen. Trainer Siegi Kowa gestikulierte wild an der Seitenlinie, schrie "Höher raus!" und "Nicht so viel Respekt!". Seine Jungs rannten - aber sie rannten ins Leere. Jennersdorf blieb cool, spielte abwartend, lauerte auf den entscheidenden Konter, der allerdings nie so richtig kam.

In der 54. Minute holte sich der 18-jährige Detlev Thiel nach einem ungestümen Einsteigen die erste Gelbe Karte ab. "Er wollte nur zeigen, dass er da ist", verteidigte ihn Kowa später mit einem schiefen Lächeln. Später, in der 71. Minute, folgte Gelb für den 17-jährigen Stefan Schmitt - und in der 85. Minute machte derselbe Schmitt das, was man als Lehrbeispiel für jugendlichen Überschwang in Trainerlehrgängen zeigen sollte: Er sah Gelb-Rot.

"Das war eine Mischung aus jugendlichem Mut und mathematischer Schwäche - er konnte einfach nicht bis zwei zählen", frotzelte ein Jennersdorfer Fan auf der Tribüne, während 29.590 Zuschauer kollektiv aufstöhnten.

Trotz Unterzahl bäumte sich Bleiburg noch einmal auf. In der 86. Minute versuchte Günther Hofmann sein Glück mit einem Distanzschuss, der knapp am Pfosten vorbeistrich. Dann folgte die Szene, die man in Bleiburg so schnell nicht vergessen wird: Der 18-jährige Johann Renner ging in der 89. Minute verletzt zu Boden - kurz darauf musste er ausgewechselt werden. "Ich glaube, der Rasen hat mir eine Retourkutsche gegeben", witzelte er später mit bandagiertem Knöchel.

Jennersdorf brachte das Ergebnis schließlich clever über die Zeit. In der Nachspielzeit versuchte sich noch Günter Eckert aus der Distanz, ehe Tal Zorea sich kurz vor dem Abpfiff eine Gelbe Karte abholte - vermutlich, um sich nicht ausgeschlossen zu fühlen.

Trainer Kevo Kevo zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: "Wir wollten ein Tor mehr schießen als der Gegner - Mission erfüllt." Sein Gegenüber Siegi Kowa klang kämpferisch: "Ich hab heute mehr Charakter gesehen als in so manchem Sieg. Wenn wir die Nerven behalten, kommt der Erfolg."

Fazit: Jennersdorf war das reifere Team, Bleiburg das emotionalere. Die Gäste gewannen verdient, ohne zu glänzen - und Bleiburg verlor mit Stil, aber auch mit einer Gelb-Roten Karte.

Vielleicht war’s der Beginn einer schönen Rivalität. Oder, wie ein Bleiburger Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens spektakulär."

Und spektakulär war’s - zumindest für alle, die Herzblut über Punkte stellen.

15.11.643987 16:59
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