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Jennersdorf belohnt sich spät: Eckert schießt Zell am See ab

2. Liga | 32. Spieltag | 12.09.26 | Jennersdorf - Zell am See 1:0

Jennersdorf - Es war lange ein Fußballabend für Freunde gepflegter Geduld. Am 32. Spieltag der 2. Liga besiegte Jennersdorf Zell am See mit 1:0 (0:0) und ließ 19.936 Zuschauer im Stadion bis zur 75. Minute auf den entscheidenden Moment warten. Dann kam Günter Eckert - und beendete eine Partie, die bis dahin vor allem eines bewiesen hatte: Ein Fußballspiel kann auch dann spannend sein, wenn das Tor hartnäckig Urlaub macht.

Um 20.30 Uhr begann Jennersdorf mit ausgewogener Ausrichtung, Zell am See ging offensiver zu Werke. Die Gäste wollten laut taktischem Fahrplan kontrolliert und mit sicheren Abschlüssen zum Erfolg kommen. In der Realität kontrollierte jedoch vor allem Jennersdorf den Ball. 58,36 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Gastgeber zu Buche, Zell am See kam auf 41,64 Prozent. Auch bei den Torschüssen war das Bild eindeutig: 19 für Jennersdorf, nur fünf für die Gäste.

Schon nach drei Minuten prüfte Hans Bartsch den Torhüter von Zell am See. Kurz darauf hatte Jason Löffler gleich zweimal Gelegenheit, den Abend deutlich früher zu entscheiden. Der rechte Angreifer blieb in der Anfangsphase auffällig, schoss in der 9., 10. und 28. Minute - doch Christopher Schlüter im Tor der Gäste hielt seinen Kasten sauber. "Der Ball hat heute offenbar erst eine schriftliche Einladung gebraucht", raunte ein Zuschauer auf der Tribüne. Eine Analyse, die nicht im offiziellen Spielbericht auftauchen wird, aber durchaus ihre Berechtigung hatte.

Jennersdorf blieb am Drücker. Günter Eckert und Yannik Wolter suchten immer wieder den Abschluss, während Timo Reimann und Timm Stoll im zentralen Mittelfeld für Ordnung sorgten. Zell am See setzte auf eine offensive Grundhaltung, blieb aber im Angriff meist kontrolliert und damit auch ein wenig harmlos. Ivan Derlei kam in der 13. Minute zum ersten nennenswerten Abschluss der Gäste, Alain Breze folgte in der 30. Minute. Mehr war es vor der Pause nicht.

Kurz vor dem Seitenwechsel sah Jennersdorfs Innenverteidiger Matthias Scifo die Gelbe Karte. Das war immerhin ein Ereignis - und zugleich ein kleiner Hinweis darauf, dass diese Begegnung nicht vollständig im Standby-Modus stattfand. Mit 0:0 ging es in die Kabinen. Trainerin Julia Müller dürfte ihrer Mannschaft dabei kaum vorwerfen können, zu wenig versucht zu haben. Nur das Ziel war bislang konsequent verfehlt worden.

Nach der Pause änderte sich am grundsätzlichen Bild wenig. Jennersdorf blieb die aktivere Mannschaft, Zell am See verteidigte aufmerksam und hoffte vermutlich darauf, dass die Gastgeber irgendwann aus Verzweiflung aufhörten zu schießen. Dieser Plan war riskant: Jason Löffler, Wolter und Bartsch tauchten weiterhin regelmäßig in der Schussstatistik auf. Zell am See kam durch Yves Gramont, Hayri Bartu und Humberto Capucho zwar zu einzelnen Abschlüssen, entwickelte aber keinen nachhaltigen Druck.

Dann die 75. Minute. Hans Bartsch bereitete vor, Günter Eckert vollendete. 1:0 für Jennersdorf - kein spektakuläres Tor im Sinne eines artistischen Kunstwerks, aber ein umso wertvolleres. Eckert hatte die Geduld, die seine Mannschaft fast 75 Minuten lang aufbringen musste, in einen Treffer verwandelt. "Ich dachte schon, wir müssten bis zum Frühstück weiterspielen", hätte Eckert nach dem Abpfiff mit einem Grinsen sagen können.

Zell am See musste nun reagieren, brachte aber keine Wende mehr zustande. Hayri Bartu sah in der 91. Minute noch die Gelbe Karte, während Jennersdorf die letzten Minuten abgeklärt überstand. Trainerin Müller dürfte den knappen Vorsprung genossen haben - vermutlich mit jener besonderen Ruhe, die nur ein 1:0 in der Schlussphase erzeugt: außen souverän, innen mindestens neun von zehn Fingern an der Tischkante.

Am Ende blieb es beim verdienten 1:0. Jennersdorf hatte mehr Ball, mehr Abschlüsse und den entscheidenden Mann: Günter Eckert. Zell am See hatte dagegen eine offensive Taktik, aber leider keinen offensiven Ertrag. Manchmal ist Fußball eben ein Spiel der Chancen. Und manchmal gewinnt derjenige, der irgendwann tatsächlich eine nutzt.

13.09.2026 10:07
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