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Jarocin tanzt im Flutlicht: Henderson eröffnet, Aldecoa besiegelt den Sieg

An diesem frostigen Februarabend in Jarocin wurde Fußball nicht nur gespielt - er wurde zelebriert, zelebriert mit einer Mischung aus Kampfgeist, taktischer Disziplin und einer Prise britisch-lateinamerikanischer Verrücktheit. Vor 31.750 Zuschauern im prall gefüllten Stadion besiegte Jarota Jarocin den SK Pruszkow verdient mit 2:0 (1:0) und schickte die enttäuschten Gäste mit hängenden Köpfen zurück in die Vororte von Warschau.

Schon nach vier Minuten brandete der erste Jubel auf. Michael Henderson, der englische Rechtsverteidiger mit der Statur eines Rugbyspielers und der Präzision eines Uhrmachers, zog einfach mal ab - und traf. Sein Schuss, vorbereitet von Ernö Soos, zischte wie ein Pfeil ins rechte Eck. "Ich hab den Ball getroffen, bevor ich überhaupt drüber nachdenken konnte", grinste Henderson nach dem Spiel, "vielleicht sollte ich öfter nicht nachdenken." Trainer Henryk Kasperczak kommentierte trocken: "Das war kein Zufall. Wir trainieren das. Also zumindest behaupten wir das jetzt."

Danach spielte fast nur noch Jarota. 15 Torschüsse gegenüber mageren drei der Gäste sprechen eine deutliche Sprache. Der Ballbesitz lag mit knapp 54 Prozent bei den Hausherren, die ihre defensive Grundordnung erstaunlich offensiv interpretierten. Pruszkow dagegen wirkte wie ein Auto im dritten Gang auf der Autobahn - bemüht, aber chancenlos.

In der 24. Minute prüfte Soos den gegnerischen Keeper Pedro Sousa mit einem Distanzhammer, der die Handschuhe des Portugiesen in Brand setzte. "Ich spürte die Hitze noch in der 60. Minute", scherzte Sousa später, "aber wenigstens hatte ich was zu tun."

Kurz vor der Pause musste Jarocin dann doch kurz zittern: Der 17-jährige Marcello Amendolara, ein Nachwuchstalent mit mehr Haarprodukt als Erfahrung, zog mutig von links ab. Doch Torhüter Alejandro Ziganda lenkte den Ball mit einer Flugparade ins Nichts. "Ich wollte eigentlich nur gut aussehen für die Fotos", witzelte Ziganda nach dem Spiel, "aber wenn’s hilft, nehme ich auch den Applaus."

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schreckmoment: In der 50. Minute blieb Jermolai Budjanski nach einem Zweikampf liegen. Die Diagnose - Zerrung - zwang ihn zum Verlassen des Platzes. Für ihn kam der junge Luis Meireles, der allerdings nach nur vier Minuten selbst wieder ausgewechselt wurde. Kasperczak erklärte später: "Es war eine taktische Maßnahme. Wir wollten zeigen, dass wir auch verwirrende Wechsel beherrschen."

In der 67. Minute fiel schließlich die Entscheidung. Marcio Aldecoa, der rechte Flügelflitzer aus Spanien, nahm einen präzisen Pass von Georgi Jelzin auf, ließ zwei Verteidiger stehen und schlenzte den Ball unhaltbar ins lange Eck. 2:0 - der Rest war Jubel, Gesang und ein Hauch von Stolz auf dem Rasen. "Ich hab einfach das gemacht, was wir im Training geübt haben", meinte Aldecoa bescheiden, "nämlich das Gegenteil von dem, was der Trainer gesagt hat."

Pruszkow versuchte danach, das Ruder herumzureißen, wechselte den jungen Nenad Zdravkovic ein und drückte in den letzten Minuten etwas entschlossener nach vorne. Doch drei harmlose Schüsse aufs Tor blieben die gesamte Ausbeute eines Abends, an dem Offensivgeist wohl schon im Mannschaftsbus geblieben war. Trainer Stefan Petruck schüttelte nach Abpfiff den Kopf: "Wir waren wie eine Cola ohne Kohlensäure - alles da, nur kein Druck."

Statistisch war das Spiel eine klare Angelegenheit: 15:3 Torschüsse, fast gleiches Ballbesitzverhältnis, aber deutlich höhere Zweikampfquote (55,7 Prozent) für Jarocin. Das Team stand kompakt, bissig, und wenn es gefährlich wurde, dann meist über die rechte Seite. Henderson und Aldecoa bildeten dort ein Duo, das man künftig als "Highway 3958" bezeichnen könnte - schnell, laut und kaum zu stoppen.

Als Schiedsrichter Kwiatkowski nach 94 Minuten abpfiff, tanzten die Jarocin-Spieler im Schein der Flutlichtmasten. Im Hintergrund summte jemand die Vereinshymne, während Coach Kasperczak in die Menge winkte und sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. "Wir sind noch lange nicht da, wo ich uns sehe", sagte er, "aber heute haben wir wenigstens den Weg gefunden."

Und so endete ein Spiel, das nicht durch Spektakel, sondern durch Effizienz und Humor glänzte - ein perfekter Fußballabend im Februar, an dem sogar der Wind kurz Beifall klatschte.

15.01.643991 13:17
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