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Jarocin jubelt: Budjanski, Aldecoa und Bosingwa lassen Gormick alt aussehen

Ein kalter Januarabend in Jarocin, Flutlicht, Atemwolken und 26.065 Zuschauer, die sich nach 90 Minuten vor Lachen und Freude kaum noch auf ihren Sitzen halten konnten. Jarota Jarocin schickt Gormick Zabrze mit einem deutlichen 3:0 nach Hause - und das war, wenn man ehrlich ist, noch schmeichelhaft für die Gäste.

Von der ersten Minute an war klar, wer hier das Kommando übernimmt. Marco Bosingwa, der bullige Mittelstürmer der Jarociner, prüfte schon in der siebten Minute den gegnerischen Torwart Benjamin Dewey - und das nicht nur einmal. In den ersten zwanzig Minuten feuerte Jarota gleich acht Schüsse aufs Tor ab, während Gormick noch versuchte, die eigene Schuhbinde zu finden. "Wir haben uns vorgenommen, früh Druck zu machen", grinste Trainer Henryk Kasperczak nach dem Spiel. "Ich wusste nur nicht, dass die Jungs das so wörtlich nehmen würden."

Das erste Tor fiel dann, wie es sich für ein Spiel mit so viel Dominanz gehört, in der 40. Minute. Jermolai Budjanski, der linke Mittelfeldspieler mit dem rechten Fuß wie ein Vorschlaghammer, zog aus 20 Metern ab. Louis Crichton hatte ihm den Ball mit einem Pass in die Schnittstelle aufgelegt - und Budjanski schweißte das Ding unhaltbar unter die Latte. 1:0. Der Jubel hallte bis in die Altstadt.

Zur Pause gab es zwei Wechsel bei Jarota: Fojut und Lester gingen, Slawa Budjanski und Soos kamen. Ob das taktisch nötig war, sei dahingestellt - Jarota hätte an diesem Abend vermutlich auch zu neunt gewonnen. Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild dasselbe: Jarocin mit rund 54 Prozent Ballbesitz, 25 Torschüssen, während Gormick ganze vier Mal überhaupt in Richtung des Tores von Pol Viana kam.

Die Gäste aus Zabrze wirkten dabei so harmlos, dass ein Fan in der 60. Minute laut rief: "Lasst sie doch mal schießen, sonst frieren die Füße ein!" - Gelächter auf den Rängen, und sogar Kasperczak soll kurz geschmunzelt haben.

Doch wer dachte, Jarota würde sich mit dem 1:0 begnügen, irrte. In der Nachspielzeit brach endgültig die Dämme: Erst war es Marcio Aldecoa in der 91. Minute, der nach schöner Vorarbeit von Miguel Galindo aus halbrechter Position ins lange Eck traf. 2:0 - und das Stadion bebte. "Ich hatte eigentlich schon Krämpfe", sagte Aldecoa danach, "aber da hab ich gedacht: Ach komm, einer geht noch."

Und als wäre das nicht genug, legte nur vier Minuten später Marco Bosingwa nach. Der Portugiese hatte sich für seine aufopferungsvolle Arbeit endlich belohnt. Nach einem Querpass von Aldecoa schob er überlegt ein - 3:0, Endstand, und eine Ehrenrunde für die Geschichtsbücher.

Während Jarota mit breiter Brust feierte, stand Gormicks Mannschaft wie angewurzelt da. Ihr Trainer - dessen Name in den offiziellen Unterlagen leider nicht überliefert ist - soll in der Kabine leise gesagt haben: "Wir waren heute nur Zuschauer mit Trikots." Treffender lässt sich die Leistung kaum beschreiben.

Die Statistik spricht ohnehin Bände: 25:4 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ein Ballbesitzvorteil und drei Tore, die fast zwangsläufig aus dieser Überlegenheit resultierten. Selbst die Gelbe Karte für Andrzej Fojut in der 81. Minute fiel eher in die Kategorie "aus Langeweile mal ein Foul". Gormicks Domingo Aguas holte sich fünf Minuten später ebenfalls Gelb - vielleicht aus Sympathie.

Nach Abpfiff herrschte ausgelassene Stimmung. Budjanski klatschte mit seinem jüngeren Bruder Slawa ab, Bosingwa posierte für Selfies, und Trainer Kasperczak hob die Hände zum Publikum. "Das war heute Fußball, wie man ihn sehen will", sagte er. "Und das Beste: Ich muss morgen keine Stimme schonen, weil ich kaum schreien musste."

Für Gormick Zabrze hingegen war es ein Abend zum Vergessen. Ihr Pressing - laut Statistik nicht existent - war so passiv, dass selbst der Linienrichter gelegentlich weiter vorne stand.

Jarota Jarocin dagegen klettert mit diesem Sieg weiter nach oben in der 1. Liga Polen. Drei Tore, drei Torschützen, eine Mannschaft. Und während die Fans im Stadion noch sangen, rief ein kleiner Junge seinem Vater zu: "Papa, können die morgen wieder spielen?" - Eine Frage, die nach diesem Spiel wohl viele in Jarocin mit einem breiten Grinsen stellen.

Schlusswort:
Manchmal ist Fußball eben einfach. Man schießt öfter aufs Tor, trifft dreimal - und lässt dem Gegner so wenig Chancen, dass der eigene Torwart fast friert. Jarota Jarocin hat an diesem Abend gezeigt, dass Statistik und Spaß kein Widerspruch sind.

07.09.643987 15:52
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