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James Young schießt Lanzarote CF zum Auswärtssieg bei Astur CF

Es war ein Abend, der in Oviedo wohl noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen wird. 39.375 Zuschauer strömten am 24. März in das Estadio de Asturias, um ihren Astur CF zu sehen - und gingen mit einem leisen Seufzen nach Hause. Denn am Ende stand ein schmuckloses, aber verdientes 0:1 gegen Lanzarote CF auf der Anzeigetafel. James Young, der flinke Rechtsaußen der Gäste, war in der 37. Minute der Mann des Abends.

"Ich hab einfach draufgehalten, und diesmal ging er rein", grinste Young später in die Kameras, als wäre es das Normalste der Welt, das einzige Tor des Spiels geschossen zu haben. Dabei war es ein Treffer, der aus dem Nichts kam - oder, um es präziser zu sagen, aus einer gut getimten Hereingabe von Georg Heller. Young nahm den Ball direkt und ließ Asturs Torhüter Jerzy Nawalka keine Chance. Ein typischer Stürmertreffer: kühl, präzise, tödlich.

Bis dahin hatte Lanzarote schon deutlich mehr vom Spiel. 16 Torschüsse gegenüber mageren vier auf Seiten der Hausherren sprechen eine klare Sprache. Auch der Ballbesitz - 58 zu 42 Prozent - zeigte, wer hier das Sagen hatte. Trainer Meister Leverkusen (ja, der Name ist echt) ließ seine Mannschaft offensiv ausgerichtet spielen, während Stefan Sührs Astur CF eher auf Sicherheit bedacht war. Ein Konzept, das bis zur 37. Minute hielt - und danach zu einem zähen Ringen wurde.

Ein Höhepunkt aus Astur-Sicht? Schwer zu finden. Vielleicht in der 60. Minute, als Henry Cabell nach einem feinen Dribbling den Ball gefährlich aufs Tor zog, aber Lanzarotes Ersatzkeeper Xabier Xuarez - zur Pause für den leicht angeschlagenen Vincent Maurice gekommen - glänzend parierte. "Der Junge hat Nerven aus Stahl", lobte Trainer Leverkusen später.

Astur-Coach Sühr hingegen rang nach dem Spiel mit den Worten: "Wir haben alles versucht, aber manchmal hat man das Gefühl, der Ball will einfach nicht rein." Ein Satz, der in die Geschichtsbücher könnte - als Motto der Saison vielleicht. Seine Mannschaft kämpfte, besonders in der Schlussphase, aber ohne echte Durchschlagskraft.

Die zweite Halbzeit wurde zunehmend ruppiger. Erst kassierte Samuel Reid Gelb (61.), dann trat sein Ersatz Maarten Rutgers (74. eingewechselt) doppelt in Erscheinung: erst mit einem rustikalen Zweikampf, dann mit zwei Karten - Gelb in der 81., Gelb-Rot in der 88. Minute. "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuerte Rutgers, "aber der Ball wollte offenbar nicht mich." Der Schiedsrichter sah das anders - und Astur beendete das Spiel in Unterzahl.

Lanzarote hätte das Ergebnis durchaus höher gestalten können. Srdan Vuk, der bullige Mittelstürmer, prüfte Nawalka mehrfach, Ignacio Mendivil zog im Minutentakt ab, und selbst Linksverteidiger Klaus Müller wagte sich in der 84. Minute mit einem satten Schuss nach vorne. Doch das zweite Tor wollte nicht fallen. Vielleicht aus Höflichkeit gegenüber dem Publikum, das ohnehin genug gelitten hatte.

Taktisch blieb Lanzarote durchgehend bei einer offensiven Ausrichtung - Pressing? Fehlanzeige. Man ließ Astur kommen, um dann eiskalt umzuschalten. Astur dagegen wechselte spät auf volles Risiko: in der Schlussviertelstunde mit starkem Einsatz, aktivem Pressing und einer gehörigen Portion Verzweiflung. Aber wie so oft im Fußball: Wer spät aufwacht, hat meist schon verloren.

Auch das Publikum verlor irgendwann die Geduld. Ein älterer Herr auf der Haupttribüne brummte in Richtung Trainerbank: "Sühr, gib ihnen doch einen zweiten Ball, vielleicht treffen sie dann wenigstens den!" Der Satz ging im kollektiven Stöhnen unter, als Lionel Rocha in der 80. Minute den letzten halbwegs gefährlichen Schuss vergab.

Lanzarote CF darf sich dagegen über drei Auswärtspunkte freuen, die das Team im oberen Tabellendrittel festigen dürften. "Ein schmutziger Sieg ist immer noch ein Sieg", murmelte Leverkusen mit einem Augenzwinkern, ehe er in der Kabine verschwand.

Astur CF hingegen steht vor einer unbequemen Woche. Trainer Sühr kündigte "klare Worte im Training" an - was meist so viel heißt wie: Laufen bis zum Umfallen. Vielleicht hilft’s. Denn eines war an diesem Abend offensichtlich: Einsatz allein reicht nicht, wenn Präzision und Ideen fehlen.

Und so bleibt am Ende nur die Erkenntnis: Lanzarote schoss öfter, hatte mehr Ball, mehr Mut - und James Young den einen, entscheidenden Moment. Der Rest war Schweigen, oder besser gesagt: das Pfeifen der eigenen Fans. Fußball kann manchmal grausam gerecht sein.

12.02.643994 02:33
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