Tuttosport
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Isola Liri stolpert - Rodengo Saiano jubelt dank Teenager Uffugo

Ein kalter Pokalabend, ein Flutlicht, das flackerte, als wollte es die Spannung noch steigern, und 6.500 Zuschauer, die sich fragten, ob ihre Heimmannschaft Isola Liri jemals den Ball ins Tor bekommt - das war die Szenerie am Donnerstagabend. Am Ende jubelte nur einer: der 19-jährige Gaetano Uffugo von Rodengo Saiano. Sein Treffer in der 72. Minute entschied die Partie und schickte die Gäste in die nächste Pokalrunde.

Dabei hatte alles so harmlos begonnen. Isola Liri, angetreten mit solidem Ballbesitz (über 52 Prozent), wollte das Spiel kontrollieren, während die Gäste aus Rodengo Saiano schon in den ersten Minuten zeigten, dass sie es lieber mit Angriff als mit Abwarten halten. Bereits nach zwei Minuten zischte der erste Schuss von Vincenzo Cerutti knapp über die Latte. "Ich wollte dem Torwart gleich mal sagen: Heute wird’s stressig für dich", grinste Cerutti später.

Stressig wurde es allerdings eher für die Defensive von Isola Liri. Immer wieder tauchten die flinken Flügelspieler Gaetano Uffugo und Alessandro Vegliaturo im Strafraum auf. Uffugo schoss allein fünfmal auf den Kasten, bevor er endlich traf. Der junge Rechtsaußen war der auffälligste Mann auf dem Platz - schnell, frech und ganz sicher nicht bescheiden. "Ich hab es einfach nochmal probiert. Irgendwann muss der Ball ja rein", erklärte er nach dem Spiel, als wäre das eine mathematische Gewissheit.

Doch bis dahin war Geduld gefragt. Die erste Halbzeit endete 0:0, und wer auf der Tribüne nicht gerade eingefroren war, sehnte sich nach einem heißen Tee - oder wenigstens nach einem Tor. Rodengo Saiano hatte da längst 10 Abschlüsse gesammelt, während Isola Liri gerade einmal zwei zustande brachte. Dass der Ballbesitz trotzdem leicht zugunsten der Hausherren war, lag daran, dass sie den Ball hatten - aber nichts damit anzufangen wussten.

"Wir haben uns den Ball hin- und hergeschoben, als wäre er ein rohes Ei", seufzte Isola-Liri-Verteidiger Connor Carmody nach dem Spiel. "Aber Tore gibt’s nun mal nicht für Ballbesitz."

In der 66. Minute wurde es dann kurz wild: Lorenzo Montegiordano von Rodengo Saiano sah zunächst Gelb und nur fünf Minuten später Gelb-Rot. Trainer Jan Beyer war außer sich - allerdings nicht vor Wut, sondern vor Ironie. "Ich hab ihm gesagt: Wenn du schon gehst, dann wenigstens mit Stil", lachte er später in der Pressekonferenz.

Doch statt einzubrechen, legte Rodengo Saiano erst richtig los. In Unterzahl! In der 72. Minute kombinierte sich Emanuele Soverato auf der rechten Seite frei, flankte präzise, und Uffugo traf volley aus zehn Metern. 0:1 - eiskalt und verdient. Der Jubel des 19-Jährigen war ebenso ungestüm wie sein Spiel: Er rannte zur Eckfahne, rutschte auf den Knien und schrie in Richtung der mitgereisten Fans: "Avanti ragazzi!"

Isola Liri versuchte danach, den Rückstand aufzuholen, doch viel mehr als ein harmloser Schuss von Matteo Tiriolo in der 81. Minute sprang nicht heraus. Torwart Luigi Nicola, gerade erst in der 60. Minute für den jungen Igor Zunino eingewechselt, hielt sicher. "Ich wollte dem Trainer zeigen, dass man mir auch im Pokal vertrauen kann", meinte Nicola - und grinste dabei so breit, dass man fast glaubte, er habe selbst das Tor geschossen.

Die Schlussphase? Ein einziges Lehrstück in Effizienz und Zeitmanagement. Rodengo Saiano verteidigte clever, Isola Liri verzweifelte an sich selbst. "Wir haben alles versucht, aber manchmal ist der Ball eben ein Schelm", sagte Isola-Liri-Mittelfeldmann Nicolas Bonnaire und verschwand kopfschüttelnd im Kabinentrakt.

Statistisch gesehen war das Spiel eine kleine Ironie des Fußballs: Mehr Ballbesitz für Isola Liri, aber 15 zu 2 Torschüsse für Rodengo Saiano. "Wenn man so viele Chancen hat, darf man eigentlich nicht bis zur 72. Minute warten", meinte Trainer Beyer, "aber ich nehme’s. Hauptsache weiter."

Die Fans von Isola Liri applaudierten am Ende trotzdem - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Gewohnheit. Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, sagt man. Und eines davon lautet offenbar: Wer jung, mutig und ein bisschen frech ist, darf träumen.

So zog Rodengo Saiano mit einem 0:1 auswärts in die zweite Runde ein - dank eines Teenagers, der keine Angst hatte, es einfach noch einmal zu probieren. Oder, wie Uffugo es trocken formulierte: "Manchmal braucht man nur den richtigen Moment. Und ein bisschen Glück, dass der Schiedsrichter nicht vorher abpfeift."

Ein Pokalabend, wie er im Lehrbuch steht - wenn das Lehrbuch Humor hätte.

26.07.643990 16:10
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Wir haben nur unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training heute nach 15 Minuten abgeschlossen.
Josef Hickersberger, österreichischer Nationaltrainer
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