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Premjer-Liga | 6. Spieltag | 16.08.26 | Irtysh Omsk - Dynamo Wologda 0:0 Um 20.30 Uhr begann eine Partie, die zunächst nach einem vorsichtigen Abtasten aussah. Beide Mannschaften formierten sich ausgewogen, beide verzichteten auf aktives Pressing. Irtysh setzte auf ausgesuchte Abschlüsse, Dynamo dagegen auf die etwas rustikalere Variante: schießen, sobald der Ball halbwegs in Richtung Tor rollte. Fußball kann manchmal erstaunlich unkompliziert sein. Die erste nennenswerte Gelegenheit gehörte Nicolae Ghionea. Der 18 Jahre alte Linksaußen prüfte in der neunten Minute die Aufmerksamkeit der Wologda-Abwehr - und vermutlich auch die Geduld von Torwart Arseni Ragulin. Kurz darauf meldete sich Dynamo zurück: Agemar Da Cru kam in der 27. Minute zum Abschluss. Irtysh antwortete durch Domenico Verbicaro und Igor Muzek, doch der Ball wollte an diesem Abend partout nicht mitarbeiten. Besonders aktiv war auf Seiten der Gäste Santiago Ramos. Der rechte Angreifer tauchte in der 34., 40. und 43. Minute vor dem Tor auf. Drei Versuche in neun Minuten - Ramos führte damit gewissermaßen einen privaten Kleinkrieg gegen die torlose Statistik. "Ich hatte das Gefühl, dass irgendwann einer reingehen muss", sagte Ramos später. "Leider hatte der Ball offenbar andere Pläne." Zur Pause stand es 0:0. Irtysh hatte etwas mehr vom Ball, 51,76 Prozent um genau zu sein. Dynamo kam auf 48,24 Prozent und wirkte dennoch gefährlicher. Die Gäste gaben insgesamt zwölf Torschüsse ab, die Hausherren sechs. Wer daraus zwingend einen Sieg für Wologda ableiten wollte, wurde von der Anzeigetafel sachlich, aber bestimmt korrigiert. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Muster bestehen. Dynamo griff weiter aus allen Lagen an, während Irtysh geduldiger den sicheren Abschluss suchte. In der 52. Minute schoss Vitali Tregubow für die Gäste, später prüfte Bernard Lefebvre, normalerweise Innenverteidiger, ebenfalls das Tor. Ein Verteidiger mit Torschussdrang - der Fußball ist schließlich voller Menschen, die ihre Stellenbeschreibung gelegentlich kreativ interpretieren. Irtysh kam durch Muzek in der 64. Minute und Verbicaro in der 89. Minute noch einmal zu Möglichkeiten. Aaron Gow setzte in der Nachspielzeit einen weiteren Akzent. Doch je näher das Ende rückte, desto stärker erinnerte die Partie an ein Gespräch, bei dem beide Seiten viel sagen, aber niemand den entscheidenden Satz findet. "Wir wollten ruhig bleiben und keine unnötigen Risiken eingehen", sagte Dynamo-Trainer Mike Borzinsky. "Vielleicht waren wir beim Abschluss ein wenig zu großzügig." Großzügig ist eine höfliche Umschreibung für zwölf Versuche ohne Treffer, aber Trainer sind bekanntlich Meister der diplomatischen Wortwahl. Ramos durfte in der 95. Minute noch einmal abschließen. Danach war Schluss - und die 20.000 Zuschauer durften sich mit einem Punkt für jedes Team verabschieden. Irtysh bleibt damit ebenso ungeschlagen wie Dynamo, zumindest an diesem Abend. Tore gab es keine, Torschützen folglich auch nicht. Die Null stand hinten wie vorne - eine bemerkenswerte Teamleistung, wenn auch keine, die man sich auf einer DVD in voller Länge ansehen muss. 16.08.2026 22:52 |
Sprücheklopfer
Wunderschön, mit dem Außenspann, teilweise mit dem Vollspann.
Günter Netzer