US Sports
+++ Sportzeitung für USA +++

Inter Miami siegt im Stadtduell: Teenager Ake köpft den Derbysieg

Es war ein Abend, an dem 57.105 Zuschauer in Fort Lauderdale spürten, dass Derbys nicht durch Statistiken entschieden werden, sondern durch Herz, Chaos und einen 17-jährigen Innenverteidiger, der offenbar vergessen hatte, dass er kein Mittelstürmer ist. Inter Miami gewann am 29. Spieltag der 1. Liga USA mit 2:1 gegen die Miami Strikers - ein Spiel, das alles hatte: Tore, Platzverweise, Drama und ein Publikum, das zwischen Herzrasen und Hitzeschlag schwankte.

Trainer Gavin Knipp hatte vor dem Spiel noch gesagt: "Wir wollen mutig sein, aber bitte nicht zu mutig." Seine Mannschaft hörte offenbar nur die erste Hälfte des Satzes. Von der ersten Minute an stürmte Inter Miami los, als ginge es um die letzte Happy Hour der Saison. Bereits nach sechs Minuten prüfte Pascal Jean-Pierre den Strikers-Keeper Hans Göbel, kurz darauf folgten weitere Abschlüsse von Diego Barbosa und Logan Kober - das Offensivkonzept war klar: schießen, wenn man den Ball sieht.

Doch es dauerte bis zur 26. Minute, ehe die Fans jubeln durften. Filippo Giuliani, der 22-jährige Mittelfeldmotor, zog nach feinem Zuspiel von Nathan Ake aus 20 Metern ab, der Ball zischte flach ins linke Eck. 1:0 für Inter! Giuliani riss die Arme hoch, Ake grinste schüchtern - und Knipp sagte später trocken: "Wir wollten eigentlich über die Flügel kommen, aber manchmal hilft auch ein Distanzschuss aus der Mitte."

Die Strikers, die bis dahin mehr Ballbesitz (57 Prozent) und fast doppelt so viele Torschüsse (17 zu 8) hatten, wirkten beleidigt. Lazaros Kaklamanis, der flinke rechte Flügelstürmer, machte fortan das, was man in der Stadt "Kaklamanis-Show" nennt: Er rannte, dribbelte, fiel, rannte wieder. In der 65. Minute wurde er endlich belohnt - nach Vorarbeit von Carlos Chalana traf er zum 1:1-Ausgleich. Der Gästeblock tobte, und Strikers-Coach - dem Namen nach nicht überliefert, aber sicher mit rotem Kopf - ballte die Faust.

Doch der Jubel hielt genau sechs Minuten. In der 71. Minute, nur eine Minute nach dem Platzverweis für Inter-Verteidiger Jamie Bancroft, der nach zwei Gelben Karten duschen ging ("Ich dachte, es wäre der Ball - war aber leider das Schienbein", erklärte er später), geschah das Unglaubliche: Zehn Inter-Spieler verteidigten einen Freistoß, der den Weg zurück in den Strafraum fand. Und dort stieg ausgerechnet der junge Nathan Ake, 17 Jahre alt, höher als alle anderen und köpfte den Ball in die Maschen. 2:1! Das Stadion vibrierte. "Ich wollte eigentlich nur klären", sagte Ake nach dem Spiel und grinste verlegen. "Aber dann war der Ball halt drin."

Von da an wurde das Spiel zum Nerventest. Die Strikers warfen alles nach vorne, schossen aus allen Lagen, trafen aber nur die Werbebande oder Torwart Isaac Catrall, der mit einer Mischung aus Glück und Reflexen alles hielt, was auf ihn zuflog. In der 82. Minute schwächten sich die Strikers selbst: Rechtsverteidiger Srdan Ristic sah ebenfalls Gelb-Rot, nachdem er Bastos unsanft in die Bande befördert hatte. Es passte zum hitzigen Charakter des Abends.

Knipp reagierte in der Schlussphase mit jugendlicher Frische - Bastos (18) und Barbosa (24) raus, dafür kamen Pekka Österberg (21) und Diego Bosingwa (19). Man könnte meinen, Inter Miami sei eine Schulmannschaft mit Pressesprecher, aber an diesem Abend spielten sie wie Männer. Der Coach lobte: "Die Jungs haben sich gegenseitig über Wasser gehalten. Und Nathan… naja, der wächst vielleicht nicht mehr viel, aber heute ist er über sich hinausgewachsen."

Nach dem Schlusspfiff lagen sich Spieler und Fans in den Armen. Die Strikers hingegen schauten auf die Anzeigetafel - 2:1, 17 Torschüsse, null Punkte. "Wir waren die bessere Mannschaft", murmelte Kaklamanis, "aber Fußball ist halt kein Schönheitswettbewerb." Sein Trainer nickte nur und stapfte in die Kabine.

Statistisch gesehen hätten die Strikers gewinnen müssen. Mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse, weniger jugendlicher Leichtsinn. Aber Fußball ist kein Excel-Dokument. Inter Miami kämpfte, kratzte und hatte das Quäntchen Glück auf seiner Seite - und einen Teenager, der Geschichte schrieb.

Im Stadtduell von Miami bleibt also alles wie immer: viel Sonne, viel Drama, und am Ende gewinnt der, der weniger nachdenkt und einfach draufhält. Vielleicht ist das die neue Taktik von Gavin Knipp: jugendlich, wild, erfolgreich. Und wer weiß - wenn Nathan Ake so weitermacht, muss er bald erklären, warum er eigentlich Verteidiger geworden ist.

Ein sarkastisches Schlusswort? Vielleicht dieses: Die Strikers gewannen alle Statistiken - außer die einzige, die zählt.

10.08.643993 21:30
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager