Jornal do Brasil
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Indio de Manaus holt den Pokal - Calopezzati trifft, Santo Andre trauert

Es war ein Pokalfinale, das die 40.000 Zuschauer im Estádio Municipal von Santo André so schnell nicht vergessen werden - leider aus den falschen Gründen, zumindest für die Gastgeber. AD Santo Andre unterlag im Endspiel des Pokalwettbewerbs 2026 mit 0:1 gegen Indio de Manaus. Der goldene Treffer fiel früh, in der 11. Minute, durch Marcello Calopezzati - ein Tor, das so schön war, dass selbst die Heimfans kurz das Atmen vergaßen.

"Ich hab den Ball einfach perfekt getroffen, das war einer dieser Momente, wo du weißt: Der passt", sagte Calopezzati nach dem Spiel und grinste, als hätte er gerade das Rezept fürs ewige Glück gefunden. Den entscheidenden Pass spielte Nicolaas Westerveldt - ein Pass durch die Schnittstelle, wie mit dem Lineal gezogen, und Calopezzati vollstreckte trocken ins rechte Eck. Santo Andres Torhüter Caio Santos streckte sich vergeblich.

Danach? Ein Spiel auf ein Tor - allerdings auf das von Santo Andre. Indio de Manaus feuerte aus allen Rohren: ganze 16 Torschüsse zählten die Statistiker, während die Gastgeber auf magere zwei kamen. Die Ballbesitzverteilung - 58 zu 42 Prozent - sprach ebenfalls eine deutliche Sprache. Dennoch blieb das Spiel spannend, weil die Gäste aus Manaus trotz Dauerfeuer ihre Chancen nicht in Zählbares ummünzen konnten.

Trainer Karel Aschenberger, der kühle Stratege an der Seitenlinie, blieb auch nach dem Schlusspfiff stoisch: "Wir hätten das 2:0 machen müssen, keine Frage. Aber so ein 1:0 hat doch auch was - es hält den Puls wach." Neben ihm hüpfte Co-Trainer Dimas Ronaldo, als wäre gerade Karneval am Amazonas.

Auf der anderen Seite stand Alexander Pachmann, Trainer von Santo Andre, mit verschränkten Armen und einem Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und stiller Wut schwankte. "Wir haben zu spät reagiert. Nach dem frühen Gegentor war der Plan dahin, und danach fehlte uns der Mut", gab er ehrlich zu. Seine Mannschaft versuchte zwar nach der Pause, das Ruder herumzureißen, blieb aber im Offensivspiel erschreckend ideenlos.

Die Einwechslungen - Nael Aguas für Jorge Santos (56.), Benjamin Heighway für Paulo Garcia (58.) und später Hugo Derlei für Frederic Greaves (73.) - brachten zwar frischen Wind, aber keinen Sturm. Heighway, der Routinier mit 34, warf sich in jeden Zweikampf, doch gegen die robuste Abwehr der Gäste, angeführt vom umsichtigen Javier Sousa, war kein Durchkommen.

Einziger Lichtblick für Santo Andre war ein Distanzschuss von Amit Tamuz in der 71. Minute, der Indio-Keeper Michele Miglierina zu einer Glanzparade zwang. "Ich hab den Ball kommen sehen und dachte, jetzt ist’s so weit - aber Miglierina hatte andere Pläne", sagte Tamuz später mit einem gequälten Lächeln.

Indio de Manaus hingegen spielte die Partie mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die wusste, dass sie besser war. Aitor Manu und Arnau Manu, die Brüder im Sturm, wirbelten die gegnerische Abwehr ein ums andere Mal durcheinander. Aitor allein hatte fünf Abschlüsse, doch der Ball wollte einfach nicht mehr ins Tor. "Mein Bruder hat getroffen, das reicht für die Familie", witzelte Arnau nach dem Spiel.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig. Leandro Semedo sah in der 88. Minute Gelb, nachdem er Aitor Manu unsanft daran erinnerte, dass Fußball auch ein Kontaktsport ist. Der Schiedsrichter blieb ruhig, das Publikum weniger - die Pfiffe hallten durch das weite Rund.

Als der Schlusspfiff ertönte, fielen die Spieler von Indio de Manaus sich in die Arme. Karel Aschenberger riss die Arme hoch, der Pokaltraum war wahr geworden. "Wir sind gekommen, um Geschichte zu schreiben - und das haben wir getan", sagte er später auf der Pressekonferenz.

Santo Andre dagegen blieb nur bittere Erkenntnis. Trainer Pachmann versprach: "Wir kommen zurück. Vielleicht nicht morgen, aber sicher nicht als Verlierer."

Man kann ihm nur wünschen, dass er recht behält. Denn wenn ein Finale so früh entschieden wird, bleibt danach viel Raum für Selbstzweifel - und für die Frage, warum man eigentlich 90 Minuten lang auf eine Wende hofft, die nie kam.

Zumindest eines steht fest: Indio de Manaus ist Pokalsieger - verdient, dominant und mit einem Hauch südamerikanischer Magie. Und während in Manaus die Feierlichkeiten wohl noch Tage andauern werden, blieb in Santo Andre nur das leise Murmeln eines Fans auf der Tribüne: "Ein Tor - und so viel Herzschmerz."

Vielleicht ist das ja der wahre Reiz des Fußballs.

26.09.643993 03:21
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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