Fréttablaðið
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IBV Vestmannaeyjar tanzt Fram Reykjavik schwindlig - 2:0 und eine Klasse für sich

Wenn 16 268 Zuschauer am windgepeitschten Freitagabend im Stadion von Vestmannaeyjar auftauchen, dann nicht, um sich ein laues 0:0 anzusehen. Und doch schien genau das in der ersten Halbzeit drohend möglich. IBV Vestmannaeyjar spielte zwar wie ein Team, das den Ball erfunden hat, aber das Tor schien für sie verschlossen wie ein Safe im Bankmuseum von Reykjavik. Ganze 28 Torschüsse später stand es schließlich 2:0 - aber was für ein Weg dahin!

Fram Reykjavik begann das Spiel mit einem Schuss Mut in der ersten Minute. Göran Johnsen probierte es aus der Distanz und zwang Vincent Edvaldsson im IBV-Kasten zu einer frühen Parade. Danach war’s das aber auch schon mit der Offensive der Gäste. Vier Torschüsse in 90 Minuten - das ist weniger "Fram" als "Rückwärts". Trainer Thomas Zaub fasste es trocken zusammen: "Wir wollten kompakt stehen. Leider standen wir irgendwann nur noch."

IBV hatte dagegen alles - Ballbesitz (56,6 %), Ideen, Tempo - und wohl auch ein kleines Geduldproblem. Cesc Calderon prüfte den gegnerischen Keeper beinahe im Zehn-Minuten-Takt, Dimas Chalana flankte, was das Leder hergab, und Baltsar Norman führte Regie im Mittelfeld, als hätte er ein Metronom im Schuh. Nur der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

Zur Pause schüttelte Trainer Gunnlaugur Magnússon den Kopf und murmelte, wie ein Reporter aufschnappte: "Wenn das hier nicht bald klingelt, rufe ich selbst beim Torwart an und frage, ob er kurz auf Toilette muss." Humor hatte er - und nach 60 Minuten endlich auch ein Torjubel.

Ivar Henriksson, der rechte Flügelspieler mit der Präzision eines Uhrmachers, verwandelte nach Zuspiel von Joaquin Ferreira zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Henriksson später. Ferreira, der kurz zuvor Gelb gesehen hatte, fügte hinzu: "Ich wollte mich nützlich machen, bevor ich noch eine bekomme."

Fram versuchte zu reagieren, aber das Wort "Pressing" schien nur im Wörterbuch vorzukommen. Kein Pressing, kein Mut, kein Glück - ihre Taktik blieb so "balanced", dass sie fast schon einschläfernd wirkte.

Und so rollte Angriff um Angriff auf Slatko Boschinow zu, der im Tor von Fram allmählich zum tragischen Helden des Abends wurde. Bei Schüssen von Chalana, Norman und Calderon flog er, hechtete und fluchte - aber in der 87. Minute war auch er machtlos.

Baltsar Norman steckte den Ball perfekt durch, und Cesc Calderon, der schon seit Spielminute sieben jede Gelegenheit suchte, vollendete mit einem Schuss, der so trocken war wie der isländische Winterwind: 2:0. "Endlich!", brüllte Calderon und rannte Richtung Eckfahne. Danach sagte er lachend: "Ich hätte heute auch 20 Schüsse gebraucht - Hauptsache, einer geht rein."

Damit war das Spiel entschieden. Fram hatte zwar kurz vor dem Ende noch eine Gelegenheit durch Johnsen, doch Edvaldsson hielt den Ball fest und schien dabei fast Mitleid zu haben. "Ich dachte, er will mir den Ball zurückgeben", witzelte der Torwart.

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: 28:4 Torschüsse, 56 % Ballbesitz, 56,7 % gewonnene Zweikämpfe - IBV dominierte von vorne bis hinten. "Das war keine Zitterpartie, das war ein Geduldsspiel", analysierte Coach Magnússon nach Abpfiff. "Aber wenn man so spielt, darf man auch mal zwei Halbzeiten brauchen, um zu treffen."

Kollege Zaub von Fram blieb pragmatisch: "Wir haben 90 Minuten verteidigt. Das ist immerhin eine Leistung. Nur leider war das Spiel länger."

Die Fans feierten ihre Helden, als wären sie gerade Meister geworden. Vielleicht war es auch ein kleiner Befreiungsschlag - die Art von Sieg, die eine Saison drehen kann.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, rief ein junger Fan auf der Tribüne: "Henriksson for President!" - worauf ein älterer Herr trocken antwortete: "Nur, wenn Calderon sein Außenminister wird."

Ein Abend, der in Erinnerung bleibt - nicht, weil es ein Torfestival war, sondern weil IBV gezeigt hat, dass Dominanz auch Geduld braucht. Und Fram Reykjavik? Die sollten sich fragen, ob "balanced" wirklich das neue "mutig" ist.

Schlusswort: In Island sagt man, der Wind kann jedes Spiel entscheiden. Diesmal nicht - der Sturm kam von IBV selbst.

13.04.643990 16:30
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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