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Hull Tigers zerlegen Wimbledon - ein Lehrstück in Effizienz und Demut

Ein kühler Februarabend in London, Flutlicht über dem Rasen, 16.000 Zuschauer, die sich mehr erhofft hatten - und am Ende ein Resultat, das in seiner Klarheit kaum Fragen offenlässt: Wimbledon FC unterliegt den Hull Tigers mit 0:4 (0:2). Was nach einer Lehrstunde in Sachen Effizienz und Spielfreude klang, war für die Gastgeber eher ein Abend des stillen Leidens.

Dabei begann alles gar nicht so trostlos. In der 12. Minute prüfte Dawid Baszczynski den Hull-Keeper Joel Eliot mit einem satten Schuss - der erste und einer der wenigen Momente, in denen die Fans der Dons kurz aufsprangen. Evan Lindsay legte in der 15. Minute nach, auch er scheiterte knapp. Doch das war’s dann auch mit der heimischen Offensive. Drei Torschüsse insgesamt - das sind Werte, bei denen selbst der Stadion-Caterer mehr Aktivität zeigte.

Hull dagegen spielte, als hätten sie einen direkten Draht zum Fußballgott. In der 20. Minute zimmerte Xabi Manu den Ball nach feiner Vorarbeit von Lewis Payne ins Netz, und nur sieben Minuten später legte der gleiche Manu nach - diesmal nach einem Pass von Alexander Bancroft. Zwei Schüsse, zwei Treffer, 0:2 - Wimbledon wusste gar nicht, wie ihnen geschah. "Wir haben uns vorgenommen, früh Druck zu machen", grinste Hull-Trainer Mathias Oergel nach dem Spiel. "Dass es so schnell klappt, war fast unheimlich. Ich hab’ mich selbst erschrocken."

Wimbledon-Coach - dessen Name man an diesem Abend besser nicht zu laut nannte - stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, während sein Team zwar offensiv ausgerichtet war, aber defensiv Löcher zeigte, durch die man einen Londoner Doppeldecker hätte fahren können. "Wir wollten mutig sein", erklärte er später mit stoischer Miene. "Leider waren wir dabei hauptsächlich mutig nach hinten."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Hull blieb offensiv gestimmt, wenn auch nicht mehr ganz so spritzig - der Einsatz sank sichtbar, aber das reichte, um den Gegner weiter auf Distanz zu halten. In der 63. Minute war es der 21-jährige Jürgen Petersen, der nach Pass von Payne auf 0:3 erhöhte. Ein Treffer, der die Zuschauer endgültig auf die Sitze drückte. Payne, Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, hatte da längst das Kommando übernommen. "Ich hab einfach Spaß gehabt heute", sagte er lachend in der Mixed Zone. "Wenn alle laufen und keiner meckert, macht Fußball richtig Laune."

Wimbledon versuchte, wenigstens etwas Würde zu retten. Joseph Darabont versuchte es in der 69. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel - Hulls Keeper musste immerhin die Handschuhe bewegen. Doch kurz vor Schluss setzte Petersen mit seinem zweiten Treffer in der 84. Minute den Schlusspunkt. Wieder war Payne beteiligt, wieder sah die Wimbledon-Abwehr nur zu.

Als ob das nicht genug gewesen wäre, verabschiedete sich Laurent Chevallier in der 88. Minute noch mit Gelb-Rot - sinnbildlich für einen Abend, der für Wimbledon einfach keiner werden wollte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", murmelte er später sarkastisch, während er den Kabinengang suchte.

Die Statistiken sprachen am Ende eine klare Sprache: 53,8 Prozent Ballbesitz für Hull, 9:3 Torschüsse, eine Zweikampfquote von 55 Prozent - vor allem aber vier Tore, die mit chirurgischer Präzision erzielt wurden. Hull spielte ohne übermäßiges Pressing, dafür aber mit eiskalter Konsequenz.

Die Heimfans zogen nach Schlusspfiff den Hut - manche wohl eher aus Verzweiflung, andere aus ehrlicher Anerkennung. Hull Tigers zeigten, wie man mit einer Mischung aus Spielfreude, Disziplin und einem Xabi Manu in Galaform selbst auswärts dominieren kann.

"Ich hab meinen Jungs gesagt: Genießt das, so läuft’s nicht jeden Samstag", resümierte Trainer Oergel. Wimbledon dagegen dürfte in den kommenden Tagen mehr Videoanalyse als Training erleben. "Wir müssen daraus lernen", sagte Kapitän Lucas Cochran, "und zwar schnell. Sonst lernen die anderen bald an uns."

Ein Abend also, der Hull jubeln und Wimbledon grübeln ließ - und der Beweis, dass manchmal nicht der Ball rund, sondern das Ergebnis kantig ist.

28.01.643991 00:52
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