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Hull Tigers zerlegen Oxford United: 4:1 im Regen von Kassam

Wenn der Abendregen über Oxford fällt und 16.000 Zuschauer fröstelnd in ihren Sitzschalen ausharren, dann wünscht man sich wenigstens ein bisschen Aufmunterung — aber was Oxford United am 31. Spieltag der 2. Liga England bot, war eher Lehrmaterial für Abwehrarbeit, die man so nicht macht. Die Hull Tigers dagegen lieferten eine Demonstration in Effizienz: 18 Torschüsse, vier Treffer und jede Menge jugendlicher Unbekümmertheit, angeführt von einem 18-jährigen, der wohl gerade erst den Führerschein gemacht hat.

Ewan Caviness - der Name, den man sich merken sollte. Mit gerade einmal 18 Jahren eröffnete er in der 29. Minute den Torreigen, nachdem Alexander Bancroft auf der linken Seite alles kurz und klein dribbelte und präzise in die Mitte legte. Caviness’ Schuss? So trocken wie britischer Humor, so präzise wie ein Oxford-Doktorand im Examen. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte der Teenager später, "ich dachte, der Torwart bewegt sich vielleicht irgendwann." Tat er nicht. 0:1.

Oxford-Trainer Maik Hoppe raufte sich schon da die Haare, die er eigentlich für die Nachspielzeit aufbewahren wollte. Seine Mannschaft, offensiv eingestellt, kam zwar auf acht Torschüsse, aber wirkte, als würde sie lieber diskutieren, als zu treffen. "Wir hatten Ballbesitz, ja", knurrte Hoppe, "aber Ballbesitz ist kein Preisgeld." 46 Prozent Ballbesitz, 46 Prozent Zweikampfquote - ein Muster, das so gar nicht nach Aufstiegskampf klang.

Nach der Pause kam kurz Hoffnung auf. In der 68. Minute zappelte der Ball tatsächlich im Netz der Tigers. Louis Scharboneau, 20 Jahre jung, wuchtete den Ball nach einem abgefälschten Schuss ins Tor. Das Stadion erwachte, die Fans sangen — kurz. Denn Hull antwortete, als hätte jemand auf "Schnellvorlauf" gedrückt. Fünf Minuten später kombinierte sich Alexander Bancroft wieder über links durch, legte quer auf Logan Lansbury, und der vollendete eiskalt zum 1:2. "Ich hab ihn einfach angebrüllt, dass er mir den Ball geben soll", lachte Lansbury danach. "Er hat’s gehört. Glück gehabt."

Von da an kippte das Spiel endgültig. Oxford rannte, Hull lauerte. In der 83. Minute krönte sich Connor Wiltshire, der unermüdliche Rechtsaußen, mit dem 1:3 - wieder nach Vorlage von Bancroft. Ein Treffer, der so sauber war, dass man fast applaudieren musste, selbst als Oxford-Fan. "Wir trainieren das jeden Dienstag", grinste Trainer Mathias Oergel. "Dienstag ist Flanken-und-Finish-Tag. Heute war Prüfung." Bestanden, mit Auszeichnung.

Und als ob das nicht genug wäre, setzte Günther Götz in der Nachspielzeit den Schlusspunkt - 92. Minute, Linksfuß, Distanzschuss in den Winkel. Billy Chamberlain hatte den Ball zuvor mit der Präzision eines Uhrmachers aufgelegt. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Götz später lachend. "Aber wenn’s so aussieht, war’s natürlich Absicht."

Oxford schlich vom Platz, die Fans klatschten trotzdem - aus Mitleid, aus Gewohnheit, man weiß es nicht. Hull dagegen feierte ausgelassen, auch wenn Oergel mahnend den Zeigefinger hob: "Vier Tore sind schön, aber wir hätten sechs machen müssen." Seine Spieler grinsten nur. Vermutlich wussten sie, dass 4:1 auswärts schon ziemlich perfekt ist.

Statistisch gesehen war das Spiel fast gerecht - Ballbesitz 54 zu 46 für Hull, Zweikampfquote ähnlich. Doch die Tigers waren schlicht wacher, zielstrebiger, bissiger. Oxford spielte, Hull traf. Manchmal ist Fußball so einfach. "Wir haben die Mitte kontrolliert, aber die Flügel verloren", seufzte Hoppe. Und tatsächlich: Bancroft links, Wiltshire rechts - das war wie ein Lehrfilm über effizientes Flügelspiel.

Im Presseraum nach dem Spiel fragte ein Reporter den jungen Caviness, ob er sich schon als Star fühle. "Star?", grinste der 18-Jährige, "ich hab noch Mathe-Hausaufgaben." Wenn er so weitermacht, wird er sie bald in der Premier League machen dürfen.

Ein Abend, der für Oxford so trüb endete wie er begonnen hatte - und für Hull Tigers der nächste Schritt in Richtung obere Tabellenhälfte war. Oder, wie es ein Fan im Pub nach Abpfiff formulierte: "Wenn du 16.000 Leute nass machst, sollten sie wenigstens was zum Jubeln haben. Heute hatte nur Hull Grund dazu."

Fazit: Oxford mit viel Ball, Hull mit viel Tor. Und irgendwo dazwischen ein 18-Jähriger, der den Unterschied machte.

21.03.643990 15:03
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