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Hull Tigers zerlegen die Spurs - Wiltshire eröffnet den Torreigen

Ein kalter Februarabend in Hull, Flutlicht, 30.358 Zuschauer - und ein Spiel, das die "Tigers" so richtig zum Fauchen brachte. Mit einem klaren 3:0 (2:0) fegte Hull City - pardon, die "Hull Tigers" - am 6. Spieltag der englischen Zweiten Liga die London Spurs vom Platz. Wer spät kam, verpasste zwar keine frühe Explosion, aber das, was danach kam, hatte durchaus den Duft eines Befreiungsschlags.

Trainer Mathias Oergel hatte vor dem Spiel noch betont, man wolle "endlich mal wieder über 90 Minuten dominant auftreten". Mission erfüllt. Seine Jungs schossen 17-mal aufs Tor, während die Spurs nur mit zwei zaghaften Versuchen auf sich aufmerksam machten. Ballbesitz? Mit 52 zu 48 Prozent zwar knapp, aber was Hull aus seinen Anteilen machte, war schlicht effizienter, bissiger - und, ja, schöner anzusehen.

Die Partie begann abwartend, die Spurs mit einer jugendlich wirkenden Elf, in der gleich drei 17-Jährige standen. Ob das Mut oder Verzweiflung war, wird nur ihr Trainer wissen - der allerdings nach dem Spiel lieber schwieg. "Ich hätte mir gewünscht, dass wenigstens einer von denen mal einen Ball nach vorne spielt", murmelte Torwart Adam Bosworth beim Verlassen des Platzes, halb ironisch, halb resigniert.

Nach 25 Minuten kam dann der erste Knall: Spurs-Stürmer Oscar Kober rauschte in einen Zweikampf, sah Gelb - und im Gegenzug nutzte Hulls Connor Wiltshire die Unordnung. In der 26. Minute zog er nach einem schnellen Doppelpass trocken ab und traf ins rechte Eck. 1:0, die Tigers-Fans brüllten, als hätten sie gerade den Aufstieg klar gemacht. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Wiltshire später. "Der Ball war gut drauf heute - und ich wohl auch."

Neun Minuten später legte Innenverteidiger Isaac Lankford nach, nach einer Ecke von Juan Goncalves. Ein Wuchtkopfball, der Bosworth keine Chance ließ. 2:0 - und das schon zur Pause. Die Spurs wirkten da schon wie ein Team, das lieber woanders wäre. Ihr Pressing? Laut Statistik: nicht vorhanden. Ihr Mut? Unauffindbar.

Im zweiten Durchgang versuchte Hull, das Spiel zu kontrollieren. Oergel ließ rotieren, brachte mit Ewan Caviness und Christopher Lujan frische Beine. Es wurde nicht hektisch, aber die Tigers blieben klar Chef im Haus. Wiltshire prüfte den Keeper gleich mehrfach (50., 65., 69.), und jedes Mal lag ein weiteres Tor in der Luft. "Wenn du 17 Schüsse hast, willst du vier Tore haben", flachste Oergel später. "Aber ich will ja nicht gierig wirken."

Die Spurs? Nun ja. Leon Ackland holte sich in der 84. Minute noch Gelb ab, und Adrian Mila tat es ihm in der 90. gleich - eine Art symbolisches Schlusskapitel unter einem gebrauchten Abend. "Wir haben wenigstens die Karten-Statistik gewonnen", witzelte ein Spurs-Fan auf der Tribüne bitter.

Dann, kurz vor Ende, krönte Hull seine Leistung: In der 89. Minute schickte Antonio Hernando seinen Kollegen Billy Chamberlain auf rechts, der den Ball humorlos ins lange Eck drosch. 3:0, der Deckel drauf, die Spurs endgültig zerlegt. Chamberlain riss die Arme hoch, grinste Richtung Trainerbank - und Oergel klatschte gelassen. "Das war ein Spiel, wie ich’s gern hab - mit Herz, ohne Zirkus", sagte er nach Abpfiff.

Statistisch war es ein klarer Fall: 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 17 Schüsse aufs Tor, drei Treffer, null Gegentore. Und ein Joel Eliot im Hull-Tor, der wahrscheinlich die kühlste Nacht seines Lebens verbrachte - zwei harmlose Bälle, einer davon wohl eher ein Rückpass.

Was bleibt? Ein Hull-Team, das sich langsam in Form spielt, und Spurs, die sich fragen müssen, ob ihr Konzept aus "balanciertem Angriff" und "kein Pressing" wirklich das Gelbe vom Ei ist. Vielleicht sollte man beim nächsten Mal weniger "balanced" und mehr "awake" spielen.

Oergel fasste es süffisant zusammen: "Wir haben gezeigt, dass man auch ohne Zauberei Tore schießen kann - einfach, wenn man den Ball öfter aufs Tor bringt."

Und die Fans? Die sangen im Abspann "We are the Tigers", mit einem Unterton, der fast nach Zuversicht klang. Nach Abenden wie diesem darf man das wohl.

Denn wenn die Hull Tigers so weitermachen, könnte es bald öfter heißen: Hull faucht - und der Gegner flieht.

26.07.643990 23:27
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Es gibt jetzt gerade überall auf anderen Pressekonferenzen Trainer, die denselben Käse erzählen wie ich.
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