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Hull Tigers zähmen Wimbledon - Engelhardt und Götz treffen beim 2:0-Heimsieg

Ein Dienstagabend in Hull, 20:30 Uhr, Flutlicht, Nieselregen - also perfektes englisches Fußballwetter. 25.728 Fans im KC Stadium sahen am 4. Spieltag der 2. Liga England, wie die Hull Tigers den Gästen vom Wimbledon FC mit 2:0 die Grenzen aufzeigten. Zwei Tore, beide in der ersten Halbzeit, genügten, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen - zumindest für die Hausherren.

Schon in der ersten Minute knallte Connor Wiltshire den Ball aufs Tor, als wolle er prüfen, ob der Rasen noch lebt. Die Tigers begannen mit Feuer, und das Publikum schnurrte zufrieden. Wimbledon dagegen wirkte, als hätte man ihnen kurz vor Anpfiff erklärt, dass es heute nicht um Tennisbälle, sondern um Tore geht.

Nach 17 Minuten folgte dann der erste Streich: Günther Götz, der junge Linksaußen mit der Frisur eines Popstars und dem Schuss eines Schmieds, zog nach Vorlage von Juan Goncalves trocken ab - 1:0! "Ich hab einfach draufgehauen, ehrlich gesagt", grinste Götz später, "Juan hat so laut ’Schieß endlich!’ gerufen, dass ich gar keine andere Wahl hatte."

Wimbledon versuchte, eine Antwort zu finden. Tomas Horvath und Riley Stanton hatten in der Anfangsphase ein paar harmlose Schüsschen abgegeben, die Hull-Keeper Joel Eliot eher als freundliche Grüße verstand denn als echte Gefahr. "Ich musste mich einmal richtig strecken", sagte Eliot augenzwinkernd, "aber das war eher Gymnastik als Torwartarbeit."

Elf Minuten nach dem 1:0 legte Hull nach - und wie! Luca Engelhardt, der auf links wirbelte, verwertete eine butterweiche Flanke von Billy Chamberlain zum 2:0 (28.). Technisch fein, mit der Präzision eines Uhrwerks, und vor allem: unhaltbar. "Wir haben trainiert, solche Situationen auszuspielen", erklärte Trainer Mathias Oergel später mit einem zufriedenen Lächeln. "Also, wir haben’s zumindest versucht - dass es mal klappt, ist ja auch schön."

Noch vor der Pause hätten die Tigers leicht erhöhen können. Wiltshire ballerte gefühlt alle fünf Minuten aufs Tor - insgesamt kamen die Gastgeber auf stolze 29 Abschlüsse. Wimbledon dagegen brachte es auf magere vier. Das Ergebnis hätte also leicht höher ausfallen können, wenn Engelhardt und seine Kollegen ihre Chancenverwertung nicht im Kabinenschrank vergessen hätten.

Nach dem Seitenwechsel flachte das Spiel merklich ab. Hull verwaltete, Wimbledon verwaltete noch mehr - allerdings eher den Rückstand. Die Gäste hatten mit 53 Prozent Ballbesitz zwar mehr vom Spiel, taten damit aber ungefähr so viel wie ein Kind mit einem neuen Fußball im Wohnzimmer: viel Bewegung, wenig Effekt.

Trainer Oergel reagierte nach einer guten Stunde mit drei Wechseln. Lansbury, Götz und Goncalves durften duschen gehen, Bancroft, Chamberlain und Agirre kamen. Letzterer ersetzte Goncalves, der zuvor schon in Minute 7 Gelb gesehen hatte. "Ich hab’s nicht so mit Geduld", gestand Goncalves später lachend. "Aber wenigstens hab ich beim 1:0 was Richtiges gemacht."

Wimbledon bemühte sich weiter, doch ihre Offensive wirkte so schüchtern wie ein Erstklässler am Mikrofon. Ein paar harmlose Abschlüsse von Cameron Haddington und Horvath waren das Höchste der Gefühle. Hulls Abwehr um Tyler Edwards und Isaac Lankford stand fest wie ein Backsteinwall, und wenn doch mal was durchkam, war Eliot zur Stelle - oder der Ball flog ohnehin Richtung Parkplatz.

In der Schlussphase drehte Alexander Bancroft noch einmal auf, prüfte den gegnerischen Keeper mehrfach, aber das dritte Tor wollte einfach nicht fallen. "Vielleicht wollte der Ball einfach nicht nass werden", murmelte Bancroft später mit einem Augenzwinkern.

So blieb es beim verdienten 2:0. Die Tigers zähmten Wimbledon, ohne dabei in Ekstase zu verfallen - solide, effektiv, und mit einer Portion Spielfreude. "Ich hab selten so viele Schüsse gesehen, die nicht reingehen", meinte Oergel nach Abpfiff und schüttelte lachend den Kopf. "Aber Hauptsache, die wichtigen zwei sind drin."

Fazit: Hull Tigers siegen souverän, auch wenn die Statistik (46,8 Prozent Ballbesitz) etwas anderes vermuten lässt. 29 Torschüsse, zwei Tore, null Gegentreffer - eine Bilanz, die man sich gern einrahmen darf. Wimbledon hingegen wird die Heimreise antreten und sich fragen, wie man mit mehr Ballbesitz so wenig anfangen kann.

Und während die Fans im Pub noch über Götz’ Schusskraft und Engelhardts Eleganz diskutierten, fasste ein älterer Zuschauer das Spiel wohl am besten zusammen: "War kein Feuerwerk - eher ein Lagerfeuer. Aber warm wurde uns trotzdem."

03.07.643990 17:10
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