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Hull Tigers gewinnen zähes Heimspiel dank Innenverteidiger Karabulut

Es war ein kalter Samstagabend in Hull, aber was die 30.330 Zuschauer im Stadion der Hull Tigers zu sehen bekamen, war alles andere als frostig - eher eine Mischung aus Nervenspiel, Geduldsprobe und einem Happy End aus der Abteilung "Innenverteidiger trifft und alle reiben sich die Augen". Am Ende hieß es 1:0 für die Tigers gegen tapfere, aber harmlose Gäste aus Basingstoke. Das goldene Tor erzielte - man glaubt es kaum - der Abwehrhüne Öcal Karabulut in der 11. Minute.

Dabei hatte das Spiel eher nervös begonnen. Schon nach 60 Sekunden sah Charlie Henderson Gelb, weil er offenbar den Abend mit einem kleinen Weckruf für seinen Gegenspieler beginnen wollte. "Ich war einfach zu motiviert", grinste Henderson nach dem Spiel. "Ich dachte, das ist Rugbylight heute." Trainer Mathias Oergel kommentierte trocken: "Wenn man nach einer Minute Gelb sieht, kann’s ja nur besser werden."

Und tatsächlich: Es wurde besser. Die Tigers übernahmen mit knapp 51 Prozent Ballbesitz die Kontrolle und schoben sich den Ball geduldig zu. Basingstoke Town, von Trainer Ron Go im gewohnten Defensivmodus eingestellt, lauerte auf Konter. Doch der Plan hielt nur bis zur elften Minute. Nach einer Ecke von der linken Seite stieg Karabulut hoch, als wäre er plötzlich Mittelstürmer, und wuchtete die Kugel per Kopf in die Maschen. Torwart Rolando Giordano sah dabei aus, als habe er gerade an die Steuererklärung gedacht.

"Ich wollte eigentlich nur den Ball klären", lachte Karabulut später, noch immer ungläubig. "Aber wenn der Ball schon kommt, kann man ihn ja auch mal reinschädeln."

Danach entwickelte sich ein Spiel, das zwar eindeutig in Richtung Hull lief, aber nie wirklich entschieden war. 16 Torschüsse der Gastgeber standen am Ende nur zwei der Gäste gegenüber - und doch blieb die Spannung, weil die Tigers das 2:0 einfach nicht hinbekamen. Luca Engelhardt prüfte Giordano mehrfach, Jürgen Petersen hatte gleich nach der Pause zwei gute Gelegenheiten, und der eingewechselte Jorgen Halvorsen brachte über links Schwung. Doch jedes Mal fehlte die Präzision oder der letzte Pass.

Im Mittelkreis gestikulierte Lewis Payne, der erfahrene Mittelfeldmotor, immer wieder wild. "Wir spielen wie im Training - nur ohne Tore", soll er in der 66. Minute seinen Nebenmann angeraunzt haben. Payne selbst versuchte es zwei Mal aus der Distanz, beide Male knapp vorbei.

Basingstoke? Nun ja. Sie versuchten es mit dem, was man höflich "kontrollierte Defensive" nennen könnte. Joel Maurer hatte in der 75. Minute tatsächlich den Ausgleich auf dem Fuß, aber sein Schuss blieb eher eine Rückgabe an Hull-Keeper Joel Eliot. "Wir wollten lange das 0:0 halten", erklärte Trainer Ron Go nach der Partie. "Das hat elf Minuten funktioniert. Danach wollten wir das 1:1 - das hat leider 79 Minuten nicht funktioniert."

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Gerd Laursen, der bereits in der 14. Minute Gelb gesehen hatte, sammelte in der 79. Minute die seltene Kombination Gelb-Rot ein. "Ich dachte, ich hätte den Ball gespielt", sagte er - was in Zeitlupe ungefähr so überzeugend wirkte wie ein Kind, das behauptet, die Vase sei von selbst gefallen. Oergel war nicht begeistert, blieb aber gelassen: "Gerd hat heute doppelt Gas gegeben - leider auch doppelt zu früh."

Basingstoke witterte kurz Überzahlglück, doch es blieb beim Versuch. Stattdessen sahen die Gäste in der Schlussphase selbst noch zwei Gelbe Karten - offenbar wollten sie sich farblich anpassen. David Tal (87.) und Juan Pablo Peyroteo (86.) reihten sich in die Notizliste des Schiedsrichters ein.

Am Ende jubelte Hull über drei Punkte, die zwar knapp, aber verdient waren. 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 16 Abschlüsse und ein beherzter Innenverteidiger machten den Unterschied. Coach Oergel fasste zusammen: "Schön war’s nicht, aber wir haben gezeigt, dass wir auch hässlich gewinnen können."

Und während die Fans in der kalten Nacht von Hull noch die letzten Hotdogs kauften, brüllte einer auf der Tribüne: "Öcal for President!" - was Karabulut später hörte und schmunzelnd kommentierte: "Ich bleib lieber Innenverteidiger. Da kann man wenigstens ab und zu Tore schießen."

So endete ein Abend, der statistisch klar, spielerisch solide und emotional überraschend war. Hull Tigers - jetzt mit einem Sieg, der sich nicht nur in der Tabelle, sondern auch in den Köpfen festsetzen dürfte. Manchmal reicht ein Kopfball, um den grauen englischen Winter ein wenig heller zu machen.

01.01.643988 13:58
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Das ist eine Deprimierung.
Andreas Möller
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