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Hull, 23. Februar 2026 - 31.504 Zuschauer im KCOM Stadium sahen ein Spiel, das man wohl am besten mit einem Seufzer zusammenfasst: "So viel Aufwand, so wenig Ertrag." Die Hull Tigers dominierten phasenweise, schossen 13-mal auf das Tor, führten hitzige Zweikämpfe, liefen, ackerten - und verloren dennoch 1:2 gegen eiskalte Gäste von Midlands Villa. Dabei hatte alles nach einem guten Abend für die Tigers ausgesehen. Schon in den ersten 20 Minuten brannte es mehrfach im Strafraum der Gäste. Marvin Eder, der bullige Mittelstürmer, prüfte Villa-Keeper Tyler Clancy gleich dreimal (11., 17., 22.), doch der junge Torhüter parierte alles mit stoischer Ruhe. "Ich dachte irgendwann, der Typ hat Magneten in den Handschuhen", knurrte Eder später, halb belustigt, halb frustriert. Und wie es im Fußball so oft läuft, nutzten die Gäste den ersten echten Nadelstich eiskalt. In der 30. Minute schickte Alexander Hennessy den flinken Nahum Begin mit einem butterweichen Pass über links. Begin zog nach innen und traf trocken ins rechte Eck - 0:1, völlig entgegen dem Spielverlauf. Hulls Trainer Mathias Oergel raufte sich an der Seitenlinie die Haare und schimpfte: "Wir spielen wie Barcelona, aber treffen wie in der Kreisliga!" Kurz darauf wurde der Frust sichtbar. Linksverteidiger Juan Goncalves sah in der 39. Minute Gelb, nachdem er Midlands’ Rechtsaußen Vasquez unsanft gestoppt hatte. Der Schiedsrichter winkte ab, Goncalves grinste - und das Publikum wusste: Es könnte noch ungemütlich werden. Nach dem Seitenwechsel drückten die Tigers aufs Gas. In der 59. Minute endlich die Erlösung: Billy Chamberlain flankte präzise auf Günther Götz, der den Ball mit der Brust annahm und aus kurzer Distanz zum 1:1 versenkte. Das Stadion tobte, Trainer Oergel sprang wie ein Derwisch an der Seitenlinie. "Endlich!", brüllte er - doch die Freude währte genau zwei Minuten. Denn Midlands Villa antwortete sofort. Hennessy, zuvor Assistgeber, durfte diesmal selbst jubeln. Nach schöner Vorarbeit von Evan Ward zog er aus gut 18 Metern ab, und der Ball zappelte im Netz (61.). Keeper Joel Eliot streckte sich vergeblich - 1:2. "Das war ein Sonntagsschuss an einem Montagabend", grinste Villa-Coach Ron Li später verschmitzt. Hull wechselte offensiv: Jürgen Petersen kam für Wiltshire (62.), später folgten Lewis Payne und Alexander Bancroft (75./76.). Die Tigers warfen nun alles nach vorn, sogar Innenverteidiger Isaac Lankford tauchte plötzlich im gegnerischen Strafraum auf. Doch Clancy im Villa-Tor blieb der Fels in der Brandung. In der 86. Minute hatte Luca Engelhardt noch die Riesenchance zum Ausgleich, traf den Ball aber eher mit dem Knie als mit dem Fuß - vorbei. Midlands Villa verteidigte clever, wenn auch mit rustikalem Einschlag. Drei Gelbe Karten (Ward 68., Bancroft 77., Vasquez 80.) zeigten, dass man für den Sieg auch mal zupacken musste. "Wir sind keine Tänzer, wir sind Maurer", sagte Hennessy nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. Am Ende blieb der Eindruck: Hull hatte mehr vom Spiel (48,5 % Ballbesitz, 13 Torschüsse), Midlands Villa aber das bessere Timing - und die Kaltschnäuzigkeit. "Wenn du 13-mal schießt und nur einmal triffst, brauchst du dich nicht beschweren", meinte Oergel nüchtern auf der Pressekonferenz. "Wir machen das nächste Mal einfach 14 Schüsse." Ron Li dagegen lächelte zufrieden: "Wir haben unsere Momente genutzt. Gegen Hull darf man nicht schön spielen wollen, man muss überleben - und das haben wir." Als die Fans der Tigers nach Abpfiff langsam aus dem Stadion trotteten, blieb ein Gefühl zwischen Frust und Galgenhumor. Ein älterer Fan fasste es auf der Tribüne treffend zusammen: "Wir sind eben die Tigers - manchmal brüllen wir, manchmal beißen wir uns selbst." Vielleicht das passendste Fazit für einen Abend, an dem Hull alles gab und doch leer ausging - während Midlands Villa mit drei Punkten im Gepäck und selbstzufriedenem Lächeln in den Bus stieg. Und irgendwo im Dunkel des Busses dürfte Nahum Begin leise gegrinst haben - schließlich hatte er den Anfang gemacht. 01.12.643990 03:00 |
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