Football Today
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Hucknall Town verspielt Führung - Margate Reds drehen das Spektakel in der Schlussphase

Es war ein Freitagabend, der in Hucknall noch lange Gesprächsthema bleiben wird. 27. Spieltag der 1. Liga England, Flutlicht, 27.000 Zuschauer, und am Ende ein Ergebnis, das man so wohl kaum vorhergesagt hätte: Hucknall Town unterliegt den Margate Reds mit 3:5, obwohl die Gastgeber zwischenzeitlich komfortabel in Führung lagen.

Dabei begann alles nach Maß. Lionel Couto traf in der 19. Minute nach feinem Zuspiel von Maurice Kohl zum 1:0. Der Jubel auf den Rängen war ohrenbetäubend - und Trainer Maddes Kaiser rief seinem Assistenten lachend zu: "Wenn das so weitergeht, brauch ich heute Abend kein Beruhigungstee!" Doch wie so oft war das Schicksal anderer Meinung.

Nur 13 Minuten später schlug Margate zurück. Zivojin Basta, dieser ewig unterschätzte Linksfuss der Reds, traf nach Vorlage von Kai Marley zum Ausgleich (32.). Doch die Antwort Hucknalls ließ keine zwei Minuten auf sich warten: Daniel Winfield, gerade einmal 21 Jahre jung, donnerte den Ball nach Kopfballablage des Innenverteidigers Roland Jendrisek zum 2:1 ins Netz. Zur Pause roch alles nach Heimsieg, die Statistiken sprachen ebenfalls für Hucknall - 50 Prozent Ballbesitz, neun Torschüsse, ein Publikum in Feierlaune.

Direkt nach Wiederanpfiff legte Filipe Alves nach. In der 46. Minute verwertete er eine präzise Flanke von Marc Baer zum 3:1. "Da dachte ich, das ist durch", gestand Alves nach dem Spiel, "aber dann haben wir aufgehört, Fußball zu spielen."

Tatächlich schien Hucknall Town den Stecker gezogen zu haben, während Margate Reds plötzlich das Tempo anzog wie ein Sportwagen auf der Überholspur. Kai Marley traf in der 54. Minute zum 3:2, und auf der Gästebank drehte Trainer Ata Lameck jubelnd seine Wasserflasche wie ein Pokal. "Wir wussten, dass sie wackeln würden, wenn wir draufgehen", grinste er später mit jener Mischung aus Genugtuung und Übermut, die man nur nach einem solchen Comeback zeigt.

Hucknall reagierte mit einem Dreifachwechsel in der 60. Minute: Varga, Dennehy und Karel Scranton kamen - frisches Blut, neue Impulse. Doch die Impulse verpufften. Margate drängte weiter, schoss aus allen Lagen (insgesamt 18 Torschüsse!) und zeigte jene Entschlossenheit, die man in der ersten Halbzeit noch vermisst hatte.

In der 81. Minute brach Hansen Scranton den Bann: 3:3 nach feinem Zuspiel von Basta. Zwei Minuten später war es wieder Marley, der nach Vorlage von Connor Gayheart eiskalt blieb - 3:4. "Ich hab einfach gedacht: Wenn niemand schießt, mach ich’s halt selbst", lachte Marley nach Abpfiff, während sein Trainer ihm auf die Schulter klopfte.

Hucknall taumelte, und in der Nachspielzeit setzte Gayheart den Schlusspunkt (93.), erneut vorbereitet von Basta. 3:5 - das Stadion verstummte, nur die rund 2.000 mitgereisten Reds-Fans sangen noch. "Wir haben uns selbst geschlagen", murmelte Trainer Kaiser in der Pressekonferenz, "wir haben aufgehört, zu glauben."

Auch die Zahlen erzählten die Geschichte eines Spiels, das kippte: 50,4 Prozent Ballbesitz für Hucknall, aber Margate mit mehr Schüssen, höherer Zweikampfquote (52,6 Prozent) und einem unerschütterlichen Glauben an die eigene Offensive. Und während Hucknall taktisch bis zum Ende offensiv blieb, spielten die Reds mit brutalem Angriffsgeist und langen Bällen - ein Stil, der an diesem Abend den Unterschied machte.

Nach Abpfiff saßen einige Hucknall-Spieler minutenlang auf dem Rasen, die Köpfe in den Händen. Filipe Alves, der Torschütze zum 3:1, hatte sich inzwischen eine Gelbe Karte abgeholt (85.) und schüttelte traurig den Kopf: "So viele Tore, und trotzdem verlieren - das fühlt sich an wie ein schlechter Witz."

Ein Witz war es tatsächlich, allerdings einer, über den in Margate herzlich gelacht wurde. Denn ihre Reds zeigten, dass man ein Spiel nie zu früh abschreiben sollte. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Marley mit einem schelmischen Grinsen - ein Satz, der wohl sinnbildlich für diese verrückte Partie steht.

Und Hucknall? Die müssen nun nicht nur an der Defensive arbeiten, sondern auch an der Fähigkeit, einen Vorsprung zu halten. Vielleicht hilft tatsächlich der Beruhigungstee, den Kaiser eingangs erwähnt hatte - diesmal allerdings in doppelter Dosis.

Ein Fußballabend zum Staunen, zum Fluchen und zum Schmunzeln. Margate Reds gewinnen 5:3 in Hucknall - und die Moral der Geschichte: Wer zu früh jubelt, hat oft die längste Heimfahrt.

18.07.643993 19:33
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