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Hucknall Town siegt spät - Couto trifft, Ashford verzweifelt

Ein kalter Februarabend in Ashford, Flutlicht, 32.085 Zuschauer, und ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst - allerdings eher wegen seiner zähen Dramaturgie als wegen berauschender Fußballkunst. Hucknall Town entführt mit einem späten 1:0-Sieg beim sechsten Spieltag der 1. Liga England drei Punkte aus dem New Ashford Stadium. Der Held des Abends: Lionel Couto, der in der 80. Minute das einzige Tor erzielte - ein Treffer, der so elegant wie unerwartet kam.

Von Beginn an zeigte sich, dass Hucknall Town die reifere Mannschaft war. Schon in der dritten Minute prüfte Miroslav Kozacik den jungen Ashford-Keeper Damian Martinez, der seine Handschuhe offenbar noch nicht ganz aufgewärmt hatte. "Ich hatte in dem Moment einfach Glück, dass der Ball nicht reinging", gab Martinez nach dem Spiel zu, "der hat richtig geflattert!"

Hucknall dominierte Ball und Gegner - 55 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse, und die meiste Zeit spielte sich das Geschehen in der Hälfte der Gastgeber ab. Ashford Town dagegen verteidigte mit jugendlichem Eifer und gelegentlicher Panik. Trainer David Reichart, der seine Startelf fast ausschließlich aus Teenagern zusammenstellen musste, raufte sich bereits nach 20 Minuten die Haare. "Ich hatte kurz den Eindruck, meine Jungs suchen den Pausenpfiff schon in der ersten Halbzeit", sagte er trocken.

Doch trotz Hucknalls Druck blieb es zur Pause beim 0:0. Kozacik, Couto und Baer scheiterten reihenweise an Martinez oder der eigenen Abschlussschwäche. In der 33. Minute zirkelte Couto einen Schuss knapp über die Latte, und in der 45. Minute rettete Hiliard für Ashford in höchster Not auf der Linie. Die Tribüne tobte - allerdings mehr aus Erleichterung als aus Begeisterung.

Nach dem Seitenwechsel kam Ashford kurz auf. Der 17-jährige Joel Bostwick hatte in der 48. Minute die vielleicht beste Chance der Hausherren, doch sein Schuss landete in den Armen von Hucknalls erfahrenem Torwart Silvestre Ferreira, der sichtlich amüsiert wirkte. "Ich habe schon härtere Rückgaben bekommen", murmelte er lachend Richtung eigener Bank.

Dann kam die Szene, die das Spiel entschied. In der 80. Minute setzte sich Owen Nolan auf der linken Seite durch, flankte halbhoch in den Strafraum, wo Lionel Couto lauerte - mit einer Drehung und einem satten Linksschuss ins rechte Eck. Martinez streckte sich vergeblich. 0:1. Hucknall jubelte, die jungen Ashford-Spieler blickten konsterniert in den Nachthimmel. Couto erklärte später: "Ich hab einfach draufgehalten. Manchmal muss man nicht denken, nur treffen."

Ashford versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles. Bostwick und der ebenfalls 17-jährige George Morriss suchten ihr Glück im Abschluss (81. und 84. Minute), doch Ferreira blieb unüberwindbar. Morriss, der zuvor in der 50. Minute Gelb gesehen hatte, rannte nach Abpfiff wütend vom Platz. "Das war so unnötig, wir haben uns selbst geschlagen", schimpfte er, während Trainer Reichart ihm auf die Schulter klopfte.

Hucknalls Trainer Maddes Kaiser hingegen blieb gelassen. "Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen, aber ich nehme auch ein spätes Tor. Drei Punkte sind drei Punkte." Dann grinste er und fügte hinzu: "Und Couto darf heute das Mannschaftsessen aussuchen - er hat’s sich verdient."

Statistisch war der Sieg verdient: 15:3 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ruhiger Aufbau, kein hektisches Pressing - Hucknall spielte mit der Routine einer erfahrenen Truppe. Ashford kämpfte tapfer, aber die jugendliche Unerfahrenheit war unübersehbar.

Als Schiedsrichter Bell das Spiel um 22:20 Uhr abpfiff, atmete das Publikum durch. Man hatte alles gesehen: junge Hoffnungsträger, alte Hasen, ein spätes Tor und viel Lehrgeld. "Die Jungs werden daraus lernen", versprach Reichart und lächelte müde.

Und während Couto draußen auf dem Rasen noch Selfies mit den mitgereisten Fans machte, schob sich über Ashford langsam der Nebel. Ein sinnbildliches Ende für einen Abend, an dem die Zukunft gegen die Erfahrung spielte - und letztere knapp, aber verdient gewann.

Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn Hucknall noch öfter so spielt, schlafen wir alle mit einem Lächeln ein - auch wenn’s nur 1:0 steht."

07.08.643990 02:50
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