Sportovni Noviny
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Hradec Kralove tanzt durch Benesov - 3:1 nach frühem Doppelschlag

Es war ein kalter Januarabend in Benesov, aber auf dem Rasen brannte schon nach wenigen Minuten die Luft. 16.000 Zuschauer hatten sich zum 24. Spieltag der 1. Liga Tschechien eingefunden, vielleicht in der Hoffnung auf ein Wunder. Stattdessen bekamen sie eine Lehrstunde in Sachen Effizienz - und ein SK Benesov, der zwar 51 Prozent Ballbesitz verbuchte, aber kaum wusste, wohin mit dem Ball.

"Wir wollten das Spiel kontrollieren", sagte Benesovs Trainer nach der Partie und zog die Schultern hoch, als hätte der Ball selbst einen eigenen Willen gehabt. Kontrolliert wurde allerdings vor allem der eigene Strafraum - von den Gästen aus Hradec Kralove.

Bereits in der 10. Minute klingelte es zum ersten Mal. Callum Buchan, der flinke Linksaußen, zündete nach einem Pass von Nevio Xavier den Turbo und schob überlegt ins lange Eck ein. "Ich hab einfach abgezogen, bevor der Torwart blinzeln konnte", grinste Buchan nach dem Spiel. Der arme Gabri Moreno im Tor von Benesov schaute dem Ball hinterher, als würde er noch auf einen Linienrichterpfiff hoffen.

Kaum acht Minuten später der nächste Schlag: Nicolas Le Tallec, eiskalt wie ein nordischer Winter, verwandelte nach Vorarbeit von Antonio Albacar zum 2:0. Die Abwehr von Benesov stand dabei so offen wie das Stadttor in einem Touristenprospekt.

Doch wer dachte, das Spiel sei gelaufen, wurde kurz darauf überrascht. Nur eine Minute nach dem zweiten Treffer brachte Libor Drsek die Hausherren zurück ins Spiel. Tord Larsson, der alte Haudegen auf der rechten Seite, flankte, Drsek hielt den Schlappen hin - 1:2. Das Stadion tobte, und plötzlich roch es nach Aufholjagd. "Da dachte ich, jetzt kippt’s vielleicht", seufzte Hradec-Coach Thomas Michael Rinesch später.

Aber Benesov schaffte es nicht, aus der Euphorie Kapital zu schlagen. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das ist ungefähr so viel Offensivdrang wie ein Regenschirm im Wind. Hradec dagegen feuerte aus allen Rohren: 14 Schüsse aufs Tor, und jeder zweite roch nach Gefahr.

Nach der Pause versuchte Benesov, ruhiger aufzubauen. Der Ball lief, aber immer in die Breite, selten nach vorn. "Wir haben gut kombiniert", meinte Mittelfeldmann Tomas Zubek, der nach einer Gelben Karte in der 61. Minute lieber keine weiteren Akzente setzte. "Nur halt nicht dahin, wo’s wehtut."

In der 59. Minute machte Hradec den Deckel drauf. Arto Väyrynen, diesmal aufgerückt aus dem Mittelfeld, zog nach Vorlage von Taylor Hannigan ab - 3:1. Es war das Tor eines Mannes, der einfach Lust hatte, die Entscheidung zu erzwingen. "Ich hab gesehen, dass keiner rausrückt - also dachte ich, warum nicht?", sagte Väyrynen später, als hätte er gerade ein Kreuzworträtsel gelöst.

Die letzten 30 Minuten waren dann ein Musterbeispiel für Spielkontrolle der Gäste. Buchan, Kalitzakis und Xavier wirbelten weiter, als gäbe es Punkte für Ästhetik. Benesov rannte, kämpfte, versuchte zu pressen - aber das Pressing kam so spät, dass die Grasnarbe schon wieder zugewachsen war.

Trainer Rinesch lobte nach dem Abpfiff sein Team: "Wir waren von Anfang an gallig. Das war der Schlüssel." Sein Gegenüber nickte nur stumm, vielleicht weil er wusste, dass gallig genau das war, was seinen Spielern fehlte.

Taktisch war’s ein klarer Fall: Hradec spielte durchgehend offensiv, aggressiv, schoss "anytime" - also aus jeder Lage. Benesov dagegen blieb brav "balanced", fast schon zu höflich, als wolle man den Gästen nicht zu nahe treten.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Fans trotzdem. In Benesov liebt man eben den Fußball, auch wenn er manchmal weh tut. "Wir müssen das abhaken", sagte Drsek, "und beim nächsten Mal wieder treffen - vielleicht sogar öfter als einmal."

Ein sarkastischer Kollege auf der Pressetribüne murmelte: "Na, das wäre ja mal ein Anfang."

So ging ein Abend zu Ende, an dem Hradec Kralove zeigte, was Effizienz bedeutet - und Benesov, dass Ballbesitz noch keine Punkte bringt. 1:3, ein klares Ergebnis. Und irgendwo auf der Heimfahrt summte wohl Buchan leise vor sich hin: "Ich hab einfach abgezogen, bevor der Torwart blinzeln konnte."

Vielleicht der ehrlichste Satz des Abends.

23.10.643987 22:00
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