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Hradec Kralove rettet spät ein 1:1 - Fulnek ärgert sich über verpasste Chance

Ein Freitagabendspiel unter Flutlicht, 30.375 Zuschauer im Fulneker Stadion, Temperaturen um den Gefrierpunkt - und zwei Teams, die sich nichts schenken wollten. Am 10. Spieltag der tschechischen 1. Liga trennten sich Fotbal Fulnek und Hradec Kralove mit 1:1. Ein Ergebnis, das beiden irgendwie zu wenig war - und doch irgendwie gerecht.

Fulnek begann kontrolliert, wie es Trainerin Anja Kaiser später nannte: "Wir wollten das Spiel ruhig aufbauen, den Ball laufen lassen. Kein Hauruck-Fußball." Die Statistik gibt ihr recht: 53 Prozent Ballbesitz, zehn Abschlüsse - und ein Tor, das man so schnell nicht vergisst. In der 27. Minute lief Linksverteidiger Hugo Pauleta (!) nach einem Doppelpass mit Rechtsaußen Vasile Korsos einfach weiter, als hätte jemand vergessen, ihm zu sagen, dass Verteidiger da eigentlich nicht auftauchen dürfen. Der Ball kam zurück, und plötzlich zappelte er im Netz. 1:0. "Ich dachte, Hugo will nur den Einwurf holen", grinste Korsos nach dem Spiel.

Der Jubel in Fulnek war groß - und wurde sofort von einem Schreckmoment unterbrochen. Auf der anderen Seite blieb Miroslav Rukavina von Hradec Kralove nach einem Zweikampf liegen. Es ging nicht weiter, Trainer Thomas Michael Rinesch musste früh wechseln. Für Rukavina kam Mirko Smolarek. "Das war kein leichter Moment", sagte Rinesch. "Da verlierst du im Zentrum Stabilität - und bekommst direkt danach ein Tor. Fußball kann so charmant grausam sein."

Bis zur Pause kontrollierte Fulnek weiter das Geschehen. Jaroslav Kucera zog aus der Distanz ab (36.), Rhys McGee und Korsos prüften den Torwart Da Cru kurz vor dem Halbzeitpfiff. Doch der zweite Treffer wollte nicht fallen. "Wir haben es zu schön spielen wollen", gab Kaiser später zu.

Nach der Pause änderte sich das Bild. Hradec, ohnehin mit offenem Visier gestartet, spielte nun voll auf Angriff. "Wir hatten nichts mehr zu verlieren", sagte Rinesch und grinste dabei, als wäre das sein Lieblingszustand. Besonders Antonio Garcia auf der rechten Seite rannte, flankte, schoss - manchmal alles gleichzeitig. In der 68. Minute setzte Zivojin Despotovic einen satten Schuss aus 20 Metern knapp über das Tor. Fulnek wankte, hielt aber noch.

Dann Minute 72: Ewan Rushton behauptete links den Ball, legte quer auf Kian Cromwell - und der traf eiskalt zum 1:1. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach rein", sagte Cromwell später schmunzelnd. "Und wenn der Ball will, dann lässt man ihn."

Fulnek reagierte wütend, fast trotzig. McGee und der junge Zbynek Svoboda feuerten aus allen Lagen, doch die Genauigkeit fehlte. In der 94. Minute hatte Korsos die große Chance auf den Sieg, sein Schuss rauschte Zentimeter am Pfosten vorbei. Auf der Tribüne hielt man kurz den Atem an - dann kam der Abpfiff.

Ein 1:1 also. Zehn Torschüsse auf beiden Seiten, ein Spiel mit offenem Visier, aber ohne Sieger. "Ein Spiel, das man gewinnt, wenn man seine Chancen nutzt", sagte Kaiser trocken. "Aber das haben wir heute nicht geschafft." Rinesch dagegen zeigte sich zufrieden: "Ein Punkt auswärts, nach so einem Spielverlauf - das nehmen wir mit. Außerdem haben wir Fulnek ein bisschen geärgert. Das ist ja auch was."

Die Zuschauer applaudierten, manche murmelten über vergebene Chancen, andere über vertane Möglichkeiten. Der Stadionsprecher verabschiedete sie mit der Durchsage, man möge "bitte die Sitzschalen wieder in den Originalzustand zurückklappen" - ein Hinweis, der irgendwie zur Stimmung passte.

Am Ende blieb das Gefühl, dass beide Mannschaften an diesem Abend etwas gelernt hatten: Fulnek, dass man ein Spiel nicht gewinnt, nur weil man es kontrolliert; Hradec, dass Offensive manchmal eben doch belohnt wird - auch wenn sie aus purer Verzweiflung entsteht.

"Ich hab der Mannschaft gesagt: Heute war’s ein Charaktertest", meinte Anja Kaiser beim Hinausgehen in die kalte Nacht. "Und wer weiß, vielleicht sind wir jetzt ein bisschen härter im Nehmen."
Daneben stand Rinesch, die Hände tief in der Jacke, und rief lachend: "Und ich hab meiner gesagt: Heute wart ihr wenigstens unterhaltsam!"

Ein Remis also, das in keiner Statistik glänzt - aber in Erinnerung bleibt. Fulnek und Hradec Kralove trennten sich 1:1, und man hätte sich fast gewünscht, es gäbe noch eine dritte Halbzeit. Nur, um zu sehen, ob einer von beiden den Mut gehabt hätte, sie zu gewinnen.

03.05.643987 08:23
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Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
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