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Hradec Kralove dreht spät auf - Strakonice bricht nach Doppelschlag ein

Ein kalter Januarabend in Hradec Kralove, Flutlicht, 24.112 Zuschauer und zwei Teams, die sich nichts schenken wollten - so begann der 23. Spieltag der 1. Liga Tschechiens. Am Ende stand ein 4:2 auf der Anzeigetafel, doch wer nur das Ergebnis sieht, ahnt nicht, welch Achterbahnfahrt sich auf dem Rasen abgespielt hat.

Schon nach elf Minuten bebte das Stadion: Nael Meireles, der quirlige Rechtsaußen der Hausherren, zog nach einem feinen Zuspiel von Mirko Smolarek von der Außenlinie nach innen und traf mit links ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Meireles nach dem Spiel, "aber der Ball wollte unbedingt ins Tor." Trainer Thomas Michael Rinesch klatschte zufrieden in die Hände, während Strakonice-Coach Markus Falb an der Seitenlinie bereits mit den Händen fuchtelte wie ein Dirigent ohne Orchester.

Der Rest der ersten Halbzeit war ein Duell im Mittelfeld, ein zähes Ringen um jeden Meter. Hradec hatte mit 50,5 Prozent Ballbesitz leicht die Nase vorn, aber Strakonice blieb mit langen Bällen gefährlich. Nur die Präzision fehlte. "Unsere langen Dinger landeten öfter im Nichts als bei Michal Kula", knurrte Falb später.

Nach dem Pausentee dann der Paukenschlag: In der 62. Minute glich Strakonice aus. Kula, diesmal wirklich am Ball, verwandelte nach einer butterweichen Flanke von Ivo Fryda zum 1:1. Keine 60 Sekunden später staunten selbst die Heimfans - Innenverteidiger Christian Terinese, sonst eher der Mann fürs Grobe, staubte nach einer Ecke eiskalt ab. 2:1 für Strakonice!

"Da dachte ich: Das kann doch nicht wahr sein!", gab Hradec-Verteidiger Alessio Canna später zu. Und tatsächlich - kurzzeitig sah es aus, als würde der Außenseiter aus Strakonice das Spiel drehen. Doch dann kam Vicente Zorrilla.

Der bullige Mittelstürmer von Hradec hatte bis dahin kaum Akzente gesetzt, doch in der 79. Minute stand er nach Vorarbeit des jungen Zdenek Cerny goldrichtig und drückte den Ball zum 2:2 über die Linie. Acht Minuten später war es wieder Zorrilla, diesmal bedient von Linksverteidiger Jaime Nani, der das Spiel endgültig kippte. 3:2 - Stadion in Ekstase.

"Vicente hat gerochen, dass heute was geht", lobte Trainer Rinesch. "Ich habe ihm in der 70. gesagt: ’Bleib vorne, die werden müde.’ Er hat genickt - und geliefert."

Strakonice versuchte danach, mit aller Macht zurückzukommen. Aber zwei Gelbe Karten für Mari (59.) und Terinese (85.) zeigten, dass die Kräfte schwanden - und auch die Nerven. In der Nachspielzeit besiegelte schließlich Kian Cromwell, nach erneuter Vorlage des 19-jährigen Cerny, das 4:2. Ein Tor, das so schön war, dass selbst der gegnerische Keeper Henrik Sundström kurz applaudierte - oder vielleicht einfach den Kopf schüttelte.

Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Spiel: 14 Torschüsse für Hradec, 6 für Strakonice, nahezu gleich viel Ballbesitz. Doch die Effizienz machte den Unterschied. "Wir haben viermal richtig hingelangt", fasste Smolarek trocken zusammen. "Und sie eben nur zweimal."

Trainer Falb suchte nach Erklärungen: "Zwei Minuten der Unordnung, und alles fällt auseinander. Fußball ist grausam." Sein Gegenüber Rinesch grinste und warf ein: "Oder einfach ehrlich."

Im Stadion blieben die Fans noch lange nach Abpfiff, sangen und tanzten im Schnee. Der Sieg war nicht nur ein wichtiger Schritt für die Tabelle, sondern auch ein Statement: Hradec Kralove kann Rückschläge wegstecken - und hat mit Zorrilla und Cerny ein Sturmduo, das an einem guten Tag jede Abwehr in der Liga auseinandernehmen kann.

Als der Stadionsprecher schließlich die letzten Lichter ankündigte, drehte sich ein älterer Fan zu seinem Nachbarn und sagte: "Das war nix für schwache Nerven - aber genau deswegen kommen wir ja her."

Ein Satz, den man sich auf die Vereinsfahne sticken könnte. Und während die Mannschaft jubelnd in die Kabine verschwand, blieb Markus Falb noch kurz auf dem Rasen stehen, sah auf die leuchtende Anzeigetafel und murmelte: "Vier Tore in 15 Minuten - das ist keine Taktik mehr, das ist Zauberei."

Vielleicht hat er recht. Oder vielleicht war es einfach Fußball in seiner schönsten, unberechenbarsten Form.

12.10.643987 08:00
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Ich bin gespannt auf den ersten Augenblick, wenn er auf dem Spielfeld erstmals wegen seiner Erkrankung von einem Gegenspieler dumm angemacht wird. Wenn er ihm dann in die Eier tritt, dann weiß ich, dass er gesund ist.
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