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Hradec Kralove dreht das Spiel: Später Triumph gegen SK Hlavice

Es war ein frostiger Samstagabend im Stadion von Hlavice, aber das Spiel zwischen SK Hlavice und Hradec Kralove heizte den 34.227 Zuschauern ordentlich ein. Fünf Tore, ein Platzverweis und ein emotional aufgeladener Schlagabtausch - die 90 Minuten boten alles, was das Fußballherz liebt, und einiges, was den Puls in die Höhe trieb. Am Ende jubelten die Gäste aus Hradec nach einem 3:2-Sieg, der so wohl kaum jemand mehr für möglich gehalten hätte.

Dabei begann alles nach Maß für die Hausherren. Schon nach 18 Minuten traf Vaclav Kula, der quirlige Rechtsaußen, nach feinem Zuspiel von Marcel Hogen zur Führung. Nur eine Minute später legte Christopher Haag nach - ein Doppelschlag, der die Tribünen beben ließ. "Da denkst du, das Ding läuft wie gemalt", grinste Trainer Egon Tor später bitter. "Aber Fußball malt eben mit Wasserfarben, und am Ende verschwimmt das Bild."

Hlavice dominierte in dieser Phase mit aggressivem Pressing und mutigem Offensivspiel. 20 Torschüsse am Ende sprechen eine klare Sprache - nur das Zählbare wollte nicht dauerhaft folgen. Stattdessen ließ man die defensive Ordnung so fahrlässig schleifen, dass Gäste-Stürmer Kian Cromwell in der 40. Minute nach einem präzisen Pass von Nael Meireles zum Anschluss traf. "Wir wollten nicht mit 0:2 in die Pause gehen", erklärte Cromwell später augenzwinkernd. "Also haben wir das kurz geregelt."

Nach dem Seitenwechsel kam Hradec mit neuem Schwung - und zwei frischen Kräften. Trainer Thomas Michael Rinesch hatte offenbar in der Kabine die richtigen Worte gefunden. "Ich habe gesagt: Wenn wir schon vorne spielen, dann richtig", verriet er hinterher. Und tatsächlich: Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff traf Zivojin Despotovic per Distanzschuss zum 2:2-Ausgleich. Der Ball flatterte noch leicht im Winterwind, aber das Netz zappelte - und plötzlich war die Euphorie auf den Rängen spürbar gedämpft.

Hlavice versuchte, den verlorenen Rhythmus wiederzufinden, doch die Gäste kontrollierten zunehmend das Spiel. Obwohl die Hausherren mehr Abschlüsse verzeichneten, hatte Hradec mit 57 Prozent Ballbesitz und klarem Passspiel die Initiative übernommen. Besonders Despotovic und der eingewechselte Nevio Xavier wirbelten das Mittelfeld durcheinander, und in der 72. Minute war es ausgerechnet Xavier, der nach Vorarbeit von Despotovic den Siegtreffer erzielte. Eiskalt, flach ins lange Eck - und schon jubelten die Gäste in einem Pulk aus Weiß und Rot.

Das Publikum raunte, der Trainer von Hlavice gestikulierte wild, und Kapitän Eyjolfur Kraft sah in der 85. Minute Rot - eine Szene, die sinnbildlich für den Frust stand. "Ich wollte nur den Ball spielen", behauptete Kraft nach dem Abpfiff, während sein Trainer die Stirn rieb. "Ja, den Ball, den Gegner, und wahrscheinlich auch das Schicksal", murmelte Egon Tor mit einem gequälten Lächeln.

In den Schlussminuten setzte Hlavice alles auf eine Karte, brachte mit Coupek, Fryda und Gecov gleich drei frische Leute. Man versuchte es mit langen Bällen und verzweifeltem Flügelspiel - doch Hradecs Abwehr um den eingewechselten Carlos Antonio hielt dicht. Torwart Daniel Da Cru pflückte in der Nachspielzeit noch eine scharfe Flanke herunter und ballte die Faust, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

"Das war ein Sieg des Glaubens", sagte Trainer Rinesch nach dem Abpfiff in die Mikrofone. "Wir wussten, dass Hlavice zu Beginn viel investiert, aber wir haben einfach länger geatmet." Kula hingegen, Torschütze des frühen 1:0, schüttelte nur den Kopf: "Wir hatten sie. Wirklich. Und dann haben wir aufgehört, an uns zu glauben."

So bleibt vom 30. Spieltag der 1. Liga Tschechien ein Spiel in Erinnerung, das Hlavice trotz Überlegenheit und Chancenflut verschenkte. 20 Schüsse, 43 Prozent Ballbesitz, ein Platzverweis - und am Ende null Punkte. Hradec Kralove dagegen zeigte, dass Effizienz manchmal schöner ist als Ästhetik. Drei Tore aus zehn Abschlüssen - das nennt man wohl Kaltschnäuzigkeit par excellence.

Und während die Fans von Hradec jubelnd in die Nacht verschwanden, blieb auf der Tribüne ein älterer Hlavice-Anhänger zurück, der leise meinte: "Früher hätten wir das gewonnen." Vielleicht. Aber früher gab’s auch noch kein VAR - und keine Gegner, die so gnadenlos zurückschlagen.

Ein Spiel, das weh tat und trotzdem Spaß machte - zumindest allen, die es nicht mit SK Hlavice halten.

01.01.643988 10:31
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Es gibt Phasen, da ist man etwas angespannter. Das ist doch menschlich. Es wäre doch blöd von mir, den Schauspieler zu mimen.
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