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Hoskins doppelt - Rovers erbeuten drei Punkte an der Südküste

47533 Zuschauer im St. Mary’s Stadium sahen an diesem frostigen Dienstagabend ein Spiel, das man so oder so lesen konnte: Für die einen ein gerechter Arbeitssieg der Ewood Rovers, für die anderen eine verpasste Chance des FC Southampton, der offensiv alles versuchte, aber am Ende mit leeren Händen dastand. 1:2 hieß es nach 90 Minuten - und das bereits zur Halbzeit feststehende Resultat blieb trotz aller Bemühungen bestehen.

Die Partie begann mit einem vorsichtigen Abtasten, doch spätestens in der 19. Minute war Schluss mit der Gemütlichkeit. Samuel Hoskins, der quirligste Rovers-Stürmer seit es Anfield-Besucher gibt, nutzte eine butterweiche Flanke von Rechtsverteidiger Pedro Gama und vollendete eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten, Augen zu und durch", grinste Hoskins später - und man glaubte ihm jedes Wort.

Southampton brauchte ein paar Minuten, um diesen Schock zu verdauen. Trainer Michael Böning, wild gestikulierend an der Seitenlinie, brüllte Richtung Mittelfeld: "Mehr Druck, Jungs, mehr Druck!" Seine Elf hörte zu. In der 38. Minute war es der junge Gabriel Beecroft, der nach Vorarbeit von Linksverteidiger Kai Whitman aus spitzem Winkel traf. Ein Treffer wie aus dem Lehrbuch: erst ein Haken, dann der Schuss - und plötzlich bebte das Stadion.

Doch das Glück währte kurz. Nur zwei Minuten später schlug Hoskins erneut zu. Der Rechtsaußen, heute in Spiellaune und offenbar mit Magnetsohlen ausgestattet, nutzte eine Unachtsamkeit in der Abwehr und stellte auf 1:2. "Da war die Zuordnung komplett weg", knurrte Böning später. "So kannst du gegen eine Mannschaft mit dieser Effizienz nicht bestehen."

Die Statistik zur Pause sprach Bände: 48 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, 52 für die Gäste, 7 zu 15 Torschüsse - das deutete bereits an, wer das Heft des Handelns in der Hand hatte. Dennoch: Southampton gab sich nicht auf. Direkt nach Wiederanpfiff brachte Böning den jungen Jan Ovesen für den etwas glücklosen Bailey Kendall. Der Neuzugang sorgte sofort für frischen Wind, prüfte Keeper Logan Bernard mit zwei gefährlichen Abschlüssen (62. und 67. Minute). "Ich dachte, der geht rein", sagte Ovesen später und grinste schief, "aber der Torwart hat wohl heute Abend noch einen Termin mit der Glücksgöttin."

Auf der anderen Seite beruhigte Rovers-Coach Stephan Trajes das Geschehen mit stoischer Ruhe. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, nicht glänzen", meinte er nachher. "Das ist uns zu 90 Prozent gelungen - die restlichen zehn sind Hoskins’ Schuhgröße." Mit dieser Mischung aus britischem Understatement und nordischem Humor brachte er es auf den Punkt: Ewood spielte abgeklärt, Southampton rannte an.

In der Schlussphase wechselten beide Trainer munter durch. Bei den Rovers kam der 17-jährige Lucas Lockwood zu seinem Debüt in der Innenverteidigung und zeigte, dass man auch mit Teenagerbeinen Gegenspieler wie Tiago oder Beecroft stoppen kann. "Er hat gespielt, als würde er schon zehn Jahre dabei sein", lobte Trajes. Southampton brachte noch Albert Morais und Charles Bail - frischer Schwung, aber kein Glück.

Die letzten Minuten gehörten wieder den Gästen. Callum Townsend und Jyrki Hyypiä testeten Bönings Torhüter Alberto Mancuso mehrfach, doch der Italiener im Saints-Tor hielt, was zu halten war. Eine Gelbe Karte für Ewoods Abwehrchef Ignacio Carvalho (51.) blieb die einzige farbliche Note des Schiedsrichters - die Partie war intensiv, aber erstaunlich fair.

Als der Schlusspfiff ertönte, wirkte Böning wie ein Mann, der gerade eine besonders schwierige Matheaufgabe gelöst, aber trotzdem die falsche Zahl hingeschrieben hat. "Wir haben alles versucht, wirklich alles", sagte er. "Mehr Laufleistung, mehr Einsatz, mehr Pressing - aber am Ende zählt nun mal das Netz, nicht der Wille."

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie spürten, dass da eine junge Truppe wächst, die noch lernen muss, wie man solche Spiele dreht. Und vielleicht auch, weil man trotz Niederlage spürte: Hier steckt Leben drin.

Hoskins indes verschwand mit einem breiten Grinsen im Tunnel - zwei Tore, drei Punkte, ein Abend nach Maß. "Ich mag es hier unten an der Küste", witzelte er. "Die Luft ist salzig, die Verteidiger sind freundlich." Sarkasmus oder Selbstvertrauen? Wahrscheinlich beides.

So bleiben die Rovers in der oberen Tabellenhälfte der Premier League, während Southampton weiter auf den großen Befreiungsschlag wartet. Aber wer so offensiv antritt wie Böning’s Team, der wird bald wieder jubeln dürfen. Vielleicht schon nächste Woche. Vielleicht auch erst, wenn Hoskins mal Pause macht.

27.08.643987 04:31
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