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Holyhead Blues drehen das Spiel - Wingmakers fliegen knapp vorbei

Unter Flutlicht und vor 43.500 lautstarken Fans im Holyhead-Dome lieferten sich die Holyhead Blues und die Broughton Wingmakers ein walisisches Fußballdrama, das in seiner Mischung aus Tempo, Chaos und Theatralik jedem Shakespeare-Stück Konkurrenz machte. Am Ende stand ein 2:1 für die Blues, die nach frühem Rückstand Moral zeigten - und vor allem eines: Nerven aus Stahl.

Die Wingmakers begannen wie ein Düsenjet. Schon nach fünf Minuten rauschte Mattias Kristinsson, der rechte Verteidiger mit der Mentalität eines Mittelstürmers, seinem Gegenspieler vorbei, kassierte aber gleich mal Gelb. "Ich habe nur den Ball gespielt", protestierte er - der Ball befand sich allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits im Nachbardorf. Doch das hinderte ihn nicht daran, in der 14. Minute selbst zum Helden zu werden: Nach einem präzisen Zuspiel von Harry Prentiss drosch Kristinsson den Ball aus halbrechter Position ins Netz. 0:1 - und die 500 mitgereisten Wingmakers-Anhänger sangen sich die Lungen wund.

Holyhead-Coach Jürgen Steinmetz stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, die Stirn in Falten gelegt. "Wir wollten eigentlich nicht erst nach einem Gegentor wach werden", knurrte er später. Doch genau das tat sein Team. Henry Madigan, der quirlige Linksaußen mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen eines Mannes, der noch nie einen schlechten Tag hatte, bereitete in der 27. Minute den Ausgleich vor. Seine Flanke fand Mathias Daens, der volley ins lange Eck traf - ein Tor für die Galerie und das Signal zur Wende.

Nur zehn Minuten später legte Madigan wieder auf - diesmal für Igor Skrtel, der sich zwischen zwei Verteidigern hindurchwühlte und den Ball humorlos unter die Latte hämmerte. 2:1, das Stadion bebte. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es kracht", grinste Skrtel nach Abpfiff.

Die Wingmakers, von Trainer Tupac Shakur (ja, wirklich so auf dem Spielbericht) mit offensiver Grundausrichtung ins Rennen geschickt, verloren nach dem Doppelschlag etwas die Linie. Statt klarer Kombinationen gab es zunehmend gelbe Karten - Prentiss, Mouratidis und eben Kristinsson holten sich ihre Erinnerungszettel ab. "Wir haben zu viel Leidenschaft gezeigt", erklärte Shakur, sichtlich bemüht, das Wort "Kopflosigkeit" zu vermeiden.

In der zweiten Halbzeit versuchte Broughton alles. 56 Prozent Ballbesitz für Holyhead hin oder her - die Wingmakers feuerten aus allen Lagen: neun Schüsse aufs Tor insgesamt, einer gefährlicher als der andere. Besonders Manus Mouratidis verpasste gleich dreimal knapp den Ausgleich (53., 70., 81.). Holyhead-Keeper Quinter Lambrechts, gerade einmal 19 Jahre jung, wuchs über sich hinaus. "Ich habe einfach nicht nachgedacht", sagte er nach dem Spiel - was in diesem Fall wohl sein Erfolgsrezept war.

In der Schlussphase brachte Shakur drei 17-Jährige: Smith, Nicksay und Duff. Frisches Blut, jugendlicher Elan - und eine Prise Verzweiflung. Doch auch sie konnten den Ball nicht mehr über die Linie drücken. Holyhead verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit den Armen, wie der VAR (glücklicherweise) übersah.

Statistisch war die Partie ausgeglichen: 8:9 Torschüsse, 56 Prozent Ballbesitz für die Blues, Zweikampfquote knapp unter 50 Prozent. Doch wer die Stimmung im Stadion erlebte, wusste, dass Zahlen nicht alles sagen. Es war ein Spiel, das man fühlte - im Herzen, in den Ohren, in den Nervenbahnen.

Nach dem Abpfiff umarmte Steinmetz seine Spieler, während Shakur mit gesenktem Kopf Richtung Kabine trottete. "Wir haben zu früh aufgehört, Fußball zu spielen", murmelte er. Der Heimsieg katapultiert Holyhead in der Tabelle weiter nach oben - und lässt die Wingmakers mit der Erkenntnis zurück, dass Leidenschaft zwar schön ist, aber Tore mehr zählen.

Oder wie es Daens im Kabinengang auf den Punkt brachte: "Manchmal musst du einfach nur genug rennen, bis der Ball dich findet." Und an diesem Abend in Holyhead fand er ihn gleich zweimal.

Ein Spiel voller Energie, Emotionen und leichtem Wahnsinn - kurzum: ein ganz normaler Abend in der 1. Liga Wales.

03.09.643993 09:06
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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