Anpfiff
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Holstein Kiel stolpert gegen junge Wilde aus Linx

Wenn man an einem nasskalten Februarabend in Kiel bei Flutlicht Fußball schaut, erwartet man eher ein kampfbetontes 1:0 als ein flottes 1:3 - doch genau das lieferte der 13. Spieltag der Regionalliga A. 2.735 Zuschauer im Holstein-Stadion sahen, wie der favorisierte Gastgeber Holstein Kiel gegen den frech aufspielenden SV Linx ins Straucheln geriet. Trainer Malte Gosch stand nach Abpfiff mit hochrotem Kopf am Spielfeldrand, während auf der anderen Seite Michal Dickschat lässig grinste: "Wir haben einfach gespielt, was wir können - jung, mutig, frech. Und manchmal reicht das eben."

Dabei fing alles ganz nach Plan für die Kieler an. In der 31. Minute brachte Lasse Sonne, der flinke Rechtsaußen mit dem sonnigen Namen, die Störche nach einem feinen Zuspiel von Christoph Erdmann in Führung. Die Tribüne jubelte, jemand rief "Endlich mal einer rein!", und selbst der Stadionsprecher klang erleichtert. Doch die Freude währte kurz - ganze vier Minuten später konterte der SV Linx in Person des 17-jährigen Dieter Wagner, der nach Vorlage von Ralph Konrad eiskalt vollendete. 1:1 - und plötzlich roch es auf der Förde nicht mehr nach sicherem Heimsieg, sondern nach Ärger.

"Wir haben uns zu sicher gefühlt", gab Kiels Kapitän Lasse Schulz später zu. "Nach dem 1:0 dachte jeder: Das läuft. Aber Linx hat einfach weiter Fußball gespielt, während wir überlegten, wer wann zum Friseur muss." Ein Satz, der Bände spricht.

In der zweiten Hälfte übernahmen die Gäste endgültig die Kontrolle. Mit 60 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen war Linx die aktivere Mannschaft, während Kiel eher damit beschäftigt war, sich gegenseitig zu erklären, warum der Ball schon wieder beim Gegner war. In der 48. Minute traf der 18-jährige Christian Stein zur Führung - wieder nach Vorarbeit von Konrad, dem an diesem Abend einfach alles gelang. Stein, später "Man of the Match", grinste nach seinem Treffer: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du jung bist, denkst du nicht viel nach - du schießt einfach."

Kiel hingegen schien in diesem Moment endgültig den Faden zu verlieren. Gelbe Karten für Niels Schwab (38.) und den eingewechselten Heinrich Haas (80.) waren sinnbildlich für eine Partie, in der mehr gegrätscht als kombiniert wurde. Trainer Gosch wechselte zur Stunde gleich dreifach - Scholz, Henkel und Haas kamen für Rohde, Anders und Thomas. Doch statt neuer Energie brachte das vor allem neue Verwirrung.

Linx blieb cool, spielte mit erstaunlicher Reife und setzte in der 71. Minute den entscheidenden Stich: Wieder war es Dieter Wagner, erneut vorbereitet von Christian Stein. 1:3 - und der Drops war gelutscht. Auf der Kieler Bank wanderte ein Notizblock in den Rucksack, und Torwart Benjamin McShane schrie seine Vorderleute an, als wolle er sie aus dem Winterschlaf reißen.

"Wir hätten heute wahrscheinlich noch Stunden spielen können, ohne ein Tor zu machen", murmelte Sonne nach Schlusspfiff, leicht resigniert, aber mit einem Lächeln. "Manchmal ist Fußball eben wie Mathe - du rechnest mit allem, außer mit dem Ergebnis."

Ein paar Fans blieben nach Spielende, klatschten trotzig und riefen "Kopf hoch, Jungs!". Trainer Gosch dankte artig, sah aber aus, als würde er am liebsten sofort Taktiktafeln anzünden. Seine Analyse fiel trocken aus: "Wenn du weniger läufst, weniger gewinnst und weniger triffst, dann verlierst du halt. Das ist kein Hexenwerk."

Auf der anderen Seite feierten die Linxer ausgelassen, aber bodenständig. Coach Dickschat, der sonst lieber Understatement pflegt, fasste es launig zusammen: "Für uns war das wie ein Kindergeburtstag mit drei Torten - du weißt, es kann klebrig werden, aber am Ende schmeckt’s doch richtig gut."

Die Statistik untermauerte das Geschehen klar: Linx mit 60 Prozent Ballbesitz, 13 Abschlüssen und einer beeindruckenden Ruhe im Spielaufbau. Kiel brachte es zwar auf 10 Torschüsse, doch wirklich zwingend wurde es selten. Das Offensivkonzept blieb dem Namen nach offensiv, aber in der Praxis eher harmlos.

Und so steht am Ende ein 1:3, das deutlicher wirkt, als es klingt. Linx feiert einen verdienten Auswärtssieg, während Kiel die eigene Offensive suchen geht - vielleicht findet sie sich ja bis zum nächsten Spieltag wieder ein.

Oder, wie ein alter Kieler Fan beim Hinausgehen brummte: "Früher haben wir wenigstens das Wetter gewonnen."

15.10.643990 23:33
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