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Landesliga 6 | 33. Spieltag | 13.09.26 | Germania Egeln - VfL Hohenstein 0:4 1.954 Zuschauer waren um 20.15 Uhr gekommen. Sie sahen zunächst eine ausgeglichene Grundordnung beider Mannschaften, allerdings nur auf dem Taktikpapier. Dort ist bekanntlich vieles möglich. Auf dem Platz übernahm Hohenstein sofort die Kontrolle, spielte sicher, kombinierte geduldig und setzte Germania mit hohem Aufwand unter Druck - auch wenn die Statistik offiziell kein aktives Pressing ausweist. Man kann eben auch ohne Etikett unangenehm sein. Nach gerade einmal vier Minuten schlug Mathias Sturm zu. Elias Petersen bereitete vor, Sturm vollendete zum 1:0. Der Name des Torschützen erwies sich damit als bemerkenswert passende Tätigkeitsbeschreibung. Egeln hatte kaum Gelegenheit, sich über den frühen Rückstand zu wundern, da stand es bereits 0:2: Oscar Kunz traf in der 18. Minute nach Vorarbeit von Oliver Grimm. Ein Rechtsverteidiger als Torschütze - Hohenstein verteilte die Zuständigkeiten offenbar großzügig. Warum sollte nur die Offensive für Unruhe sorgen? "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir nicht zum Abendspaziergang gekommen sind", sagte Hohensteins Trainer Sascha Liebl nach dem Abpfiff. "Nach dem zweiten Tor wurde es für uns natürlich angenehmer. Für Egeln eher nicht." Tatsächlich blieb der VfL am Drücker. In der 19. Minute prüfte Silvestre Pauleta den Egelner Schlussmann, kurz darauf scheiterte Jürgen Klose, ehe Sturm in der 29. Minute erneut zuschlug. Wieder war Grimm der Vorbereiter. 3:0 - und noch nicht einmal eine halbe Stunde gespielt. Auf der Tribüne soll ein Zuschauer gesagt haben: "Wenn das so weitergeht, sind wir vor dem Nachtisch fertig." Der Nachtisch blieb aus, die Hohensteiner Angriffswelle nicht. Die Zahlen erzählen eine ziemlich eindeutige Geschichte: Hohenstein hatte 61,2 Prozent Ballbesitz und gab 16 Torschüsse ab. Germania kam auf 38,8 Prozent Ballbesitz - und auf keinen einzigen registrierten Torschuss. Null. Die Egelner Offensive blieb damit ungefähr so sichtbar wie ein Regenschirm in der Sahara. Nach der Pause änderte sich am Bild wenig. Hohenstein spielte weiterhin ausgewogen, suchte die sichere Lösung und ließ den Ball laufen. Germania versuchte, sich in Zweikämpfe und zweite Bälle zu werfen, kam aber kaum einmal gefährlich in die Nähe des gegnerischen Tores. "Wir haben uns vorgenommen, geduldig zu bleiben", erklärte Liebl. "Das ist leichter, wenn man 3:0 führt. Der Fußball ist manchmal ein ausgesprochen höflicher Sport." In der 63. Minute sah Hohensteins Silvestre Pauleta Gelb, acht Minuten später wurde auch Manfred Mai verwarnt. Auf Egelner Seite erwischte es Niclas Schilling in der 82. Minute. Vier Minuten später war sein Arbeitstag beendet: Gelb-Rot, Germania musste die Schlussphase zu zehnt bestreiten. Für den Schlusspunkt sorgte Oliver Grimm in der 81. Minute selbst. Nach Vorlage von Manfred Mai erhöhte der 19-Jährige auf 4:0 und krönte damit seine starke Partie mit einem Tor und zwei Vorlagen. Germania fand darauf keine Antwort mehr. Hohenstein verwaltete den Vorsprung souverän, Egeln verwaltete vor allem die Hoffnung auf den Schlusspfiff. "Wir hätten gern mehr Gegenwehr geleistet", sagte ein Egelner Spieler sinngemäß nach dem Spiel. "Aber Hohenstein war heute einfach schneller, klarer und meistens schon dort, wo wir erst hinwollten." Am Ende blieb ein Abend, an dem der VfL Hohenstein kaum Fragen offenließ. Germania Egeln dagegen dürfte auf der Heimfahrt vor allem eine Statistik beschäftigt haben: 0:4, 0 Torschüsse. Manchmal ist Fußball keine komplizierte Wissenschaft. Manchmal ist er nur die Kunst, rechtzeitig auf der richtigen Seite des Ergebnisses zu stehen. 13.09.2026 21:03 |
Sprücheklopfer
Ich habe fertig.
Giovanni Trappatoni