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Landesliga 6 | 10. Spieltag | 20.08.26 | VfL Hohenstein - TSV Rohrdorf 2:0 Vor 2068 Zuschauern, die um 20.15 Uhr auf einen Fußballabend mit Spannung und möglichst wenig Heiserkeit gehofft hatten, begann Hohenstein offensiv. Trainer Sascha Liebl ließ seine Mannschaft mit klarer Vorwärtsausrichtung auftreten. Rohrdorf blieb ausgewogen und abwartend, verzichtete auf aktives Pressing und setzte offenbar auf die Hoffnung, dass die Gastgeber irgendwann aus Höflichkeit aufhören würden. Das taten sie nicht. Nick Meier prüfte Rohrdorfs Torwart Claus Lustig bereits in der sechsten Minute, legte sieben Minuten später nach und blieb damit der auffälligste Unruheherd der Anfangsphase. Volker Schön kam in der 15. und 18. Minute zu Chancen, Gunborg Karlsson versuchte es kurz darauf ebenfalls. Hohenstein kombinierte sich immer wieder nach vorn, während Rohrdorf vor allem damit beschäftigt war, die eigene Ordnung nicht vollständig zu verlieren. "Wir müssen ruhig bleiben", hätte Liebl seiner Mannschaft an der Seitenlinie zurufen können. "Aber bitte nicht so ruhig, dass wir vergessen, aufs Tor zu schießen." Tatsächlich dauerte es bis zur 56. Minute, ehe die Geduld belohnt wurde. Dort war es dann Meier, der den Bann brach. Nach Vorarbeit von Sebastian Günther traf der 19-jährige Rechtsaußen zum 1:0. Ein verdienter Treffer nach einer langen Belagerung, die Rohrdorf bis dahin erstaunlich unbeschadet überstanden hatte. Günther war erst in der 27. Minute ins Spiel gekommen; gemeinsam mit weiteren personellen Veränderungen brachte er zusätzliche Bewegung in Hohensteins Angriff. Rohrdorf hatte bis zum Seitenwechsel kaum offensive Akzente gesetzt. Der einzige Torschuss der Gäste in der ersten Hälfte kam in der 46. Minute von Timo Vetter. Der Außenverteidiger hatte zuvor bereits die Gelbe Karte gesehen - ein Abend, an dem bei ihm also immerhin die persönliche Statistik früh in Bewegung geriet. Julian Kroll sorgte in der 79. Minute für den zweiten Rohrdorfer Torschuss, doch auch dieser Versuch änderte nichts am grundsätzlichen Bild. Hohenstein blieb druckvoll. 25 Torschüsse verzeichnete der VfL insgesamt, Rohrdorf kam gerade einmal auf zwei. Beim Ballbesitz lag Hohenstein mit 57,2 Prozent ebenfalls vorn, dazu gewann die Heimmannschaft rund 58,8 Prozent ihrer Zweikämpfe. Das war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Mannschaft, die den Ball wollte und ihn nach Möglichkeit auch behielt. "Wir hatten heute viele Ideen", könnte Nick Meier nach dem Spiel gesagt haben. "Manche waren sogar so gut, dass der Ball ins Tor ging." Der Satz wäre jedenfalls passend gewesen. Rohrdorf mühte sich bis zum Ende, blieb aber offensiv zu harmlos. Hohenstein kontrollierte die Partie und setzte in der 89. Minute den Schlusspunkt: Stefan Hermann, erst 17 Jahre alt, traf zum 2:0. Für Rohrdorf war damit endgültig klar, dass dieser Ausflug nicht mit Punkten, sondern höchstens mit einer ruhigen Rückfahrt enden würde. Am Ende siegte Hohenstein verdient und ohne Gegentor. Rohrdorf blieb bei seinem ausgeglichenen Plan, Hohenstein bei seiner offensiven Hartnäckigkeit. Manchmal ist Fußball eben erstaunlich simpel: Wer 25-mal schießt, besitzt gute Chancen, irgendwann zu treffen. Wer es zweimal versucht, braucht dafür entweder großes Glück - oder einen anderen Abend. 20.08.2026 22:40 |
Sprücheklopfer
Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe.
Werner Lorant