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Hogwarts Wizards zaubern Selkirk aus dem Stadion - 3:1 im Flutlicht

Ein kühler Märabend, 34.980 Zuschauer im tosend gefüllten "Castle Ground", und über dem Rasen lag dieser feine Nebel, der jeden Pass ein wenig magischer aussehen ließ. Hogwarts Wizards gegen Selkirk Athletic - ein Duell, das nach Zaubertrank und Schienbeinschoner zugleich roch. Am Ende hieß es verdient 3:1 (2:1) für die Hausherren, die mit einem Offensivfeuerwerk und einer Prise Selbstironie überzeugten.

Von Beginn an war klar: Die Wizards wollten keine Märchen erzählen, sondern Tore schießen. Schon in der 3. Minute prüfte Henry Buchanan aus spitzem Winkel den Selkirk-Keeper Joao Velez - der lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte, als hätte er kurz vergessen, dass er kein Quidditch-Hüter ist. Der Druck der Gastgeber stieg, die Statistik spricht Bände: 22 Schüsse aufs Tor zu 9 - das war Angriffslust in Zahlen.

In der 19. Minute platzte der Knoten. Joshua O’Farrell, quirlig wie eh und je, setzte sich über rechts durch, passte flach in die Mitte, und Ryan MacGillivray drosch den Ball humorlos unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zu viel nachdenkst, triffst du den Pfosten - oder den Maskottchen-Kopf", lachte der Torschütze später.

Nur vier Minuten später folgte der nächste Zauberspruch: Rechtsverteidiger Davib MacGillivray (kein Verwandter, wie er betont) marschierte die Linie entlang und flankte butterweich auf Evan Brodie. Der 27-Jährige nahm den Ball volley - 2:0. Das Stadion tobte, und Trainer Pete Heffernan grinste von der Seitenlinie: "So hatten wir das tatsächlich im Training geübt. Nur dass Brodie da meistens danebenhaut."

Selkirk brauchte eine Weile, um sich zu fangen. Trainer Jan Moese brüllte seine Offensivreihe an, endlich mutiger zu werden. Kurz vor der Pause belohnte sich sein Team: In der 43. Minute traf der erfahrene Angreifer Age Bergmann nach Vorarbeit von Adam Morrison zum 2:1-Anschluss. "Da war kurz Hoffnung", seufzte Moese später, "aber sie war ungefähr so haltbar wie ein Butterkeks im Regen."

Zur Halbzeit wechselte Heffernan doppelt, brachte frische Beine - und Brodie brachte gleich danach das Stadion erneut zum Kochen. In der 51. Minute jagte er, nach feinem Doppelpass mit MacGillivray, den Ball zum 3:1 in die Maschen. Es war sein zweites Tor an diesem Abend, und es war das Ende aller Zweifel.

Selkirk versuchte in der Folge, mit aggressiverem Pressing und kurzen Pässen das Spiel noch einmal zu drehen. Die Statistik zeigte, wie knapp es eigentlich war: 50,2 Prozent Ballbesitz für Hogwarts, 49,8 für Selkirk. Doch die Wizards wirkten in jeder Phase reifer, abgeklärter und - ja - zauberhafter. Selbst als der junge Harrison Boyd in der 80. Minute Gelb sah und kurz darauf über seine eigenen Füße stolperte, wirkte das eher charmant als gefährlich.

Ein Höhepunkt der zweiten Halbzeit, der es nicht in die Statistik schafft: Als Selkirks Ersatzkeeper Riley Cawdor in der 60. Minute einen Rückpass annahm, rief ein Zuschauer laut: "Schieß, Riley, du bist doch jetzt frisch!" - Cawdor tat’s tatsächlich, 70 Meter weit, direkt in die Hände seines Gegenübers. Gelächter auf den Rängen, Schulterzucken bei Moese. "Wenn er wenigstens getroffen hätte", meinte der Trainer trocken nach dem Spiel.

Die letzten Minuten plätscherten dahin, Selkirk rannte, Hogwarts verwaltete - und Brodie hätte beinahe noch das 4:1 erzielt, scheiterte aber in der Nachspielzeit am Pfosten. "Ich wollte den Hattrick, aber der Ball hatte andere Pläne", grinste er im Interview.

Trainer Heffernan zeigte sich zufrieden: "Wir haben das durchgezogen, was wir uns vorgenommen hatten - offensiv bleiben, Spaß haben, nicht zu viel zaubern." Sein Kollege Moese dagegen suchte Trost im schwarzen Humor: "Wir haben heute gelernt, dass man gegen Zauberer keine Konter spielen sollte. Die verschwinden einfach, bevor du sie triffst."

Am Ende feiern die Wizards einen verdienten Sieg, der sie in der Tabelle der 1. Liga Schottland weiter nach oben bringt. Und das Publikum ging nach Hause mit dem Gefühl, etwas Besonderes gesehen zu haben - nicht Magie, sondern ehrlichen, offensiven Fußball mit einem Augenzwinkern.

Vielleicht war es am Ende doch ein bisschen Magie. Aber eben die Sorte, die man trainieren kann.

21.05.643993 22:50
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