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Hoffenheim zerlegt Berlin - Beto tanzt, Berlin taumelt

Ein nasskalter Februarabend in Hoffenheim, Flutlicht, 4.159 Zuschauer und ein Spiel, das von Beginn an nur eine Richtung kannte: nach vorne, genauer gesagt auf das Tor von Oskar Sonne. Der Keeper von Gerda GFC Berlin bekam an diesem 18. Spieltag der Regionalliga A mehr zu tun als jeder Paketbote kurz vor Weihnachten - und das Ergebnis fiel dementsprechend deutlich aus: 5:0 für den TSV Hoffenheim.

Schon in der sechsten Minute klingelte es erstmals. Javier Beto, der flinke Rechtsaußen, jagte den Ball nach einer butterweichen Hereingabe von Innenverteidiger Liam Carey unter die Latte. "Ich dachte erst, der Carey spielt den Ball zu scharf. Aber dann hab ich einfach den Fuß hingehalten - und zack, drinnen!", grinste Beto später, als wäre das alles reine Physik.

Berlin wirkte von Beginn an überfordert. Kaum befand sich der Ball mal in ihren Reihen, war er auch schon wieder weg. 56 Prozent Ballbesitz für Hoffenheim, was sich in den 23 Torschüssen (gegenüber drei kümmerlichen Versuchen der Gäste) deutlich widerspiegelte.

In der 15. Minute legte Beto erneut nach - diesmal nach Vorarbeit von Liam Herrmann. Der junge Flügelspieler hatte auf links zu viel Platz, flankte scharf in die Mitte, und Beto vollendete mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend alles zu treffen, was rollt. 2:0 - und Berlin wackelte, wie ein alter Stuhl auf Kopfsteinpflaster.

Trainer Dennis Simon stand an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, und nickte zufrieden. "Wir wollten offensiv auftreten, mutig sein, und die Jungs haben das umgesetzt. Nach dem 2:0 hab ich eigentlich nur noch Spaß gehabt", sagte er später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag.

Noch vor der Pause erhöhte Jan Kozel auf 3:0. Der Mittelfeldroutinier zog aus 20 Metern ab, nachdem Giuseppe Guarano ihn mit einem präzisen Pass bedient hatte. Sonne flog, streckte sich, aber der Ball zappelte bereits im Netz. Die Hoffenheimer Fans skandierten Kozels Namen, während die Berliner Abwehr nur noch fragend in die Nacht starrte.

Zur Halbzeit sah Gästecoach - dessen Namen das Protokoll höflich verschwieg - reichlich ratlos aus. "Wir wollten kompakt stehen", murmelte er später, "aber dann standen wir halt kompakt daneben."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Hoffenheim blieb offensiv, Beto blieb unermüdlich, und die Berliner Verteidigung blieb ... existent, aber kaum wirksam. In der 70. Minute durfte dann auch der 18-jährige Liam Mathieu jubeln. Nach Vorlage von Rechtsverteidiger Fabian Wilke, der kurz zuvor noch Gelb gesehen hatte (vermutlich aus Langeweile über mangelnde Defensivarbeit des Gegners), schob Mathieu cool ein. Es war sein erster Treffer im Regionalliga-Trikot - und was für einer. "Ich hab gar nicht überlegt. Einfach drauf. Das war wie im Training - nur lauter", sagte der Teenager, und grinste, als hätte er gerade den Schulabschluss mit Auszeichnung geschafft.

Das letzte Wort gehörte natürlich wieder Javier Beto. In der 83. Minute machte der Mann des Abends seinen Hattrick perfekt. Ein trockener Schuss aus zehn Metern, unhaltbar. Danach reckte er drei Finger in die Höhe, grinste in Richtung der Tribüne und wurde ausgewechselt - wohl, um weiteren Schaden an der Berliner Moral zu verhindern.

Gerda GFC Berlin, das muss man so deutlich sagen, hatte an diesem Abend schlicht keine Chance. Drei Torschüsse in 90 Minuten, zwei Gelbe Karten (Marwin Götz in der 81., Phillip Klaus in der 84.) und kein einziger Moment, der Hoffenheim in Bedrängnis brachte. Torwart Tommaso Aiello im Hoffenheimer Kasten hätte vermutlich auch eine Sudoku-Zeitung ausfüllen können, ohne etwas zu verpassen.

Nach dem Spiel fasste Trainer Simon es trocken zusammen: "Wir haben’s gut gemacht, aber ehrlich - das war heute keine Messlatte." Berliner Kapitän Phillipp Krueger sah’s ähnlich, wenn auch weniger entspannt: "5:0 ist hart. Aber wenigstens wissen wir jetzt, was passiert, wenn man den Bus in Hoffenheim parkt - und den Schlüssel vergisst."

Ein Sieg also, der in seiner Deutlichkeit kaum Fragen offenlässt. Hoffenheim spielte sich warm, Berlin fror ein. Und irgendwo auf der Tribüne meinte ein Zuschauer treffend: "Wenn das so weitergeht, brauchen die bald eine zweite Anzeigentafel - für Betos Tore."

Ein Satz, der den Abend ganz gut beschreibt.

24.12.643990 07:45
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Es gibt jetzt gerade überall auf anderen Pressekonferenzen Trainer, die denselben Käse erzählen wie ich.
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