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Höchst dreht nach der Pause auf - 4:0-Gala gegen St.?Pölten

Wenn 23 555 Zuschauer an einem kalten Jännerabend ins Stadion kommen, dann erwartet man schon ein bisschen Spektakel. Der FC Höchst lieferte - nach zäher erster Halbzeit - pünktlich nach Wiederanpfiff. Das Endergebnis von 4:0 gegen den FC St. Pölten liest sich wie ein Spaziergang, war aber eine Mischung aus Geduld, Wucht und einem Schuss Spätkomik.

Die ersten 45 Minuten? Eher etwas für Taktikfreunde und Menschen mit Geduld. Höchst wollte, St. Pölten durfte - aber keiner traf. Trainer Ronnie Ekström stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und murmelte in Richtung Assistent: "Wenn wir so weiterspielen, friert uns das Publikum ein." St. Pöltens Coach Pet Fun konterte später trocken: "Wir hatten das Spiel im Griff - nur leider nicht den Ball."

In Zahlen klang das zunächst ausgeglichen: 51 Prozent Ballbesitz für Höchst, 49 für die Gäste, fünf Torschüsse der Pöltner, 15 der Heimelf - wobei man sich fragte, wohin die ersten 14 gegangen waren. Dann kam die 48. Minute, und plötzlich war alles anders. Dawid Szamotulski legte elegant quer, Peter Sommer zog aus kurzer Distanz ab - 1:0. Der Jubel riss sogar den Ordnern das Lächeln aus dem Gesicht. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Sommer nachher. "Und diesmal war keiner im Weg."

St. Pölten reagierte mit Gelb - zuerst Richard Horn (55.), später Günther Brinkmann (78.) und Otto Rau (82.) - mehr Widerstand war kaum zu sehen. Höchst dagegen bekam Lust auf mehr. In der 68. Minute stieg Innenverteidiger Jose Maria Morales nach einer Ecke von Filippo Platania höher als alle anderen und köpfte das 2:0. Morales lachte später: "Ich wusste gar nicht, dass ich so springen kann - vielleicht lag’s am neuen Shampoo."

Danach wurde es zum Schaulaufen. Jacques Edgecomb kam in der 81. Minute für den abgekämpften Doppelpacker Sommer und bedankte sich standesgemäß neun Minuten später: Platania steckte durch, Edgecomb blieb eiskalt - 3:0. St. Pölten stand da wie ein Schüler, der die Mathearbeit schon abgegeben hat, während der Nachbar noch rechnet.

Und weil es so schön war, legte der eingewechselte Adriano Ramallo in der Nachspielzeit (91.) nach. Wieder war Platania der Vorlagengeber, wieder jubelte das Stadion. 4:0, das war die Punktlandung einer Mannschaft, die nach der Pause alles richtig machte.

Dabei hatte Ramallo selbst gar nicht mehr spielen sollen - er kam nur rein, weil Timm Schreiner sich in der 42. Minute verletzte. "Ich war eigentlich schon auf der Bank eingeschlafen", gestand der 23-Jährige nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. "Dann hat Ronnie mich geweckt - und plötzlich war ich Torschütze."

St. Pöltens Offensive blieb dagegen blass. Daniel Thomas’ Schuss in der ersten Minute war das Highlight der Gäste, danach kam wenig - oder, wie Kapitän Bruno Andrade seufzte: "Wir hatten Chancen. Also, fast."

Statistisch war’s kein Klassenunterschied, aber ein Mentalitätsunterschied: Höchst gewann 54 Prozent der Zweikämpfe, lief mehr, wollte mehr. Und das sah man. "Wir haben nach der Pause einfach beschlossen, Fußball zu spielen", erklärte Ekström. "Vorher war’s eher Kegeln mit Ball."

Trainer Fun suchte derweil nach Erklärungen: "Vielleicht war’s die Luft hier oben in Höchst. Oder der Rasen. Oder einfach der Gegner - der war heute zu gut."

Als die Spieler ihre Ehrenrunde drehten, blieb das Publikum noch lange. Einer rief: "Spielt’s nächste Woche gleich so!" - worauf Ekström grinsend zurückwinkte: "Ich schreib’s mir auf den Zettel."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt: nicht, weil es ein offener Schlagabtausch war, sondern weil Höchst aus einem müden 0:0 ein Feuerwerk machte. Ein 4:0, das nicht nur drei Punkte, sondern Selbstvertrauen bringt - und vielleicht auch wärmere Herzen an einem kalten Abend.

Und irgendwo in der Kabine summte jemand: "So spielt man sich warm." Ekström hörte’s, lächelte - und sagte nur: "Wenn sie so weiter singen wie sie heute gespielt haben, dann darf’s ruhig noch ein paar Wochen Winter bleiben."

09.12.643987 04:02
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